Fleischgeschichte(n)
Auf Mozarts Teller kam „Gekröse“

Elke Giacomozzi ist AAI-Geschäftsführerin. „Wir wollen die Leute zum Nachdenken bringen.“ Im Bild ist sie an der Station Grünmarkt – hier gibt es Fleisch und vieles andere.
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  • Elke Giacomozzi ist AAI-Geschäftsführerin. „Wir wollen die Leute zum Nachdenken bringen.“ Im Bild ist sie an der Station Grünmarkt – hier gibt es Fleisch und vieles andere.
  • Foto: RB/ibu
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Thematische Stadtspaziergänge durch die Mozartstadt gibt es einige. Einen auf den Spuren von Fleisch bisher nicht. Die Nachhaltigkeitsapp der „Stadtmacherei“ hat das geändert. Das Rupertusblatt nutzt bewusst die Fastenzeit, um einige Stationen vorzustellen.

Start auf der Staatsbrücke: Hier schlachteten und verkauften bis zum Jahr 1600 Metzger ihr Fleisch. Abfälle landeten in der Salzach. Bei der „Roten Hütte“ am Hanuschplatz kauften Arme minderwertiges Fleisch.

Die Salzburger Metzgergilde: Im Innenhof der Griesgasse 19 erinnert eine Metzgertafel an die historische Bedeutung dieses Berufsstandes und die einst öffentliche Schlachtung der Tiere an der Salzach.

Alles bio: Alexander v. Humboldt (1769 – 1859) erforschte einen Kontinent, der heute das meiste Soja für Tierfutter anbaut. Am Anton-Neumayr-Platz trägt ein Lokal seinen Namen, das auf biologische Zutaten setzt.

Essen wie bei Mozart‘s: Halt bei Salzburgs berühmtestem Sohn. Aus einem Brief ist bekannt, dass im Hause Mozart „Gekröse“ – kleine, krause Gedärme von Kälbern und Lämmern – gegessen wurde.

Handel mit Tier und Fleisch: Im Mittelalter fand an der Südseite des Alten Marktes – vor dem alten Bischofshof – ein Rindermarkt statt. In der südlichen Sigmund-Haffner-Gasse gab es den Hafermarkt.

Man(n) isst Fleisch?: Stopp beim Kunstwerk „Gurken“. Erwin Wurm erinnert damit an Individualität und Einzigartigkeit. Übrigens: die Gurke ist wie Tomate, Salat und Karotte ein Lieblingsgemüse der Österreicher.

Wasser ist die treibende Kraft: Seit dem 12. Jahrhundert wird in der ältesten Bäckerei der Stadt, der Stiftsbäckerei St. Peter, Getreide mit Wasserkraft gemahlen. Es gilt: Kein Essen ohne Wasser.

Es ist nicht alles Gold was glänzt: Endstation ist bei der Sphaera, der goldenen Kugel. Fleisch wurde immer gegessen. Doch der stark gestiegene Konsum hat Folgen. Warum essen wir so viel Fleisch? Und welches?

Wahrheiten über Fleisch

Vier Einrichtungen der entwicklungspolitischen Plattform in Salzburg machen die Salzburger Fleisch-Tour möglich: der Verein A3W, die Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit (mit dem Afro-Asiatischen Institut und dem Referat Weltkirche), Intersol und Südwind. Beginnend auf der Staatsbrücke führen 18 Stationen durch die Altstadt. Mit Quizfragen und Fakten wird Wissenswertes über die historische, lokale und globale Dimension von Fleisch vermittelt. Das reicht von der Metzgertafel bis zur Massentierhaltung, von Gesundheitsempfehlungen bis zur Reduktion des CO2-Verbrauchs und vieles mehr. Bei der digitalen Weiterentwicklung der bisherigen konsumkritischen Stadtspaziergänge dreht sich also alles um Fleisch. Warum? Der Fleischkonsum hat in den vergangenen Jahrzehnten weltweit drastisch zugenommen. Anfang des 19. Jahrhunderts lag der globale Fleischkonsum bei 10 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Heute sind es 40 Kilogramm. Österreich liegt hier über dem globalen Wert von durchschnittlich 65 Kilogramm pro Person und Jahr. Das hat Auswirkungen: auf Umwelt und Klima, auf Tierhaltung und Tierleid, auf Gesundheit und auf Menschenrechte – Stichwort Ausbeutung von Arbeitskräften in Schlachthöfen. Wer mehr darüber wissen möchte findet das in einer vertiefenden Broschüre, zu der alle Spaziergängerinnen und Spaziergänger an der Schlussstation kommen.

So einfach geht‘s zur etwas anderen Salzburgtour

Für die Tour auf den Spuren des Fleisches braucht es die App „Stadtmacherei“ – für Android und für Apple. Downloads sind verfügbar unter: https://stadtmacherei-salzburg.at 
Wer sich noch Appetit holen möchte, einfach das YouTube-Video „Stadtspaziergang digital: Salzburger Fleischgeschichte(n)“ anklicken.

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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