Passionsspiele St. Margarethen
Ein rot gewandeter Jesus am Kreuz im Steinbruch

SchülerInnen der Höheren Lehranstalt für Mode in Mödling stellen Kostüme her.
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  • SchülerInnen der Höheren Lehranstalt für Mode in Mödling stellen Kostüme her.
  • Foto: Mode Produkt Mödling
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„Emmaus – Geschichte eines L(i)ebenden“ – diesen Titel trägt die Neuinszenierung der Passionsspiele St. Margarethen, die diesen Sommer im bekannten burgenländischen Steinbruch stattfinden werden. Ein Gespräch mit dem Regisseur über coronabedingte Onlineproben, den neuen Text und ungewohnte Szenen.

Jesus wird in blutrotem Gewand gekleidet am Kreuz hängen. Das wird vielleicht so manchen Zuseher irritieren, trägt doch Jesus sonst ­traditionell einen Lendenschurz. Aber das Publikum mit seinen Gedanken, was Leid eigentlich bedeutet, manchmal etwas alleine zu lassen, das ist bei dieser Neuinterpreta­tion der ­altehrwürdigen Geschichte Jesu durchaus erwünscht. „Wir beleuchten das Geschehen aus der Perspektive der Emmausjünger, die das ganze Handeln für das Publikum dokumentieren“, erklärt der neue Regisseur in St. Margarethen, Militärdekan Alexander M. Wessely.

Probenmarathon. Rund 400 Laiendarsteller, davon knapp 80 mit Sprechrolle, werden die Geschichte erstmals auf der Ruffinibühne im Steinbruch mit Leben erwecken. „Es wird eine ansprechende Verbindung von Historie und persönlicher Betroffenheit“, kündigte Spielleiter und Ortspfarrer Richard Geier an, der für die Spiele einen neuen Text geschrieben hat.

Coronabedingt fanden alle Proben seit Jahresbeginn online statt. Ein wahrer ­Marathon: Über eine von der Pädagogischen Hochschule Baden zur Verfügung gestellte Video-Plattform wurde fast jeden Abend nach einem ausgeklügelten Regieplan Szene für Szene der Text mit den jeweiligen Schauspielern erarbeitet. Wessely: „Für mich war das wie ein Hörspiel.“ Trotz der räumlichen Distanz sei ein tolles Gemeinschaftsgefühl entstanden. „Alle sind mit großer Begeisterung dabei, von den Kinder bis hin zu den ältesten Darstellern im Alter von 82 Jahren.“

Regisseur Wessely, der einst selbst die Schauspielschule absolviert hat, war es bei den Textproben wichtig, den Schauspielern nicht nur die Bühnendramaturgie, sondern die religiösen Hintergründe, die theologischen Aspekte der Geschichte zu erklären: „Wenn sie das verinnerlicht haben, dann klingt das auf der Bühne ganz anders durch.“ Alle brennen nun darauf, endlich auf der bereits aufgebauten Bühne real proben zu können. Nach der für Ostermontag geplanten feierlichen Angelobung der SpielerInnen sollte das noch im April möglich sein.

Premiere im Juli. Wegen der so unberechenbar verlaufenden Corona-Pandemie wurde die Premiere des Stückes von Anfang Juni auf den 3. Juli verschoben. Die alle fünf Jahre stattfindenden Passionsspiele in St. Margarethen sind 2021 die einzigen, die es in Österreich zu sehen gibt. „Wir ­setzen alles daran, dass die 13 Vorstellungen, jeweils mit nur 1300 Zuschauerplätzen, tatsächlich stattfinden“, so Wessely. Eine Verschiebung der Spiele ins nächste Jahr ist nicht möglich, da die Bühne im Steinbruch dann anderweitig in Verwendung ist. Zudem wäre man zu nahe dran am Jahr 2026, in dem der 100. Geburtstag der Passionsspiele St. ­Margarethen groß gefeiert wird.

Regisseur Militärdekan Alexander M. Wessely (li.) mit Spielleiter Pfarrer Richard Geier.
  • Regisseur Militärdekan Alexander M. Wessely (li.) mit Spielleiter Pfarrer Richard Geier.
  • Foto: Passionsspiele
  • hochgeladen von Kooperation Kirchenzeitungen


Neue Facetten.
Bei einigen der Haupt­figuren wie dem Thomas, Judas oder dem Lazarus werde man, so verrät Alexander Wessely, neue, andere Facetten ihrer Persönlichkeit aufzeigen. Andere Zugangsweisen erfahren Szenen wie der Verrat im Garten Gethsemane, die Totenerweckung oder die atypische Darstellung eines „wortkargen“ Kreuzweges: „Da muss die Emotion durch das Spiel wirken!“ Eine reale Geißelung Jesu entfällt ebenso: Jesus verschwindet in einer Art „Manipulationsgang“ und erscheint daraus „im schwarzen Mantel, mit riesigen roten Blutapplikationen darauf sowie blut­roter Kapuze.“

Die Kostüme für Jesus und seine Jünger wurden übrigens nach einem Wettbewerb von SchülerInnen der Höheren Lehranstalt für Mode in Mödling entworfen und hergestellt. Wessely: „Die sind super geworden – so haben wir junge Menschen hereingeholt, die sich mit der ganzen Thematik auseinandergesetzt haben.“
Für Alexander Wessely steht fest: „Wir kombinieren das traditionelle Spiel mit ­neuen Wegen, damit sind die Passionsspiele im dritten Jahrtausend angekommen.“ Und er betont: „Wichtig für mich ist, in einer Zeit, wo alle jammern, was alles nicht möglich ist, zu zeigen, was alles möglich ist.“

Bei den Onlineproben – wie ein Hörspiel.

Aktuelle Infos und Kartenreservierungen unter www.passio.at

Autor:

Kooperation Kirchenzeitungen aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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