Explosionskatastrophe in Beirut
Heimische Hilfswerke: Solidarität für die Menschen im Libanon

Die Explosionen in der libanesischen Hauptstadt Beirut am 4. August haben die Situation im Zedernstaat nochmals massiv verschärft: Es gibt mindestens 100 Tote sowie unzählige Verletzte, Gebäude sind verwüstet und die Krankenhäuser völlig überlastet. Die Caritas Salzburg bittet dringend um Spenden, um über die Caritas Libanon rasch den Menschen vor Ort helfen zu können.

Libanon ist Schwerpunktland der Caritas Salzburg

Johannes Dines, Direktor der Caritas Salzburg: „Es ist unfassbar, wie der Libanon und Beirut immer wieder und in kürzesten Abständen von Krisen und Katastrophen getroffen werden. Als Schwerpunktland der Auslandshilfe der Caritas Salzburg liegt uns der Libanon sehr am Herzen, wir bitten die Salzburgerinnen und Salzburger dringend um Spenden – für die akute Versorgung der Opfer und Soforthilfemaßnahmen.“

Rita Rhayem, Direktorin der Caritas Libanon: „Unsere Büros in der Innenstadt sowie unsere Einrichtungen wurden stark beschädigt. Türen und Fenster wurden aufgrund der Druckwelle durch die Räume geschleudert. Eine unserer Kolleginnen hatte nur einige Minuten vor der Explosion ihren Schreibtisch verlassen, um in die Küche zu gehen. Ihr Laptop wurde vom Tisch geschleudert, Tür und Fenster schlug auf ihrem Schreibtisch ein und zerschlug das Holz. Es ist ein pures Glück, dass sie noch am Leben ist.“

Claudia Prantl, Leiterin der Auslandshilfe der Caritas Salzburg: „Das ist natürlich ein fürchterlicher Schock, gerade vor dem Hintergrund der diversen Krisen, die der Libanon durchmacht – die Wirtschaftskrise, die Flüchtlingskrise und die Coronakrise. Der Libanon ist von Importen abhängig und mit dem Hafen von Beirut wurde die wichtigste Infrastruktur für Lieferungen zerstört. Das wird den bereits bestehenden Mangel an Lebensmitteln sowie medizinischem Bedarf weiter verschärfen. Die Schule ‚Beth Aleph‘, die wir aus Salzburg seit Jahren stark unterstützen, ist die am schwersten betroffene Einrichtung. Zum Glück waren zum Zeitpunkt der Explosion keine Kinder in der Schule.“

Die Caritas und ihre lokalen Partner bieten den betroffenen Menschen Hilfe an. Insbesondere der Schutz und die Versorgung der betroffenen Menschen hat nun oberste Priorität, auch wenn die Partnerorganisationen selbst viele Schäden an Gebäuden zu verzeichnen haben. Mit den lokalen Partnern, u.a. der Caritas Libanon, wird den Menschen in den kommenden Tagen ein Dach über dem Kopf zur Verfügung gestellt, sie werden mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Hygienematerial und anderen Nothilfegütern versorgt. Auch psychologische Unterstützung ist in dieser Phase enorm wichtig.

Spenden: Raiffeisenverband Salzburg
IBAN AT11 3500 0000 0004 1533
BIC RVSAAT2S
Verwendungszweck: Beirut Nothilfe
Infos und Online-Spenden unter: 
www.caritas-salzburg.at

Initiative Christlicher Orient (ICO) – Partner vor Ort betroffen

Die Explosionskatastrophe trifft auf ein Land, dass sich durch eine verheerende Wirtschaftskrise und Corona sowieso schon am Rande des Abgrunds befindet. Darauf hat der Libanon-Experte des Hilfswerks Initiative Christlicher Orient (ICO), Stefan Maier, im Kathpress-Interview hingewiesen. Der Libanon ist ein Schwerpunktland der in Linz ansässigen ICO, die dringend um Spenden für die Opfer der Katastrophe bittet. 

Die Druckwelle der Explosion in einer Lagerhalle des Hafens hatte noch Fensterscheiben in 20 Kilometer Entfernung zerstört. Je näher zum Explosionsort, desto verheerender die Verwüstungen. „Das Hafenviertel und Teile der nahegelegenen Innenstadt gleichen einem Kriegsgebiet“, so Maier. Auch zahlreiche Einrichtungen kirchlicher ICO-Partner seien betroffen. So seien Schulen und Kindergärten des Ordens der Barmherzigen Schwestern zerstört worden, sowie auch das Provinzhaus des Ordens. Eine Ordensschwester erlag in der Nacht in einem Beiruter Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Unzählige Menschen hätten ihre gesamte Existenz verloren, berichtete Maier weiter. „Die Barmherzigen Schwestern haben bereits in der vergangenen Nacht in ihrem nicht betroffenen Haus in Aljetoun acht Familien, die alles verloren haben, notdürftig aufgenommen.“ Das sei freilich erst die Spitze des Eisbergs der Not. – Laut internationalen Medienberichten dürften Hunderttausende Bewohner der libanesischen Hauptstadt durch die Zerstörungen obdachlos geworden sein.

Ein Hilferuf erreichte die ICO auch vom Orden der Lazaristen. Deren Provinzhaus in der libanesischen Hauptstadt sei schwer beschädigt worden. Wo vor Kurzem noch Corona-Hilfspakete für die notleidende Bevölkerung geschnürt wurden, liege nun alles in Trümmern, so Maier.

Die Zahl der Opfer steht noch lange nicht fest, Mittwochmittag ging man von 100 Toten und 5.000 Verletzten aus, wobei die Krankenhäuser völlig überlastet sind. Unzählige Menschen wurden notgedrungen auf den Parkplätzen vor den Spitälern behandelt, „manchmal versucht man auch, Schwerverletzte in Krankenhäuser in andere Teile des Landes zu bringen, um dort zu operieren“, so Maier. Auf der Facebook-Seite der ICO sind Berichte, Fotos und Videos von vor Ort gebündelt (www.facebook.com/initiativechristlicherorient/).

Spenden: Hypo Oberösterreich, IBAN: AT42 5400 0000 0045 4546; Verwendungszweck: Libanon. Infos und Online-Spenden unter: www.christlicher-orient.at

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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