Helfen in der Not
Pfarren gegen Hunger

Gemeinsam gegen Not: Die Pfarre Wörgl packt an. Wie die Tiroler machen es etliche andere auch – sie kennen die, die es derzeit schwer haben und packen für sie an.
  • Gemeinsam gegen Not: Die Pfarre Wörgl packt an. Wie die Tiroler machen es etliche andere auch – sie kennen die, die es derzeit schwer haben und packen für sie an.
  • Foto: RB/Werlberger
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Leere Vorratsschränke und kein Geld für einen Einkauf: Wie Pfarren denen helfen, die wenig haben.

Es gibt viele: engagierte Pfarren, die sich einsetzen, dass niemand hungern muss. Schnell und unbürokratisch lautet das Motto in der Pfarre Stumm im Zillertal, wo immer wieder Menschen anklopfen, die dringend Hilfe brauchen. „Wir sehen uns die jeweilige Situation genau an und helfen mit einem Warengutschein für Lebensmittel, der nicht für Zigaretten und Alkohol eingelöst werden kann“, sagt Pfarrer Hans Peter Proßegger.Im Dezember schnürt die Caritas wieder 3.000 Pakete mit haltbaren Grundnahrungsmitteln für Familien oder Alleinstehende in größter Armut.

Ohne Zögern unterstützt die Pfarre Wörgl dieses Projekt: „Unser Pfarrhof war schon im Frühjahr der Umschlagsplatz für unzählige Lebensmittelpakete, die von Lebensmittelketten bereitgestellt wurden und die wir an Mitmenschen verteilen konnten“, berichtet Christian Hauser, Pfarrprovisor von Wörgl und Bruckhäusl. Auch er packt im Dezember wieder an: „Die Freude zu spüren, wenn man mit einem Lebensmittelpaket an der Haustür steht, und zu sehen, unter welch unterdurchschnittlichen Lebensverhältnissen nicht wenige leben, sind prägende Erfahrungen. Das Engagement von so vielen setzt ein großes Zeichen christlicher Nächstenliebe in einer fordernden Zeit.“Auch die Pfarre Rattenberg stellt bald wieder Lebensmittelpakete vor die Tür von Bedürftigen oder im Pfarrhof zur Abholung bereit: „Bei manchen wissen wir, dass das Geld oft sehr knapp ist. Bei anderen ist es eine Vermutung, fast eine Gratwanderung: man möchte helfen, aber niemanden vor den Kopf stoßen. Man weiß nicht, wie die Unterstützung ankommt“, stellt Pfarrsekretärin Claudia Mayr fest.

Offene Herzen für die Not anderer

Schauplatzwechsel ins Bundesland Salzburg: Wie bereits im Frühjahr ist etwa der Verein „Henndorfer für Henndorf“ unterwegs, um den Bürgerinnen und Bürgern beim Einkaufen zu helfen. Außerdem backen die Ehrenamtlichen Kekse und sind Ansprechpersonen für die, die niemanden zum Reden haben. Das Team habe sich von den Inhalten der Erzdiözese auf trotzdemnah.at angesprochen gefühlt, heißt es aus dem Flachgau.Weil auch in der Stadt Salzburg die Nächte immer kälter werden und Menschen ohne Zuhause eine warme Übernachtungsmöglichkeit suchen, ist das „Biwak-Team“ wieder aktiv. „Die katholische Kirche öffnet Räume für obdachlose Roma“, sagt Organisator Günther Jäger. Wer ehrenamtlich mitarbeiten möchte, ist ihm herzlich willkommen.

Gratis: Sackerl mit Gutem zum Nehmen 

Volle Bäuche bei voller Würde – darum geht es dem Salzburger Gastronomen und Lorettogemeinschaft-Mitglied Patrick Knittelfelder. In seinem Lokal, der „La Cantina“ am Salzachufer, gibt es deshalb neuerdings kostenlos fertige Speisen zum Mitnehmen. „Wir sind ein Restaurant, wo Menschen die viel und die wenig haben gemeinsam eine gute Zeit verbringen und gut essen können“, sagt er. Dazu kämen auch Menschen vorbei, die immer wieder ab der Monatsmitte wenig oder gar kein Geld mehr zur Verfügung hätten.

Derzeit sei die „La Cantina“ aufgrund von Covid freilich geschlossen. Also haben Knittelfelder und sein Team von der Home Mission Base ein Regal aufgebaut. „Es steht direkt an der Salzach und wir geben jeden Tag 30 Sackerl mit einem Menü hinein. Dazu steckt eine Karte mit Infos drinnen, wo es Hilfe gibt – und ein Gruß, in dem wir sagen, dass wir uns freuen, jemanden zu unterstützen.“Ab dem ersten Tag seien stets alle „Essen auf Füßen“ schnell weg. „Wir schauen nicht, wer sie holt. Das hat mit Würde zu tun.“ Deshalb halte man das Projekt einfach und unkompliziert für alle, „die nicht auf die Sonnenseite des Lebens gefallen sind“. Die Bibel sei voll mit Aufrufen zu helfen. Dem wolle man nachkommen.

Daniela Pfennig, Michaela Hessenberger

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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