Bischofsweihe am 24. Jänner 2026
Josef Grünwidl ist er neue Wiener Erzbischof

Kardinal Christoph Schönborn (re.) freut sich, dass der bisherige Administrator Josef Grünwidl sein Nachfolger in der Erzdiözese Wien wird. 

 | Foto: Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
  • Kardinal Christoph Schönborn (re.) freut sich, dass der bisherige Administrator Josef Grünwidl sein Nachfolger in der Erzdiözese Wien wird.

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Der bisherige Apostolische Administrator der Erzdiözese Wien wird deren neuer Erzbischof: Papst Leo XIV. hat Josef Grünwidl am 17. Oktober offiziell zum Nachfolger von Kardinal Christoph Schönborn ernannt.

In einer ersten Reaktion sagte Josef Grünwidl, dass er nach einigem Zögern jetzt wirklich aus ganzem Herzen Ja zu dieser Aufgabe gesagt habe und sich sehr darauf freue. Er habe erkannt: „Gott will mich nicht perfekt, er will mich verfügbar.“ Seit der Emeritierung von Kardinal Christoph Schönborn am 22. Jänner hatte Grünwidl als Administrator die Erzdiözese geleitet.

Er wolle „Seelsorger, Teamplayer und Brückenbauer sein“, so Grünwidl. Er selbst versteht seine Aufgabe vor allem spirituell. Die Kirche brauche weniger Strukturdebatten, sondern mehr geistliche Tiefe. Die Seelsorge sei und bleibe „das Herz meines priesterlichen Tuns“, sagte der 62-Jährige. „Ich liebe die Begegnung mit Menschen – in ihren Lebensfragen, ihrer Freude und Not.“ Menschen sollten durch die Kirche Orientierung finden und „die Melodie Gottes“ in ihrem Leben aufnehmen können.

Als „Teamplayer“ sehe er sich insofern, als er gemeinsam mit anderen nach Wegen suchen werde, so Grünwidl. Und als Brückenbauer wolle er als Bischof innerkirchlich für Einheit zu sorgen. Diese will er erreichen, indem er mit den verschiedenen Gruppen im Gespräch bleibe und Brücken baue.

Bei einer Pressekonferenz auf umstrittene Themen angesprochen, zeigte sich der designierte Erzbischof progressiv. Den Zölibat werde es in der Kirche zwar immer geben, er sollte aber eine „freie Entscheidung sein“, meinte Grünwidl. Er könne sich auch vorstellen, „dass Frauen ins Weihamt aufgenommen werden“. Diese Frage könne aber nur bei einem ökumenischen Konzil geklärt werden.

Grünwidl: „Gott will mich nicht perfekt, er will mich
verfügbar.


In der ORF2-Sendung „kreuz und quer“ betonte Gründwidl am Missionssonntag: „Wir müssen missionarisch werden. Das heißt nicht, ich überrede oder überzeuge andere Menschen, sondern ich stehe zu meinem Glauben.“ Es gehe darum, offen auf Menschen zuzugehen, unabhängig davon, ob sie der Kirche nahe stünden oder nicht. Das persönliche Zeugnis sei dabei zentral: „Nur wer innerlich brennt, kann leuchten. Ich brenne für das Evangelium, weil ich überzeugt bin: Das ist eine Botschaft, die unsere Welt braucht.“

Für die Kirche der Zukunft sieht Grünwidl eine stärkere Ausrichtung auf das Wesentliche als erforderlich an. Angesichts des Rückgangs an personellen und finanziellen Ressourcen sehe es aus, als ob künftig nicht alle Pfarreien einen Priester bekommen könnten, woraus er schließe: „Die Kirche der Zukunft wird eine Kirche mit leichtem Gepäck sein.“ Jesus hat seine Apostel ausgesandt mit: Nehmt nichts mit auf den Weg – ihr braucht nur das Evangelium und meinen Auftrag, so Grünwidl.

Für Josef Grünwidl gab es inner- und außerkirchlich viel Lob und viele Gratulationen zu seiner Ernennung. Bischof Alois Schwarz würdigte ihn als „leidenschaftlichen Seelsorger mit einem großen Einfühlungsvermögen für die Sorgen der Menschen“ und gratulierte „mit großer Freude und im Gebet verbunden“. Grünwidl sei „ein großer Gewinn für die Kirche in Österreich“, so Bischof Schwarz.
Kardinal Christoph Schönborn zeigte sich erfreut über die Ernennung seines Nachfolgers: Ihm falle ein Stein vom Herzen, wisse er doch nach dreißig Jahren im Dienst als Erzbischof die Erzdiözese in guten Händen, so der Kardinal.

Josef Grünwidl wurde am 31. Jänner 1963 in Hollabrunn geboren und wuchs in Wullersdorf auf. Nach dem Theologie- und Musikstudium in Wien empfing er 1988 die Priesterweihe. Seelsorglich tätig war Grünwidl zunächst in Wien und Wiener Neustadt, später war er viele Jahre als Pfarrer im südlichen Niederösterreich tätig. Von 1995 bis 1998 war er Sekretär von Erzbischof Schönborn, 2023 wurde er zum Bischofsvikar für das Vikariat Süd ernannt. Die Bischofsweihe von Josef Grünwidl ist für den 24. Jänner 2026 im Wiener Stephansdom geplant. KAP/Red.

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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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