IM_LAND
Ankick für den Dienst am Menschen

Gruppenfoto mit Ministrant:innen und Ehrengästen nach der Liturgie.  | Foto: Franz Josef Rupprecht
3Bilder
  • Gruppenfoto mit Ministrant:innen und Ehrengästen nach der Liturgie.
  • Foto: Franz Josef Rupprecht
  • hochgeladen von martinus Redaktion

Thomas Jakowitsch im Eisenstädter Martinsdom zum Diakon geweiht – bewegende Liturgie, starke Zeichen und eine Predigt, die den Dienst des Diakons mit Bildern aus dem Fußball deutete.

Mit einem feierlichen Pontifikalamt im Martinsdom Eisenstadt wurde Thomas Jakowitsch am 29. Juni von Bischof Ägidius Zsifkovics zum Diakon geweiht. Für die Diözese Eisenstadt war dies ein sichtbares Hoffnungszeichen nach einer längeren Zeit ohne Diakonen- und Priesterweihen.

Zu den Ehrengästen zählten Bischof Mar Thomas Padiyath, Weihbischof von Shamshabad (Indien) und zuständig für die Eta-wah-Rajasthan-Mission der Erzdiözese Changanasserry in Nordindien, Generalvikar Michael Wüger, Propst Anton Höslinger Can.Reg. vom Stift Klosterneuburg, Mitglieder des Domkapitels und die Vorsteher des Priesterseminars. Auch Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner, die Eltern des Weihekandidaten Barbara und Gerhard Jakowitsch, sein Bruder Stefan sowie zahlreiche weitere Wegbegleiter feierten mit. Unter den Gästen befand sich auch Nationalratsabgeordneter Christoph Zarits.

Schon vor Beginn des Gottesdienstes segnete Bischof Zsifkovics die neu umgebaute und eingerichtete Domsakristei sowie den neu gestalteten Vorplatz der Sakristei.

In seiner Predigt richtete der Bischof einen herzlichen Gruß an den Großvater von Thomas Jakowitsch, der über Livestream mit dem Gottesdienst verbunden war. Ebenso erwähnte er die Heimatpfarren Eisenstadt-Dompfarre und Oberberg sowie die Praktikumspfarren Zagreb-Dubrava, Deutschkreutz und Neckenmarkt. Besonders begrüßte er die Neckenmarkter Fahnenschwinger, die in prominenter Aufstellung an der Liturgie teilnahmen.

Die Feier folgte den Riten der Diakonenweihe: Nach der Vorstellung des Kandidaten und seiner Befragung durch den Bischof legte Thomas Jakowitsch das Versprechen der Ehelosigkeit und des Gehorsams ab. Besonders eindrucksvoll war die Niederwerfung auf den Boden während der Allerheiligenlitanei – ein starkes Zeichen der Hingabe und Verfügbarkeit für Gott und die Kirche. Danach folgten Handauflegung und Weihegebet, die Bekleidung mit der Dalmatik, die Übergabe des Evangelienbuches und schließlich der Friedensgruß, zunächst durch den Bischof und danach durch die anwesenden Diakone.

Ildiko Weinhäusel-Farkas, Melanie Balaskovics, Barbara und Gerhard Jakowitsch – die Eltern des Weihekandidaten. | Foto: Franz Josef Rupprecht
  • Ildiko Weinhäusel-Farkas, Melanie Balaskovics, Barbara und Gerhard Jakowitsch – die Eltern des Weihekandidaten.
  • Foto: Franz Josef Rupprecht
  • hochgeladen von martinus Redaktion

CARITAS UND DIAKONALER DIENST
Ein sinnenfälliges Zeichen setzte dabei Caritasdirektorin Melanie Balaskovics, die den eben durch Gebet und Handauflegung geweihten Diakon mit der Dalmatik bekleidete, dem liturgischen Gewand des Diakons. Gerade dieses Zeichen verwies auf einen Kernauftrag des diakonalen Dienstes: die Werke der Nächstenliebe, denen sich die Caritas in besonderer Weise widmet. Balaskovics trug auch die Lesung in burgenlandkroatischer Sprache vor. Die Lesung in ungarischer Sprache wurde von Ildiko Weinhäusel-Farkas, Leiterin des Diözesanmuseums, übernommen.

Bischof Zsifkovics sagte in seiner Predigt: „Der Tag der Diakonenweihe ist für unsere Diözese und für mich als Bischof ein Tag der Freude und des Dankes nach einer langen, schmerzlichen Durststrecke.“ Weihen seien, so der Bischof, „Gradmesser für die Lebendigkeit einer Ortskirche“. Zugleich verschwieg er nicht, dass manche Hoffnungen, die man in den vergangenen Jahren in junge Männer gesetzt habe, unerfüllt geblieben seien.

