Schulamtsdirektor Peter Allmaier:
Religion kann gut mit Ethik

„Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen … mitzuwirken.“ So wird die Aufgabe der Schule im Schulorganisationsgesetz beschrieben. Das galt und gilt auch für den Religionsunterricht, wo Fragen der Lebensgestaltung oder des verantworteten Umgangs miteinander einen breiten Raum einnehmen.
Darüber hinaus kann der Religionsunterricht religiöse und kulturelle Werte vermitteln, die wesentlich zur Bildung von Identität und Weltverständnis beitragen. Die Vermittlung erfolgt aber nicht nur in der Außenperspektive (im Sprechen über), sondern von Menschen, die diese Werthaltungen leben und persönlich dafür einstehen.
Wenn nun mit der Einführung des Ethikunterrichts auch jene Schülerinnen und Schüler mit weltanschaulichen Fragen und Themen des respektvollen Umgangs miteainander befasst werden, die bisher nicht am Religionsunterricht teilgenommen haben, dann ist das nur zu begrüßen.
Ebenso begrüßenswert ist die Unterscheidung von ethischen Begründungen aus einem religiösen und einem nicht-religiösen Blickwinkel. Damit wird die Vielfalt der Gesellschaft abgebildet. Der Versuch, die Differenzierungen zu übergehen und auf eine vermeintlich gemeinsame (aber nicht existierende) ethische Grundlage zu stellen, wäre ein Rückschritt hinter jene Ebene der pluralen Gesellschaft, für die Menschen jahrhundertelang gekämpft haben.
Die immer wieder und zu Recht geforderte Toleranz zeigt sich nicht im Kaschieren der Unterschiede, sondern in der Zustimmung zur gegenseitig bereichernden Verschiedenheit. Ein gutes Miteinander von Religion und Ethik wird die pädagogische Arbeit der Schule bereichern.

Autor:

Gerald Heschl aus Kärnten | Sonntag

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