Lerncafé
Mit Hilfe geht vieles

Die Lerncafés der Caritas mussten wie die Schulen in diesem ungewöhnlichen vergangenen Jahr überwiegend in den digitalen Raum ausweichen. Nicht nur für die Kinder war das schwierig. Theresia Winkler (im Bild) hilft seit vier Jahren ihren Schützlingen beim Hausaufgabenmachen und lernen für Tests sowie Schularbeiten.
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  • Die Lerncafés der Caritas mussten wie die Schulen in diesem ungewöhnlichen vergangenen Jahr überwiegend in den digitalen Raum ausweichen. Nicht nur für die Kinder war das schwierig. Theresia Winkler (im Bild) hilft seit vier Jahren ihren Schützlingen beim Hausaufgabenmachen und lernen für Tests sowie Schularbeiten.
  • Foto: RB/Caritas Salzburg
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Die Lerncafés der Caritas mussten sich im Coronajahr die meisten Monate zu Ferncafés wandeln. Parallel mit den Schulen öffneten sie ihre Tore – zur Freude der Ehrenamtlichen, die ihre Schützlinge schon sehr vermisst haben und der Kinder selbst. Eine zehnjährige Schülerin bringt es auf den Punkt: „Gut, dass ich wieder her kann. Ich komme so gerne. Daheim lernen, das war komisch.“

„Die Kinder haben zu Hause wenig Deutsch gesprochen. Das merken wir jetzt extrem. Es sind Lücken entstanden.Gelerntes haben sie wieder vergessen, weil es sich noch nicht verfestigt hat. Da hat zum Beispiel das Dividieren schon hingehauen, ist jetzt aber wieder völlig weg“, berichtet Suzana Antonijevic. Sie leitet die drei Lerncafés der Caritas in der Stadt Salzburg, in Lehen, Taxham und in der Elisabethvorstadt. Aktuell begleitet ihr Team 72 Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Sie sind zwischen sechs und 15 Jahren alt und kommen aus den umliegenden Schulen. Ihr Hintergrund ist vielfältig und ihre Wurzeln auf der ganzen Welt zu finden. „Beim Nachzählen bin ich auf 24 Nationalitäten gekommen“, sagt Antonijevic. In der Zeit der Lockdowns musste sie die Lerncafés auf Ferncafés umrüsten. „Alle möglichen sozialen Netzwerke kamen dabei zum Einsatz. Über Videotelefonie haben wir Lesen geübt. Die Kinder haben uns Textaufgaben geschickt, die sie dann verbessert zurück bekamen.“ 95 Prozent ihrer Schützlinge konnte sie so erreichen. Doch die Hürden seien enorm gewesen. Es haperte an den fehlenden technischen Geräten oder an Rückzugsräumen. „Der Lärmpegel, wenn kleinere Geschwister in den Wohungen spielten, war hoch. Die Familien leben teilweise sehr beengt. Die Kinder haben kein eigenes Zimmer zum Lernen, oft nicht einmal einen Tisch.“

„Weiß ich nicht weiter, frage ich einfach“

„Daheim beim Hausaufgabenmachen wusste ich manchmal nicht weiter. Hier kann ich immer jemanden fragen.“ Ein zehnjähriges Mädchen ist froh, dass sie jetzt wieder an drei Nachmittagen ins Lerncafé kann. Ihre neunjährige Freundin nickt und meint: „Alleine ist das Lernen langweilig. Ich möchte nach der Volksschule ins Gymnasium.“ Suzana Antonijevic hört die Zukunftspläne der Schülerin und lächelt. Sie weiß, das Wichtigste ist, die Freude am Lernen zu wecken und bei allen Schwierigkeiten stets auf das Positive zu schauen. Dann sei einiges möglich. Die junge Frau erzählt von einem Buben. „Er hatte eine Hörschwäche und konnte nicht sinnerfassend lesen. Er brauchte individuelle Förderung, die bekam er bei uns. Mittlerweile hat er hervorragende Noten, ist selbstbewusst und ein gut strukturierter Schüler.“ Momentan geht es in den Lerncafés tatsächlich nur um Hausaufgaben, Üben für die nächsten Tests oder das Einmaleins abfragen. Alle sozialen Aktivitäten, das Spielen, die gesunde Jause oder die gemeinsamen Freizeitaktivitäten müssen noch warten. „Das ist natürlich schade, aber wir sind glücklich, die Kinder in Kleingruppen wieder bei uns zu haben.“ Unverzichtbar sind dabei die Ehrenamtlichen.

Freiwillige für die Lerncafés gesucht

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind das Rückgrat der Lerncafés. „Ohne sie geht es nicht.“ Suzana Antonijevic hofft auf Neuzugänge: „Einige müssen ja coronabedingt pausieren, weil sie in der Risikogruppe sind.“ Dabei sei der Bedarf der Lernbetreuung gerade so hoch wie nie. „Wir haben an sämtlichen Standorten Wartelisten. Eigentlich brennt überall der Hut.“ Noch in diesem Jahr möchte die Caritas deshalb ein weiteres Lerncafé eröffnen. Dafür braucht es neben Freiwilligen noch etwas Weiteres: Spenden. „Darauf sind wir angewiesen“, so Antonijevic, die für jede Unterstützung dankbar ist.

Lerncafés der Caritas gibt es in der Stadt Salzburg, Zell am See, Mittersill & Bischofshofen. Alle Kontaktdaten unter www.caritas-salzburg.at Spenden: IBAN AT11 3500 0000 0004 1533
BIC RVSAAT2S

Die Lerncafés der Caritas mussten wie die Schulen in diesem ungewöhnlichen vergangenen Jahr überwiegend in den digitalen Raum ausweichen. Nicht nur für die Kinder war das schwierig. Theresia Winkler (im Bild) hilft seit vier Jahren ihren Schützlingen beim Hausaufgabenmachen und lernen für Tests sowie Schularbeiten.
„Durch das Homeschooling gibt es Aufholbedarf, gerade bei Kindern, die daheim keine Unterstützung beim Lernen haben“, sagt Lerncafé-Leiterin Suzana Antonijevic.
Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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