Pfarre
Helfen, wo es geht

Pfarrsekretärin Andrea Treffer organisiert gemeinsam mit der Stadtpfarre St.Vitus unbürokratische Hilfe für Menschen, die in Not geraten sind.
  • Pfarrsekretärin Andrea Treffer organisiert gemeinsam mit der Stadtpfarre St.Vitus unbürokratische Hilfe für Menschen, die in Not geraten sind.
  • Foto: RB/Brigitta Wendorff
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Zahlreiche Pfarren in der Erzdiözese Salzburg engagieren sich für Menschen in Not. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist die Tiroler Stadtpfarre Kufstein. Großzügige Spenden und viele fleißige Hände ermöglichen hier unbürokratische Hilfe. Das ganze Jahr über.

Jahr für Jahr sammelt der Pfarrverband Kufstein im Advent Lebensmittel für bedürftige Menschen. Die Coronakrise machte dem einen Strich durch die Rechnung, obwohl aktuell „so viele, die kein Geld für das Nötigste haben, kommen“, berichtet Andrea Treffer, Pfarrsekretärin der Stadtpfarre Sankt Vitus. Trotzdem konnte sie vor kurzem Lebensmittelpakete in allen vier Pfarren verteilen, denn eine Kindergärtnerin ergriff die Initiative. „Sie fragte, ob sie helfen kann. Ich sagte, dass der Bedarf an Grundnahrungsmitteln sehr groß ist. Sie erzählte ihren Kolleginnen davon und wenig später kam sie mit einem Auto voller Nahrungsmittel. Jede ihrer Kolleginnen hat spontan etwas beigesteuert.“

Keiner soll hungern

Seit mittlerweile zehn Jahren ist Andrea Treffer als Pfarrsekretärin der Dreh- und Angelpunkt für soziale Anfragen in Sankt Vitus. Von Anfang an fiel ihr auf, dass es sehr viele bedürftige Menschen und Obdachlose – vor allem in der Innenstadt – gibt. „Zuerst gaben wir Gutscheine aus. Diese wurden aber nicht selten für Zigaretten und Alkohol verwendet. Der Pfarrgemeinde war es wichtig, dass niemand hungern muss. Deshalb machte sie sich beim Sozialmarkt dafür stark, dass dort alle einkaufen können, die Gutscheine haben“, sagt Treffer. Das stelle sicher, dass das Geld ausschließlich für Lebensmittel verwendet werde. Ihre Bilanz: „Es funktioniert seit sechs Jahren sehr gut.“ Die Gutscheine werden zu 90 Prozent von den Kufsteiner Serviceclubs finanziert, zehn Prozent sind private Spenden. Außerdem unterstützt die Pfarre Kufstein Bedürftige mit Gutscheinen für Hygieneartikel und Waschmittel.

Gut vernetzt geht viel

Die Gemeinde in Sankt Vitus ist gut vernetzt und eine Vorzeigepfarre für gelebte Nächstenliebe. Egal, ob sich Menschen in Not direkt in der Pfarre melden oder über andere Hilfseinrichtungen: Andrea Treffer hört sich jedes Anliegen an und hält im Alltag die Augen offen, um die richtigen Menschen zusammenzubringen. „Manche haben ihre Arbeit verloren, andere brauchen jemanden, der stundenweise die Kinder beaufsichtigt. Ich konnte zwei Frauen für die Schulreinigung gewinnen, Haushaltshilfen organisieren oder einem alleinerziehenden Vater eine ‚Leihoma‘ vermitteln, weil mir entweder schon einmal jemand Hilfe für eine Extremsituation angeboten hat oder ich jemanden kenne, den ich fragen kann“, freut sich Treffer. Rund um das Thema Kleidung gebe es eine Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, sagt die 55-Jährige: „Es ist ganz unkompliziert. Die Bedürftigen suchen sich die passenden Sachen aus und die Pfarre übernimmt die Rechnung. Auch hier wissen die Menschen, dass ihre Spende ankommt und sinnvoll eingesetzt wird.“ Zu Weihnachten konnte die Pfarre über den Samariterbund sogar einigen Kindern mit gespendeten Geschenken ein Leuchten in die Augen zaubern: „Die Spendenfreudigkeit ist aktuell sehr groß. Dadurch können wir viel auf unterschiedlichsten Ebenen bewirken“, sagt sie.

Über die Pfarrgrenzen hinaus

Bemerkenswert ist, dass die Hilfe auch bedürftige Familien außerhalb der Pfarre erreicht. Gerne nimmt die Pfarre Babyausstattung an, um sie an Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, oder Familien, die kein Geld dafür übrig haben, weiterzugeben: „Wir haben für Notfälle meist vier bis fünf Kinderwagen, auch MaxiCosis im Speicher – es gibt Gott sei Dank viele Familien, die ihre gebrauchten Dinge spenden“, ist Andrea Treffer sehr dankbar. „Wir als Pfarre können viel bewirken, wenn wir aufmerksam zuhören, teilen und aufeinander zugehen“, hält die engagierte Ebbserin fest.

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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