Welche Begegnungen begleiten mich auf meiner persönlichen Glaubensreise?
In dankbarer Erinnerung

Älterwerden kann auch heißen, dankbar in den Blick zu nehmen was Gott mir Gutes getan hat.
  • Älterwerden kann auch heißen, dankbar in den Blick zu nehmen was Gott mir Gutes getan hat.
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Teil 4 der Serie "Gläubig alt werden" mit Klaus Egger

Die dritte Ebene auf dem Weg des Älterwerdens (Was kann ich erst jetzt?) eröffnet nochmals ganz neue Perspektiven. So manches an bisher ungelebtem Leben kann erst jetzt richtig aufleben: den Frühling mit seinem tausendfach verschiedenen Grün ganz neu wahrnehmen und genießen; die Jahreszeiten beobachten und sich an der Natur erfreuen; Wandern und Reisen, um zu erleben, was ich mir immer schon gewünscht habe; alte Freundschaften wieder aufleben lassen; Zeit haben für Enkel und Verwandte; die Stille entdecken und manchmal auch einfach nur da sein.

Dankbarkeit.

Und wenn ich mich an Vieles erinnere und davon erzähle, dann überkommt mich Dankbarkeit. Die Erinnerung an das Gespräch mit dem alten Mitbruder macht mich dankbar, weil es mich für mein eigenes Älterwerden auf eine gute Spur gebracht hat. Der Blick auf meine persönliche Glaubensreise macht mich dankbar, weil ich spüre, dass mir dieser Glaube als ein Gehen in den Spuren Jesu einfach geschenkt wurde und dass ich daran auch andere Anteil nehmen lassen konnte. Wenn ich an die vielen Begegnungen in meinem Leben denke, dann bin ich dankbar für dieses große Beziehungsnetz, das mich in all den Jahren getragen hat. Und auch im Blick auf meine Zukunft bin ich dankbar, weil ich in der Hoffnung leben darf, dass Gott auch dann treu sein wird, wenn ich mich von dieser Welt verabschieden und das Tor des Todes durchschreiten werde.

Der Grund meiner Hoffnung.

Im ersten Brief des Apostels Petrus, der an die Christen in der Diaspora – das sind auch wir – gerichtet ist, können wir lesen: Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt; antwortet aber bescheiden und ehrfürchtig (1 Petr 3, 15.16). An dieses Apostelwort möchte ich mich nun halten, wenn ich versuche, zu dieser Hoffnung in meinem Älterwerden noch eine Anmerkung zu machen.

Aufrichten und aufgerichtet werden.

„Aufrichten“ ist ein Schlüsselwort im Neuen Testament. Es reicht in seiner Bedeutung von der Heilung kranker Menschen (vgl. Mk 1, 31; Mk 9, 26.27) über Aufwecken (Mk 4, 38) bis hin zu Auferstehen und Auferweckt werden (Mk 16, 1): Ihr (die Frauen am Grab) sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden (griech. Originaltext: er wurde aufgerichtet); er ist nicht hier. Wo immer dem kranken, unterdrückten, armen, vereinsamten, vom Alter geschwächten und bedrohten Leben aufgeholfen wird, da schimmert die Macht der Auferstehung durch. Haben wir nicht selbst schon erfahren, wie uns ganz unerwartet ein gutes Wort, ein Verstandenwerden, ein echter Trost, eine Hilfe in der Not aufgerichtet haben? Ernesto Cardenal, der lateinamerikanische Priester-Dichter, hat diese Erfahrung mit den verheißungsvollen Worten umschrieben:

„Wir sind zwar noch nicht im Festsaal der Liebe angelangt, aber wir sind eingeladen. Manchmal sehen wir schon die Lichter und manchmal hören wir schon die Musik.“

Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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