Jahresrückblick
Das war 2020

Kirche wird digital: Was an Bildern aus dem Dom zu Salzburg (im Bild Dietmar Koisser) kam, begeisterte. Gläubige konnten heuer auf vielen Kanälen vor Bildschirmen mitfeiern.
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  • Kirche wird digital: Was an Bildern aus dem Dom zu Salzburg (im Bild Dietmar Koisser) kam, begeisterte. Gläubige konnten heuer auf vielen Kanälen vor Bildschirmen mitfeiern.
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Trotzdemnah – so lautete die Parole in der Erzdiözese, als die Coronapandemie Österreich ergriff. Schnell reagieren hieß es für die katholische Kirche, viele Aktivitäten und weite Teile des Glaubenslebens mussten sich ins Internet verlagern.

Auf www.trotzdemnah.at gibt es seither Tipps zum Beten und Feiern daheim. Was in diesem Jahr dennoch möglich war, hat das Rupertusblatt in einigen Auszügen beleuchtet.

13. Jänner: Herwig Ortner übernimmt mit März die Leitung im Tagungshaus Wörgl. Er folgt Edith Bertel nach. Diese Personalentscheidung für den Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg wird zu Jahresbeginn bekannt.

26. Februar: Das Coronavirus erreicht Österreich und der Dom zu Salzburg reagiert. „Kein Weihwasser in den Becken, keine Mundkommunion, kein Händedruck beim Friedensgruß“ lauten die ersten Regeln, die umgesetzt werden. Andere Gotteshäuser ziehen rasch nach.

15. März: Theologieprofessor Franz Gmainer-Pranzl wird Michael Max im September als Rektor von St. Virgil Salzburg nachfolgen.

9. August: Johann „Hans“ Paarhammer, Kirchenrechtler und Universitätsprofessor, verstirbt im 74. Lebensjahr. Requiem und Beerdigung finden am Requiem und Beerdigung finden am 14. August statt.

10. September: Statt wie üblich am Gründonnerstag in der Karwoche weiht Erzbischof Franz Lackner nun die heiligen Öle bei der Chrisammesse.

11. September: Schulstart – im erzbischöflichen Gymnasium Borromäum zum ersten Mal überhaupt mit Mädchen in den Klassen.

20. September: Den angehenden Priester Rupert Santner weiht Erzbischof Franz Lackner in der Lungauer Basilika Mariapfarr zum Diakon.

24. September: Fünf Tage, acht Fahrgeschäfte und Spielbuden, drei Stände mit Naschereien und ein großes kirchliches Programm: Das Salzburger Rupertusfest kann – wenn auch anders und kleiner als der Kirtag – stattfinden.

28. Oktober: Österreichs Kirchenzeitungen – und so auch das Rupertusblatt – feiern den 75. Jahrestag ihrer Gründung.

11. November: 20 Jahre nach der Brandkatastrophe mit 155 Todesopfern findet bei der Gedenkstätte der Gletscherbahn Kaprun ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt.

9. Dezember: Für die ersten Covid-Massentests öffnet der „Treffpunkt Bildung“ in Elsbethen seine Türen. So stellt die Kirche Räume zur Bekämpfung von Covid-19 zur Verfügung.

31. Dezember: Im Jahr vor der Pandemie sagen 1.110 Paare vor den Standesbeamten der Stadt Salzburg „Ja“ zueinander. Heuer werden im Schloss Mirabell bis Jahresende 812 Ehen und Eingetragene Partnerschaften besiegelt.

Der Papst ergreift das Wort und will Benachteiligte unterstützen.
  • Der Papst ergreift das Wort und will Benachteiligte unterstützen.
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Rückblick auf die Weltkirche

1. Jänner: Zum Jahreswechsel ruft Papst Franziskus zu gesellschaftlicher Solidarität, mehr Einsatz für die Würde von Frauen sowie Friedensengagement auf.

1. Februar: Mit kontroversen Diskussionen über Macht, die Beteiligung von Frauen und das Priesteramt geht die erste Synodalversammlung zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland zu Ende.

12. Februar: Mit deutlichen Worten kritisiert der Papst die fortschreitende Umweltzerstörung im Amazonasgebiet. In „Querida Amazonia“ („Geliebtes Amazonien“) stellt er fest, dass die Region vor einer „ökologischen Katastrophe“ steht.

3. März: Georg Bätzing ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

29. Juli: Die neue Vatikan-Instruktion zur Pfarrreform führt international zu teils offener Kritik. Rom bietet etwa den deutschen Bischöfen ein klärendes Gespräch an.

