Weihnachten
Stummer Krippenschatz

Lange verscholllen, vor einigen Jahren liebevoll und in unzähligen Stunden restauriert sowie ergänzt, ist die Stummer Krippe aus dem 19. Jahrhundert wieder zu sehen. Alle zwei Jahre ist dieser besondere Schatz in der Pfarrkirche aufgestellt – heuer ist es wieder so weit.
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  • Lange verscholllen, vor einigen Jahren liebevoll und in unzähligen Stunden restauriert sowie ergänzt, ist die Stummer Krippe aus dem 19. Jahrhundert wieder zu sehen. Alle zwei Jahre ist dieser besondere Schatz in der Pfarrkirche aufgestellt – heuer ist es wieder so weit.
  • Foto: RB/Angelika Schellhorn
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Alle zwei Jahre ist die „Schnitzer-Krippe“ aus dem 19. Jahrhundert in Stumm in ihrer vollen Pracht zu bewundern. Heuer schmückt der Krippenschatz auch die Titelseite der Rupertusblatt-Weihnachtsausgabe.

1876 schlug ein Blitz vom Turm bis zur Sakristei in die Pfarrkirche Stumm ein und zerstörte die Weihnachtskrippe. Eine junge Frau wurde beauftragt, eine neue Krippe anzufertigen. Die 25-jährige Sabina Schweinberger, aufgrund ihres Talents und ihrer Ausbildung als „Schnitzer Sabina“ bekannt, hatte sich in Stumm in einer einfachen Blockhütte eingemietet. Da ihre Werkstatt sehr klein war, bekam sie im Schloss Stumm einen Raum für den Krippenbau. Kunstvoll baute sie den Hintergrund und fertigte ausdrucksstarke Nazarener-Figuren an. Was heute ein echter Kunstschatz ist, war lange Zeit versteckt. Doch bis zum Ersten Weltkrieg wurde sie regelmäßig aufgestellt.

Jahrzehntelang vergessen

Nach dem Zweiten Weltkrieg schafften die Stummer nach einer Kirchenrenovierung eine neue Krippe an. „Die Schnitzer-Krippe geriet in Vergessenheit. Nur noch ein paar ältere Leute konnten sich an sie erinnern“, erzählt Krippenliebhaber Franz Stiegler aus Stumm. Nachdem sie mehr als 50 Jahre verschollen war, kam die Krippe bei einer Dachrenovierung der Pfarrkirche 2012 zum Vorschein. „Ihr Zustand war furchtbar. Sie war stark beschädigt, verschmutzt und überall mit Fledermausdreck überzogen“, erinnert sich Stiegler. Pfarrer Hans Peter Proßegger brachte sie zuerst ins Pfarrwidum und – nachdem eineinhalb Jahre später auch endlich die Figuren, leider jedoch nicht die dazugehörigen Schafe wiederaufgefunden wurden – zum Krippenbauer in der Nachbarschaft.

Liebevoll restauriert

Franz Stiegler erklärte sich bereit, die Restaurierungs- und Ergänzungsarbeiten vorzunehmen. Als begnadeter Krippenbastler – die Leidenschaft hat er von seinem Großvater übernommen – reparierte er kostenlos und komplett die wertvolle Krippe aus dem 19. Jahrhundert: „Sie ist 230 cm breit, 100 cm tief und 50 cm hoch. Die Instandsetzung war also nicht nur mühsam, sondern auch zeitaufwändig“, gesteht er. Aber: Die Mühe hat sich gelohnt. Die Krippe ist ein wahrer Schatz für die Pfarrkirche. Als Dank für die unzähligen Arbeitsstunden, die Franz Stiegler investierte, erhielt er den Rupert-und-Virgil-Orden der Erzdiözese.Die Restaurierung der 41 ausdrucksstarken Nazarener-Figuren übernahm Peter Haag. Er ergänzte 21 Hände, reparierte ge-brochene Arme, Füße oder Flügel und nahm sich dem Hintergrund an. Auch die Stickereien am Krippentuch wurden erneuert.

Alle zwei Jahre zu bestaunen

2016 war es erstmals so weit: die Krippe erstrahlte in neuem Glanz. Seither ist sie alle zwei Jahre in der Stummer Ruperti-Kirche aufgebaut. Fünf Männer braucht es dafür, die Schritt für Schritt und sehr behutsam jedes Detail an die richtigste Stelle bringen. Von der Herbergssuche über die Geburt Christi, die Beschneidung im Tempel bis zu den Heiligen Drei Königen gibt es in den kommenden Wochen immer wieder Neues zu entdecken.

Daniela Pfennig

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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