Ein Dach für Kroatien
Viele Bausteine aus dem Burgenland

Die Erdbeeben in Kroatien haben verheerende Verwüstung angerichtet. Hilfe soll nun aus dem Burgenland kommen.
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  • Foto: Ministerium für Raumplanung (HR)
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Nachhaltige Nothilfe für Erdbebenopfer in Kroatien aus dem Burgenland: Bischof Ägidius J. Zsifkovics bittet um Unterstützung beim Wiederaufbau.

Melanie Balaskovics

Die Diözese Eisenstadt startet mit der Aktion „Ein Dach für Kroatien“ eine humanitäre Initiative für Familien, die bei den jüngsten Erdbeben in Kroatien ihr Zuhause verloren haben. Im Rahmen der Hilfsaktion, die in Kooperation mit der kroatischen Regierung, der Stadt Zagreb und der Caritas der Diözese Eisenstadt stattfindet, sollen Holzhäuser in den betroffenen Gebieten aufgestellt werden und den obdachlosen Menschen als dauerhafte Unterkünfte dienen.

Eine Region ohne Zuhause. Das schwere Erdbeben nach Weihnachten in Kroatien und mehr als 300 Nachbeben in der Gespanschaft Sisak-Moslavina (und auch in der Hauptstadt Zagreb) haben Familienhäuser, Schulen, Spitäler und Kirchen zerstört. Auch noch Wochen nach dem verheerenden Unglück sind Seismologen, Geologen und Statiker damit beschäftigt, das Ausmaß der Katastrophe in Zahlen zu fassen. Derzeit weiß man von knapp 50.000 Objekten, die in der Banovina (die Region rund um die Städte Petrinja und Sisak) betroffen sind. Die kroatische Regierung registriert die Gebäude und markiert jene mit roten oder gelben Plaketten, die nicht wiederaufgebaut werden können, beziehungsweise nur mehr schwer zu sanieren sind. Mehr als 10.000 Häuser tragen mittlerweile diese Plaketten, sind unwiederbringlich zerstört oder kaum aufzubauen. Mehr als 7.500 Familien, alte Menschen und Kranke sind demzufolge ohne Obdach. Sie leben in Notschlafstellen oder in Wohncontainern, die im Zuge erster Nothilfemaßnahmen auch über die Caritas Österreich nach Kroatien gebracht worden sind – oder in Hotelzimmern, die die Regierung im ganzen Land zur Verfügung gestellt hat.
Hilfe über Akutmaßnahmen hinaus. Die ersten Schritte haben Leben gerettet: Hilfslieferungen von Lebensmitteln, Kleidung und Wohnbehelfen. Hilfe, die auch zu einem großen Teil aus dem Burgenland gekommen ist: von zahlreichen Pfarren, Ortsfeuerwehren oder Privatinitiativen. Doch immer noch herrschen verheerende Zustände in den Städten Petrinja und Sisak, aber vor allem in den vielen Dörfern und kleinen Ortschaften der gesamten Umgebung. Die Situation in dem Gebiet ist nach wie vor ernst, starke Nachbeben machten den Menschen zusätzlich zu schaffen. Genau hier setzt die Aktion „Ein Dach für Kroatien“ an. Es geht darum, den Erdbebenopfern ein dauerhaftes Heim, ein Dach über dem Kopf zu geben.
Hilfe über Nothilfe hinaus.

Viele Bausteine ergeben ein Haus. Auf Initiative von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics sollen in den kommenden Wochen und Monaten Einfamilienhäuser in der Banovina, der in Kroatien am stärksten betroffenen Region, errichtet werden. Projektpartner sind dabei die kroatische Regierung, Bau- und Handwerksfirmen in Kroatien wie im Burgenland. Errichtet werden 85 Quadratmeter große Häuser in Holzbauweise für sechs- bis achtköpfige Familien, die auf Bauflächen stehen, die vom Staat zur Verfügung gestellt werden und die legalisiert sind. Zudem kooperiert die Diözese Eisenstadt auch mit der Stadt Zagreb. Hier sollen ebenfalls Häuser für Familien entstehen, die ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben.
Im Burgenland produziert. Fertigteile in Holzmassivbauweise werden im Burgenland hergestellt. Der Aufbau, Innenausbau und die Einrichtung mit Küche und Badezimmer erfolgen über kroatische Firmen. Damit findet ein Technologietransfer aus Österreich nach Kroatien statt. Der Hauptteil der Wertschöpfung wird zudem in der betroffenen Region selbst lukriert. Damit wird Arbeit geschaffen und die am Boden liegende Wirtschaft belebt. Alles Maßnahmen, die ein Ziel haben: Familien wieder ein Zuhause zu geben, in dem sie beschützt in eine bessere Zukunft blicken können. Die Region Banovina gilt als armes und strukturschwaches Gebiet und war schon in der Vergangenheit von Abwanderung betroffen. Dieser Abwanderung soll auch das Projekt „Ein Dach für Kroatien“ entgegenwirken.

„Was der Einzelne nicht vermag, das vermögen viele.“ Gemäß diesem Motto soll es möglich werden, ein kleines Stück Burgenland in Kroatien entstehen zu lassen. Häuser in der oben beschriebenen Größenordnung und Einrichtung kann eine Einzelperson nicht finanzieren, viele kleine Spenden zusammen aber sehr wohl. Bischof Ägidius J. Zsifkovics lädt daher neben den Pfarren auch Gemeinden, Vereine, Firmen und Banken ein, sich an der Initiative zu beteiligen und einen Beitrag zu leisten. Jede Spende ist als Baustein zu betrachten und vermag in der Gesamtheit aller Spenden sehr viel.

Mehrere Partner ins Boot holen. Ägidius J. Zsifkovics will die Projektdetails zudem der Österreichischen Bischofskonferenz präsentieren. In Vorgesprächen wurde bereits Interesse bekundet, das burgenländische Hilfsprojekt zu unterstützen. Bischof Ägidius zeigt sich zuversichtlich, dass sich auch die anderen österreichischen Diözesen an der Errichtung der Holzhäuser beteiligen werden. Der Landeshauptleutekonferenz soll das Spendenprojekt ebenso präsentiert werden. Dieses sei eine „dringend notwendige und zugleich ökologisch nachhaltige Hilfe für die Menschen in den Erdbebengebieten Kroatiens“, so Bischof Ägidius J. Zsifkovics. 

Mehr Darüber: Burgenländer helfen.

Mithilfe der Caritas Burgenland konnte ein Konto zugunsten der Aktion „Ein Dach für Kroatien“ eingerichtet werden. Spenden werden unter dem Verwendungszweck „Holzhäuser für Kroatien“ gesammelt.
Spendenkonto: IBAN: AT34 3300 0000 0100 0652, Verwendungszweck: „Holzhäuser für Kroatien“.
Zudem werden in den burgenländischen Pfarren Spenden entgegengenommen.

Autor:

Redaktion martinus aus Burgenland | martinus

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