Starke Stimme in der Steiermark
Ich bin’s, dein ­„Sonntagsblatt“

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Seit September 1945 gibt es in der Steiermark das „SONNTAGSBLATT“. Durch alle Höhen und Tiefen
trägt es wöchentlich Nachrichten und Nahrhaftes in die entlegensten Ecken der Diözese Graz-Seckau und wird dorthin auch von Austragenden gebracht.

September 2020. Beginn des Schuljahres und des Arbeitsjahres, auch in unseren Pfarrgemeinden und Seelsorgeräumen. Heuer ist das alles nicht nur Routine. „Corona“ hat in den vergangenen Monaten vieles verändert, einen Lockdown hervor­gerufen. ­Verschiedenes wurde eine Zeit lang ins Homeoffice verlagert. In vielen Pfarren werden jetzt Firmungen und Erstkommunionen nachgeholt. Alles mit Vorsicht und Abstand. Die weiteren Entwicklungen sind nicht absehbar: Normalisierung oder neue Welle?

September 1945. Ein viel schlimmeres ­Szenario. NS-Herrschaft und Krieg waren zu Ende. Begonnen hatte eine letztlich zehn Jahre währende Besatzungszeit. Vieles lag in Trümmern, darunter auch Kirchen. Nicht nur der Wiener Stephansdom, auch zum Beispiel die Stadtpfarrkirche Knittelfeld war zerbombt. Hunger und Angst vor dem kommenden Winter prägten den Alltag. Und doch konnte vieles neu beginnen in dieser Zeit. Auch im kirchlichen Leben. Am ­­16. September dieses Jahres 1945 erschien die erste Ausgabe vom „Sonntagsblatt für Steiermark“.

Das allererste Sonntagsblatt. Im September 1945 hatte die über Jahre in die ­Sakristei und in das Gewissen zurückgedrängte ­Kirche wieder eine Stimme. Eine Stimme in den Medien. „Sonntagsblatt für Steiermark“ hatte Schriftleiter Prof. Anton Fastl, ein sehr geschätzter Religionsprofessor und Seelsorger, das neue Medium genannt. Es wird „den Katholiken Steiermarks Nachrichten über das kirchliche Leben im Lande und in der Welt bringen“, gab Fürst­bischof ­Ferdinand ­Pawlikowski der neuen ­steirischen ­Kirchenzeitung mit auf den Weg. Und ein Zweites: „Nun soll in einfacher und klarer Weise über die religiösen Fragen zu den Katholiken gesprochen ­werden.“

Seither hat das „Sonntagsblatt für ­Steier­mark“ für Generationen diesen Auftrag erfüllt und nach den Bedürfnissen der ­jeweiligen Zeit erweitert. Als ich 1984 ­Anton Fastl als Chefredakteur ­nachfolgte, hat mir Bischof Johann Weber einen ­Vergleich mitgegeben: Gestaltet das ­Sonntagsblatt nicht wie allzu Süßes, sondern wie Schwarzbrot, mit einer gesunden Botschaft, die dem Glauben und dem Leben der Menschen dient. Genug über „unser Sonntagsblatt“ geschrieben, jetzt soll es auch selbst zu Wort kommen dürfen:

„Ich bin’s, Dein Sonntagsblatt! Ich habe Geburtstag. Ich bin 75. Das heißt bei mir aber nicht, dass ich alt bin. Eine Zeitung ist ja immer neu, immer aktuell. Dass es mich seit 75 Jahren gibt, bedeutet: Ich werde gebraucht. Ich bin eine wertvolle Stimme in unserem Land und für unsere Kirche.

Als ich im September 1945 entstand, war das ein Zeichen von Freiheit. Ende einer ­Diktatur. Ende einer Zensur. Pressefreiheit, wenn auch noch unter Besatzung. Die Kirche hatte wieder eine Stimme. Sie gehörte wieder in die ­Öffentlichkeit.
Mein Vorgänger als steirische katholische ­Zeitung hieß ,Zweigroschenblatt‘. Ich bin stolz auf meinen neuen Namen ,Sonntagsblatt‘. Aber eines habe ich vom Vorgänger übernommen: ­einen möglichst günstigen Preis. Ich will recht vielen Menschen ein guter Begleiter sein. Die Kirche muss in unserer Informationsgesellschaft präsent sein, sie muss über alle Medien kommunizieren. Sie lebt aber auch stark von der Kommunikation in der persönlichen Begegnung.

