Schuldenberatung
Kampf gegen Schulden

Wenn die Ausgaben für Miete, Strom und Essen über den Kopf wachsen.� | Foto: RB/mih
  • Wenn die Ausgaben für Miete, Strom und Essen über den Kopf wachsen.
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Während die Preise weiter steigen, hat die Schuldenberatung Salzburg einfache Tipps, um die monatlichen Ausgaben im Griff zu behalten.

von Michaela Hessenberger

„Immer mehr Menschen straucheln bei den Energiekosten und der Miete. Wenn sie laufende Kosten nicht mehr bezahlen können und sich entscheiden müssen, ob sie ihr Geld für das Wohnen oder den Strom ausgeben, dann bleibt oft nur der Privatkonkurs.“ Das sagt Peter Niederreiter, Leiter der Schuldenberatung Salzburg. Zu Beginn der Pandemie hat die Nachfrage bei ihm und seinem Team abgenommen, doch der Trend zu Beratungen geht wieder nach oben. Etwas mehr als 600 Frauen und Männer haben bis Ende August bei den Experten Unterstützung gesucht. „Wir sind wieder zirka bei den Zahlen von 2019. Was sich am stärksten verändert hat, sind die Insolvenzen, also die Privatkonkurse. Ihre Anzahl liegt um 25 bis 30 Prozent höher als noch im Vorjahr.“

Wer diesen Punkt schon erreicht hat, kann mit Spar-Tipps herzlich wenig anfangen, gibt Niederreiter zu bedenken. Denn schon die erforderlichen Anerkennungsleis­tungen („ein Konkurs ist nie gratis“) sind schwierig genug zu bezahlen. Wie es überhaupt so weit kommen kann? „Wenn die Rahmenbedingungen schlecht sind – etwa durch eine Pandemie, Wirtschaftskrise oder Teuerungswelle – und dann Unvorhergesehenes wie eine Trennung, Jobverlust oder Krankheit dazukommt, kann das massiv überfordern“, sagt der Experte. Er beobachtet, dass sich Menschen, die eine schlechte Ausbildung haben und in schlecht bezahlten Jobs arbeiten, schwer tun, nach einer Kündigung schnell wieder im Berufsleben Fuß zu fassen.

Wichtig: Überblick und Planung

Grundsätzlich gilt für Menschen, die merken, dass das Geld knapp wird, solange sie noch keine Schulden gemacht haben und das auch tunlichst vermeiden möchten: „Haben Sie immer einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben. Planen Sie!“ Der Schuldenberater empfiehlt, stets eine gewisse Reserve verfügbar zu haben. Richtwert: „So dass Sie einen Monat ohne Sorgen über die Runden kommen. Dass etwa auch die Waschmaschine kaputt werden darf, ohne dass die Reparaturkosten unnötig belasten.“ So sollte man das Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht schon im Vorhinein verplanen, sondern es frei zur Verfügung haben – für den Fall der Fälle eben ...

So bleiben Kosten unter Kontrolle

Niederreiter ist Freund einer Methode, die es schon lange gibt: „Ein Haushaltsbuch zu führen, hilft zu sehen, wo das Geld tatsächlich hingeht. Eine Aufstellung der Fix­kosten tut auch gut.“ Wer das Haushaltsbuch nicht handschriftlich führen möchte, findet online gute Möglichkeiten; auch Handy-Apps sind hilfreich. Der Schuldenberater erklärt, dass ein oft ungeahnt großer Brocken Geld für das Rauchen draufgeht: „Ein Packerl am Tag kostet um die fünf Euro. Das sind unglaubliche 140 Euro und mehr pro Monat!“ Immerhin sei das Handy seit ein paar Jahren keine Kostenfalle mehr, den Pauschaltarifen sei Dank.

Um im Alltag die Kontrolle über „Luxus-Ausgaben“ wie etwa Restaurantbesuche zu behalten, kann man einen weiteren Trick anwenden, den die Schuldenberatung Bayern empfiehlt: Zu Monatsbeginn den Betrag, den man dafür ausgeben möchte (und kann!) in bar abheben und Sonderausgaben davon bezahlen. Ist das Geld aufgebraucht, kann man entscheiden: Das Budget erhöhen oder lieber sparen und erst im neuen Monat wieder essen gehen.

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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