Kreuzweg
„Brauchen einen würdigen Platz“

Die abstrakten Kreuzweg-Bilder von Künstler Thomas Stadler (l.) zieren heuer in der Fastenzeit dank Pfarrgemeinderats-Mitglied Ursula Kelz und Pfarr­assistentin Elisabeth Müller (r.) wieder prominent den Bürmooser Kirchenraum.
  • Die abstrakten Kreuzweg-Bilder von Künstler Thomas Stadler (l.) zieren heuer in der Fastenzeit dank Pfarrgemeinderats-Mitglied Ursula Kelz und Pfarr­assistentin Elisabeth Müller (r.) wieder prominent den Bürmooser Kirchenraum.
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Während der Fastenzeit wird in Bürmoos daran erinnert, dass es neben der klassisch-historischen Kreuzweg-Darstellung in der Kirche auch eine abstraktere Variante aus den 80er-Jahren gibt. Was immer noch fehlt, ist eine dauerhafte Würdigung der Kunstwerke.

von Thomas Manhart

Die ganz große Liebe ist es nicht überall, die den „modernen“ Kreuzweg-Bildern des Künstlers und Religionslehrers Thomas Stadler in der Pfarre Bürmoos entgegengebracht wird. 1988 präsentiert, wurden sie während der Kirchenrenovierung keine zehn Jahre später wieder abgenommen und durch die ursprünglichen, historischen Kreuzweg­darstellungen ersetzt. Bereits zuvor hatte es Kontroversen um die ab­strak­ten Bildnisse gegeben – mit den üblichen Kommentaren („das sind ja nur Striche und Farbkleckse“, „das könnte ich auch malen“).

Auf Ausstellungen in Deutschland folgten Jahre im Depot sowie im Atelier, ehe die Bilder seit der 60er-Feier der Pfarrkirche (2016) seitlich im Eingangsbereich aufgehängt sind. Dass sie dort eher übersehen als gewürdigt werden, veranlasste Pfarrgemeinderätin Ursula Kelz und Pfarrassistentin Elisabeth Müller, die Kunstwerke heuer wieder prominenter – links und rechts vom Hauptaltar – in Szene zu setzen. „Wir haben mit den ersten zwei Stationen begonnen und jede Woche während der Fastenzeit rücken die nächsten beiden Bilder nach“, erklärt Kelz.

Die Darstellungen erfüllen damit wieder die vom Künstler zugedachte Rolle als „Andachtsbilder“. So schrieb Kunstexperte Anselm Wagner: „Thomas Stadler versucht nicht mehr, dem römischen Centurio oder Folterknecht über die Schulter zu blicken, sondern sich ins Innere des Gequälten selbst zu versetzen.“

An Vorschlägen mangelt es nicht

Bleibt die Frage, was mit den lange „versteckten“ Kunstwerken nach Ostern passieren wird? „Es gab und gibt verschiedenste Überlegungen: das Senioren-Wohnheim, die Front der Orgel­empore, einen Bereich des Altarraums oder der Seitenkapelle sowie auch Schaukästen im Freien auf dem Friedhof“, erzählt Pfarrassistentin Elisabeth Müller von den zum Teil schon wieder verworfenen Vorschlägen. Für Pfarrgemeinderätin und Religionslehrerin Ursula Kelz steht nur eines fest: „Wir brauchen keine Übergangslösungen mehr, sondern endlich einen würdigen Platz.“

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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