KEINE BLOSSE VORSTUFE
Besonders eindringlich betonte er, dass die Weihe zum Diakon weit mehr sei als eine bloße Vorstufe zur Priesterweihe: „Sie ist das Fundament, auf dem alle anderen Weihen aufbauen.“ Ohne diakonalen Dienst werde Liturgie „abgehoben und fremd“, Verkündigung „leer und kraftlos“. Der Dienst des Diakons sei „keine Lehrformel, kein Katechismus, keine Wichtigtuerei, sondern ein Auftrag Christi“.

SPIELER IM TEAM VON JESUS
Mit Blick auf die laufende Fußball-WM entwickelte der Bischof ein Bild, das sich wie ein roter Faden durch seine Predigt zog. Er erinnerte Thomas Jakowitsch daran, dass er als „passionierter Passivsportler“ nun nicht länger Zuschauer bleibe: „Du betrittst nicht das Spielfeld als Zuschauer, sondern wirst zum aktiven Spieler in Jesu Team.“ Der neue Diakon werde Spielmacher, Stürmer, Verteidiger und Flankengeber für die Menschen.

Drei wesentliche Eigenschaften eines guten Fußballers stellte der Bischof heraus. Erstens müsse ein Spieler den Ball annehmen und weiterspielen. „Gott hat Dir den Ball zugespielt“, sagte er. Diesen gelte es nicht festzuhalten, sondern durch Predigt und Lebenszeugnis weiterzugeben. Als Stationen dieses Weges nannte er das Sozialpraktikum in der Wärmestube für Menschen in Wohnungsnot, den Aufenthalt im Heiligen Land, das Externjahr in Zagreb, die Mitarbeit bei TV-Gottesdiensten, Zeremoniärsdienste, das Pastoralpraktikum in Deutschkreutz und Neckenmarkt sowie das Studium an der Universität Wien und das Interesse an der Ökumene.

Zweitens brauche es Teamgeist. „Vergiss nie: Du bist Teil eines großen Teams“, gab der Bischof dem Neugeweihten mit. Kirche lebe vom Zusammenspiel, von Aufmerksamkeit füreinander, Rücksichtnahme und gemeinsamer Zielsetzung. Christus selbst sei dabei der Kapitän.

Drittens komme es auf die richtige Positionierung an. „Als Diakon sollst auch Du rausgehen aus der Komfortzone, an die Ränder der Gesellschaft.“ Dort, bei Suchenden, Einsamen, Kranken und Erschöpften liege das eigentliche Spielfeld der Nächstenliebe.

Musikalisch wurde die Feier vom Chor „Vokalsolisten“ gestaltet. Mario Weber wirkte als Organist und Kantor, Christian Jelicić am Klavier und Eric Ziegelbauer an der Trompete.

NEUER MARTINUS-WEIN GESEGNET
Am Ende der Liturgie segnete Bischof Zsifkovics den jüngst fertiggestellten Rotwein aus dem Weingut der Diözese. Er trägt den Namen „Hilarius“, benannt nach dem heiligen Hilarius von Poitiers, dem ersten Bischof dieser Stadt, der dem heiligen Martin von Tours die Taufe gespendet hat.

Bei der anschließenden Agape spielte Sebastian Tallian auf der Ziehharmonika. Ausgeschenkt wurden der neue Martinus-Wein sowie Kreszenzen aus Neckenmarkt und Deutschkreutz; dazu wurden Salzund Süßgebäcke gereicht. Viele Helferinnen und Helfer – zahlreiche von ihnen aus den Reihen der Bediensteten des Bischofshofes – sorgten vor, während und nach der Feier für einen reibungslosen Ablauf. Manche Dienste blieben unsichtbar, machten das Fest aber erst möglich. Besonders willkommen waren an diesem drückend heißen Tag jene Helfer, die im Dom Wasserflaschen an die Gläubigen verteilten und damit während der langen Weiheliturgie für Erfrischung und Stärkung sorgten.

FJR

Gruppenfoto mit Ministrant:innen und Ehrengästen nach der Liturgie.  | Foto: Franz Josef Rupprecht
Ildiko Weinhäusel-Farkas, Melanie Balaskovics, Barbara und Gerhard Jakowitsch – die Eltern des Weihekandidaten. | Foto: Franz Josef Rupprecht
Foto: Franz Josef Rupprecht
Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