Bei mir kommt beides zusammen. Das ­Medium, das sich heute auch der Digitalisierung stellt, und die Begegnung. Oft werde ich persönlich ins Haus gebracht. Die Aus­trägerin oder der Austräger ist für viele auch ein lieber Besuch.

Zusammen mit meinen Kirchenzeitungs­kolleginnen aus den anderen Diözesen habe ich in ­diesem Sommer an verschiedene ,Kraftorte‘ geführt, die man erwandern oder wo man hinradeln und hinfahren kann. Ich, Dein Sonntagsblatt, möchte ein Kraftort sein, der ins Haus kommt.
Ich biete Dir Information über den Glauben und über die Kirche, aus erster Hand. Ich spreche Themen aus christlicher Sicht an. Ich lasse Menschen zu Wort kommen, die Fragen aufwerfen oder Antworten versuchen. Ich stelle mich den großen Themen unserer Zeit, aber auch den alltäglichen Fragen. Ich informiere auch über unseren Glauben, über unsere kirchlichen Feste. Deine Pfarre und vielleicht Dein Dorf kommen ebenso vor wie die Weltkirche, zu der wir alle gehören. Du kannst Themen für die Familie genauso finden wie Tipps für Dein Fernseh­programm. Ich möchte eine Zeitung sein, die Kraft fürs Leben gibt.

Ich bin schon 75. Im Lauf meines Bestehens sind zu den Zeitungen, Rundfunk und Fern­sehen viele digitale und soziale Medien dazugekommen. Sie sind für mich nicht Konkurrenz, sondern anregende Partner. Ich bin längst auch digital zu haben.

Aber trotzdem will ich auch die Zeitung bleiben, die Du in die Hand nehmen und in der Du blättern kannst. Die Druckerei Styria, unser Partner von Anfang an, hat in eine hoch­moderne Druckmaschine investiert, in der auch ich ­gedruckt werde. Print hat auch Zukunft.
Zum Geburtstag freue ich mich über die vielen Köpfe, Hände und Füße, die mein Erscheinen ermöglichen: in Redaktion und Verwaltung, in Druck und Auslieferung, die Autorinnen und Autoren, die ­Aus­trägerinnen und Austräger oder einfach Dein Postbote.

Vor allem danke ich Dir, liebe Leserin, ­lieber Leser, für Dein Interesse, für Deine Treue, für Deine Rückmeldung. Immer wenn ich Dir gebracht werde, möchte ich Dir Freude bereiten, denn: ,Ich bin’s, ... Dein Sonntagsblatt!‘“

Für Dein Sonntagsblatt:
Herbert Meßner, Chefredakteur

Am 16. September 1945 erschien das erste „Sonntagsblatt für Steiermark“. 40.000 Nummern wurden bei der ersten vierseitigen Ausgabe gedruckt, in wenigen Monaten stieg die Auflage auf doppelt so viele. Der damalige Schriftleiter Anton Fastl prägte die steirische Kirchenzeitung bis zu seinem plötzlichen Tod am 26. Juni 1983. Mit 1. Jänner 1984 ernannte Bischof Johann Weber den damaligen Gleisdorfer Kaplan Herbert Meßner zum neuen Chefredakteur.

1998 erfolgte eine komplette Umgestaltung des „Sonntagsblatts“.
Im Jahre 2005 erschien das 24-seitige „Sonntagsblatt“ zu seinem 60-Jahr-Jubiläum vollständig im Farbdruck, drei Jahre später kam es zu einem weiteren Soft-Relaunch des „Sonntagsblatts“. Dieses neue Layout wird seitdem beständig weiterentwickelt und angepasst.

Seit 2007 werden alle Inhalte des ge­druckten „Sonntagsblatts“ auch im Web unter www.sonntagsblatt dargestellt. Das „Sonntagsblatt“-E-Paper wird seit 2015 angeboten und ist seit Ende 2019 auf der E-Paper-Plattform der österreichischen Kirchenzeitungen als Digital-Abo er­hältlich und auf meinekirchenzeitung.at oder in einer kostenfreien App abrufbar.

Autor:

Kooperation Kirchenzeitungen aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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