Sendungsfeier in der Diözese Innsbruck
Gesendet in den kirchlichen Dienst

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Am Sonntag, 18. Oktober, wird Bischof Hermann Glettler im Innsbrucker Dom 24 Frauen und sieben Männer in ihren Dienst in der Kirche beauftragen. Sie sind als ReligionslehrerInnen, PastoralassistentInnen, als Jugendleiter und als FachreferentInnen im diözesanen Diensten tätig. Stellvertretend für die unterschiedlichen Berufsgruppen schreiben hier zwei Frauen und zwei Männer darüber, wie die Tätigkeit ihr Leben bereichert und wo sie selbst Kraft im Leben finden.

Trauer aushalten und mittragen

Claudia Müllner, MA Klinikseelsorgerin (Klinik Innsbruck)

Was macht Ihnen besonders Freude an ihrer Tätigkeit?

Die Freude, die ich im Beruf erfahre, ist die Vielfalt. Kein Tag gleicht dem anderen, kein Ritual dem anderen. Ich lerne viele Menschen kennen, mit ihren Stärken und ihrer Lebensvielfalt, ihren Strategien im Moment der Einsamkeit, der Schwäche. Wir Klinikseelsorger/innen sind nicht nur für die Patient/innen da, sondern für alle, die sich gerade in der Klinik aufhalten. Besondere Momente, wie der Versehgang oder das Feiern von Ritualen geben auch mir Kraft, um nach vorne zu sehen.

Was muss geschehen, dass Sie am Abend zufrieden nach Hause gehen?

Ich gehe am Abend zufrieden nach Hause, wenn ich entweder jemandem ein Lächeln auf die Lippen gezaubert habe, jemand mir seine Geschichte erzählen und dadurch einmal etwas loswerden kann, was bisher noch nie über die Lippen kam und somit ein Paket leichter wird; oder ich Personen in einer sehr schwierigen Situation ein Stück weit begleiten konnte, indem ich einfach nur da bin, die Trauer und die Warum-Fragen mit aushalte und mittrage.

Kennen Sie einen Satz aus der Bibel, der zu Ihrem Beruf passt?
Mein persönlicher Favorit ist die Stelle in Genesis 32, 25-31. Hier kämpft Jakob mit Gott bis zur Morgendämmerung und möchte gerne von ihm einen Segen zugesprochen bekommen. In Krankheit und Aussichtslosigkeit fängt man oft mit Gott zu hadern an. Ich finde jede/r sollte Mut haben mit Gott zu „streiten“ und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Dadurch kann der Glaube sich tiefer verwurzeln.

Wo finden Sie Kraft und Motivation, wenn‘s nicht so gut läuft?
Meine Krafttankstelle finde ich, wenn ich in der Natur unterwegs bin oder bei Freunden. Die Erinnerung eines gelungenen Gesprächs oder das Gelingen des Mittragens einer schwierigen Situation.

Im Glauben wachsen

Bernhard Wieser, Dekanatsjugendleiter Silz

Was macht Ihnen besonders Freude an Ihrer Tätigkeit?
Für mich ist es etwas Besonderes, wenn ich die Freude in den Augen der Kinder und Jugendlichen sehen kann, die sich bei den angebotenen Aktivitäten, aber auch beim Ministrieren zeigt. Ebenso freue ich mich darüber, dass ich mit den Jugendlichen gemeinsam im Glauben wachsen und sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten darf.

Was muss geschehen, dass Sie am Abend zufrieden nach Hause gehen?
Am Abend gehe ich zufrieden nach Hause, wenn ich merke, dass meine Arbeit angenommen wird. Auch, wenn sich die Jugendarbeit in Zeiten von Corona stark verändert hat, macht es mich glücklich, wenn sich die Jugendlichen in der Gemeinschaft geborgen fühlen und neue Wege finden, diese Gemeinschaft zu leben.