4. Oktober: In der in acht Sprachen veröffentlichten Sozialenzyklika „Fratelli tutti“ mahnt Papst Franziskus zu einer Abkehr von Egoismus auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

21. Oktober: Papst Franziskus befürwortet eingetragene, zivile Partnerschaften für homosexuelle Paare, aber keine Ehe. Österreichs Familienbischof Hermann Glettler nennt dies tags darauf „notwendig und begrüßenswert“.

12. Dezember: Papst Franziskus verlangt auf dem UN-Klimagipfel einen ökologischen Kurswechsel.

Ohrenbetäubende Stille und ein weiß gekleideter, sich bedächtig bewegender Mann mit gesenktem Haupt am komplett leeren Petersplatz in Rom: In einer historischen Geste spendet Papst Franziskus mit „Urbi et Orbi“ außertourlich den feierlichsten Segen der katholischen Kirche. Unvergessen die Fernsehbilder vom 27. März; so betet er für das Ende der Coronapandemie. „Tiefe Finsternis hat sich auf unsere Plätze, Straßen und Städte gelegt“, sagte er. „Uns wurde klar, dass wir alle im selben Boot sitzen, alle schwach und orientierungslos sind, aber zugleich wichtig und notwendig, denn alle sind wir aufgerufen, gemeinsam zu rudern.“ Mit dem Allerheiligsten in der Monstranz steht er vor dem Eingang der Petersbasilika und wendet sich der Stadt Rom und dem Erdkreis zu. An Weihnachten, hier spricht er den „Urbi et Orbi“-Segen traditionell, ruft er zum Frieden auf – und zum Zugang zur Coronaimpfung für alle.

Nach dem Terror von Wien besucht Erzbischof Lackner den Tatort.
  • Nach dem Terror von Wien besucht Erzbischof Lackner den Tatort.
  • Foto: RB/kap, Wuthe
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Rückblick auf die Kirche Österreichs

14. Jänner: Der Vatikan bestätigt die „Österreichische Ordenskonferenz“ als neue gemeinsame Vertretung. Frauen- und Männerorden sind so zusammengeschlossen.

2. Februar: Josef Marketz wird zum Bischof von Gurk geweiht.

11. April: Zu Hoffnung und Vertrauen in der Corona-Pandemie rufen die österreichischen Bischöfe in der Osternacht auf.

19. Mai: Österreichs Caritas-Präsident Michael Landau ist Präsident der Caritas Europa.

16. Juni: Die Österreichische Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden: Salzburgs Erzbischof Franz Lackner folgt Kardinal Christoph Schönborn.

9. August: Die Salzburger Hochschulwochen werden 2020 coronabedingt auf ein intensives Digital-Format umgestellt, bestehend aus Podcasts und Video-Angeboten.

10. September: Die Bischofskonferenz spricht sich dafür aus, dass Österreich Flüchtlinge aus dem niedergebrannten griechischen Lager Moria aufnimmt und sagt dabei Unterstützung der Kirche zu.

2. November: Mit Entsetzen reagierten österreichische Bischöfe, Kirchen- und Religionsvertreter auf die Terrorattacke, die am Allerseelenabend in der Wiener Innenstadt stattfand und fünf Tote sowie zahlreiche Verletzte fordert.

11. Dezember: Für Bestürzung sorgt das Urteil des Verfassungsgerichtshofs, Beihilfe zum Suizid in manchen Fällen als straffrei zu erachten.

Kirche zum Anklicken und Nachhören: Die Coronapandemie treibt die Digitalisierung weltweit voran. Was bereits besteht, wird auch in der Erzdiözese Salzburg genutzt. So sehen teils Tausende Menschen gleichzeitig qualitativ hochwertige Gottesdienste aus dem Dom zu Salzburg – sicher von zu Hause aus vor den Bildschirmen. Pfarren ziehen nach und begeben sich ins Internet. Das machen auch der Nikolaus und die Sternsinger, die digital grüßen und ihre Segen schicken. In der Erzdiözese Salzburg etabliert sich indes ein ganz neues Medium, der Podcast. Dabei handelt es sich um eine Art Radiosendung zum Hören, wann immer gewünscht. Mit „Auf Brot und Wein“ liefert die Kirche Interviews mit Persönlichkeiten vom Erzbischof über die Ordinariatskanzlerin bis zum Nikolaus selbst. Die Katholische Jugend punktet mit Bibel-Hörstücken.
Kostenlos abrufbar sind die Produktionen auf iTunes, Spotify oder eds.at/podcasts via Handy, Laptop, Tablet oder PC.

Mit dem Auto kommen Gläubige am 24. Dezember in Salzburg-Mülln am BräustüberlParkplatz zur Mette. Pfarrer Pater Franz hat diese Idee.“
  • Mit dem Auto kommen Gläubige am 24. Dezember in Salzburg-Mülln am BräustüberlParkplatz zur Mette. Pfarrer Pater Franz hat diese Idee.“
  • Foto: RB/A. Hogan
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Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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