Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Freu Dich am Genuss!

Das waren noch Zeiten. Als Gläubige, Nonnen und Priester einen Glaubenskampf führten. Nicht wegen Reform der Kirche und auch nicht um die Priesterweihe für Frauen. Die Fastengebote standen zur Debatte. Der Genuss von Fleisch war klar geregelt. Aber nicht der von der Schokolade. Als die ersten Europäer nach Mexiko kamen, probierten sie das Gesöff, das von Einheimischen getrunken wurde. Scheußlich bitter und fett schmeckte der Kakaobrei. Die mitgereisten Nonnen waren experimentierfreudig. Sie schöpften das Fett ab, veredelten den Geschmack mit Vanille und Zucker und erfanden jenes Genussmittel, das nun den Streit um das wahrhaft Katholische bescherte. Können fromme Menschen in der Fastenzeit Schokolade essen? Eine Delegation machte sich auf die Reise nach Rom, um die Entscheidung aus dem Vatikan zu erbitten. Hilflos schaute der Papst drein, verstand kaum, worum es da geht. Wusste er doch nicht, was Schokolade sei. Sofort reichte der Gesandte eine Tasse mit dem mitgebrachten Brei. Papst Pius V. schmeckte, verzog sein Gesicht zur Grimasse. Und sprach das historische Urteil: Schokolade bricht das Fasten nicht. Ein derart scheußliches Zeug sei eine gute Buße für die Fastenzeit!
Eine wahre Geschichte aus dem Jahr 1569, serviert zum Laetare-Sonntag. Freu Dich – auch am Genuss!

Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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