Martina Possath über ihren Glauben:
Mehr Vertrauen, weniger Sorgen

Martina Possath  hat über die Exerzitien im Alltag eine neue Beziehung zu Gott gefunden.
  • Martina Possath hat über die Exerzitien im Alltag eine neue Beziehung zu Gott gefunden.
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Umgang mit täglichen Sorgen: Nachdem Martina Possath Anschluss in der Pfarre Allerheiligen gefunden hat, hat sich ihr Leben verändert. Die Exerzitien im Alltag haben die Türen dafür geöffnet.

Tief drinnen hat sie gewusst, dass es einen Gott gibt und dass er etwas mit dem eigenen Leben zu tun hat. Schließlich ist sie in ihrer Heimat in Oberösterreich seit ihrer Kindheit in die Messe gegangen. „Das hat einfach dazugehört, da wurde man nicht gefragt“, erinnert sich Martina Possath. Nach ihrer Übersiedlung nach Innsbruck ist der Bezug zur Kirche dann verloren gegangen. „Viele Jahre lang habe ich den Glauben einfach nicht mehr gelebt“, erzählt sie.

Erste Schritte.

Eine schwierige Zeit im Leben hat ihr dann geholfen, einen neuen Weg einzuschlagen. „Du musst in die Kirche gehen“, hat der Rat ihrer Mutter gelautet. Und nach vielen Monaten hat sich Martina Possath ein Herz genommen und hat eine Messe in ihrer Pfarre besucht. „Da war ich sehr bald fasziniert, weil der Pfarrer so gut gepredigt hat. Ich habe gemerkt, dass das etwas mit meinem Leben zu tun hat“, erinnert sie sich. Ein erster Schritt, vor mehr als zehn Jahren. Es sollte noch ein Jahr vergehen, bis Martina an den „Exerzitien im Alltag“ teilnimmt. „Zuerst habe ich mich nicht getraut, weil ich ja niemanden gekannt habe“. Und zu Beginn war es für sie gar nicht so einfach, den vorgegebenen Tagesablauf und die Übungen einzuhalten. „Auch an den offenen Austausch in den Gruppen musste ich mich erst gewöhnen“, gibt sie zu.
Aber dann hat sie die Erfahrung gemacht, dass ihr Gespräche und Impulse im Lauf des Jahres immer wieder einfallen und dass sie ihr weiterhelfen. „Da habe ich mir gedacht, das mache ich wieder“. Und seither freut sich Martina Possath jedes Jahr auf die Exerzitien in der Fastenzeit, an denen sie heuer bereits zum elften Mal teilnehmen wird.„Ich zehre das ganze Jahr von diesem Einüben der Beziehungspflege zu Gott“, fasst Martina ihre Erfahrung mit den geistlichen Übungen zusammen. Dazu gehört für sie eine tägliche Zeit der Stille und des Gebets, die sie immer wieder neu einübt.
Das Wichtigste ist für sie das Gespräch und der Austausch in der Gruppe. Da spüre ich, Gott ist mitten unter uns, Gott spricht durch andere Menschen zu mir.“ Im Lauf der Jahre habe sich so die Gewissheit entwickelt, Gottes geliebtes Kind zu sein, erzählt sie. Das schenkt ihr eine große Freiheit: „Zu wissen, dass man nicht ständig etwas leisten muss, um anerkannt zu werden.“

Der Weg geht weiter.

Die Exerzitien im Alltag haben Martina Possath die Tür zur Kirche und zum Glauben geöffnet. Heute hat sie darin eine Heimat gefunden, mit neuen Freunden und neuen Interessen. Im Vorjahr hat sie die Ausbildung zur ehrenamtlichen Altenheimseelsorgerin absolviert und besucht seither regelmäßig das Wohnheim Lohbach. „Die Menschen im Wohnheim sind mir ein großes Anliegen geworden“, sagt sie. Denn Gebet und soziales Engagement gehören für Martina Possath zusammen, beides hat im Alltag seinen Platz. „Es gehört zum christlichen Leben dazu, auf seine eigenen Bedürfnisse ebenso zu schauen wie auf die anderen“, sagt sie.

Autor:

Walter Hölbling aus Tirol | TIROLER Sonntag

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