Kennen Sie einen Satz aus der Bibel, der zu Ihrem Beruf passt?
Hier möchte ich folgendes Zitat aus Jesus Sirach 25,3 nennen: „Hast du in deiner Jugend nicht gesammelt, worauf willst du dann im Alter zurückgreifen?“

Wo finden Sie Kraft und Motivation, wenn es nicht so gut läuft?
Kraft und Motivation kann ich aus den positiven Erinnerungen und Erfahrungen schöpfen. Halt geben mir mein Glaube und das Wissen darüber, dass ich mich immer geborgen fühlen darf.

Bereichernde Begegnungen

Mag.a theol. Elena Mizrachi, Pastoralassistentin im Seelsorgeraum Westliches Mittelgebirge und Religionslehrerin an der VS Axams.

Was macht Ihnen besonders Freude an ihrer Tätigkeit?
Besonders spannend finde ich die Vielzahl von Menschen, die mir täglich begegnen. Mein Beruf wird nie langweilig, weil jeden Tag etwas anderes auf dem Programm steht – von jung bis alt habe ich mit unterschiedlichsten Personen zu tun. Das bringt viele spannende Diskussionen und lädt ein, persönliche Einstellungen zu reflektieren. Die Vielzahl von verschiedenen Charakteren kann eine Herausforderung sein, ist aber auch eine
Bereicherung.

Was muss geschehen, dass Sie am Abend zufrieden nach Hause gehen?
Zufrieden bin ich, wenn ich mit Menschen Kontakt hatte und nicht nur organisatorische Büroarbeit hinter mich gebracht habe. Persönliche Gespräche finde ich hierbei am schönsten – ich finde es sehr belebend, wenn Menschen zu mir in mein Büro kommen und wir bei einer Tasse Kaffee verschiedene Dinge besprechen können und sie mir aus ihrem Alltag berichten.

Wo finden Sie Kraft und Motivation, wenn es nicht so gut läuft?
Wenn es einmal nicht so rund läuft, finde ich viel Kraft in meiner Familie und in Gesprächen mit meinem Mann. Er arbeitet nicht im kirchlichen Bereich und hat oft einen ganz anderen Blick auf verschiedene Situationen. Eine Bibelstelle, die ich mir trotz all der Freude in meinem Beruf zu Herzen nehme, ist Mk 6,30-32, denn als Pastoralassistentin ist es leicht, die Zeit zu vergessen und völlig in der Arbeit zu versinken – allerdings sind auch Pausen wichtig für das eigene Wohl.

Das Wesentliche im Blick

Mag. theol. Sebastian Pressl, AHS-Lehrer für Religion und Geschichte

Was macht Ihnen besonders Freude an Ihrer Tätigkeit?
Für mich ist es ein besonderes Geschenk, mit Schüler/innen gemeinsam spannende Themen erarbeiten zu dürfen. Und große Freude empfinde ich, dass die Jugendlichen meine Einladung annehmen, ihr Leben aus einer umfassenden Perspektive heraus zu betrachten und den Blick auf das Wesentliche schärfen.

Was muss geschehen, dass Sie am Abend zufrieden nach Hause gehen?
Glücklich und zufrieden bin ich, wenn sich die Schüler/innen auf meinen Unterricht mit „Leib und Seele“ einlassen und ihre Ideen einbringen, wenn wir als Klasse einen achtsamen und wertschätzenden Umgang miteinander leben und eine fröhliche Atmosphäre geschaffen haben.

Kennen Sie einen Satz aus der Bibel, der zu Ihrem Beruf passt?
1 Kor 13,13 gibt meinem Leben eine besondere Orientierung: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei“. Der Glaube als Grundvertrauen in das Gute des Lebens. Die Hoffnung, dass alles gut wird. Und es ist die Liebe zu den Mitmenschen, dass ich meinen Beruf als Berufung verstehen darf.

Wo finden Sie Kraft und Motivation, wenn es nicht so gut läuft?
Besondere Kraft und Motivation geben mir das Wissen, dass ich meinen Platz gefunden habe und das gute Feedback meiner Schüler/innen. Nach einem stressigen Tag genieße ich meine Freizeit beim Snowboarden, Crossen und Gitarre spielen.

Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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