Corita Kent: Ausstellung im Innsbrucker Taxispalais
Plakativer Protest

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Erstmals sind in Österreich Werke der amerikanischen Ordensfrau Corita Kent zu sehen. Die Botschaft ihrer plakativen Kunst ist angesichts der Anti-Rassismus-Proteste in den USA brandaktuell.

Es war eine bewegte Zeit in, in die das künstlerische Schaffen von Sr. Corita Kent fällt. Das Zweite Vatikanische Konzil öffnet die Kirche für die Moderne, in Kunst und Musik wird der Protest gegen die Unterdrückung der Schwarzen und gegen den Vietnamkrieg laut. Mittendrin die Ordensfrau Corita Kent, die im Los Angeles der 1960er-Jahre sich mit sprichwörtlich „plakativer“ Kunst einen Namen macht.Mit 18 Jahren trat Kent 1938 in den Orden Schwestern vom unbefleckten Herzen Mariens in Los Angeles ein. An der ordenseigenen Schule unterrichtet sie Kunst, zugleich entstehen ihre ersten Kunstwerke. In den 50er-Jahren beschäftigt sie sich mit religiösen Darstellungen, ab den 60er-Jahren werden die Botschaften sozialkritisch und politisch, mit deutlich erkennbarer Verwurzelung im christlichen Einsatz für Friede und Gerechtigkeit.

Was Sr. Corita macht, wird als „Pop Art“ bezeichnet und ist damals gleichermaßen modern wie umstritten. Pop Art bedient sich in der Welt des Konsums und der Massenindustrie, verarbeitet Werbeplakate und Zeitungsartikel, verkehrt deren Botschaft dabei oft ins Gegenteil.Viele Werke von Sr. Corita thematisieren die Bürgerrechtsbewegung und den Vietnam-Protest, sie verwendet Zitate von Martin Luther King und anderen Bürgerrechtskämpfern. Rückendeckung für ihre unkonventionelle Arbeit erhält sie von ihrer Ordensgemeinschaft und den Beschlüssen des II. Vatikanischen Konzils.

Für das Ende ihrer Karriere als Ordensfrau sorgt jedoch der Kardinal von Los Angeles, dem das weltoffene Wirken von Corita ein Dorn im Auge ist. Nach einem Jahr des Nachdenkens verlässt Kent schließlich die Ordensgemeinschaft – zusammen mit vielen anderen, die sich mit ihr solidarisieren.Künftig arbeitet Corita Kent als selbstständige Künstlerin. 1986 stirbt sie im Alter von 67 Jahren an Krebs, gegen den sie 12 Jahre lang gekämpft hat. 

Corita Kent: Joyful Revolutionary
Taxispalais Innsbruck, Maria-Theresien-Str. 45. Di-So, 11-18 Uhr (Do bis 20 Uhr). Bis 11. Oktober.www.taxispalais.art

Autor:

Walter Hölbling aus Tirol | TIROLER Sonntag

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