Stadtpfarrkirche St. Egid
Kirchturm erstrahlt im neuen Glanz

Der Stadtpfarrturm erstrahlt im neuen Glanz.
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In etwa ein Jahr dauerte die Renovierung des Kirchturms der Stadtpfarrkirche St. Egid in Klagenfurt – nun sind die Arbeiten endlich abgeschlossen. Nur noch das Gerüst muss abgebaut werden, bevor der Turm im neuen Glanz erstrahlt.
von Carina Müller

Im Februar letzten Jahres wurde das Gerüst für die Renovierung des Stadtpfarrturms der Stadtpfarrkirche St. Egid aufgebaut. Kurz nach Ostern begannen die Arbeiten. Die Renovierung des Turms hielt die Pfarrgemeinde richtig auf Trab. Nun blickt sie auf ein spannendes Jahr voller unerwarteter Überraschungen und wertvoller Erlebnisse zurück.

Eine größere Sanierung
Wie vom SONNTAG bereits im letzten Jahr berichtet, sollte im Großen und Ganzen zuerst nur das Kupferdach des Turms entfernt und ein neues angebracht werden. Schon damals wusste man jedoch nicht, wie es im Dachstuhl konkret aussieht und ob noch weitere Sanierungsschritte notwendig sein werden. Leider ist es genau dazu gekommen, erzählt Ruprecht Obernosterer, Leiter der Bauabteilung der Diözese Gurk: „Es hat sich herausgestellt, dass die Schäden deutlich größer waren als angenommen. Wir hatten eine sehr starke Verschmutzung durch Tauben. Das hat natürlich die tragende Konstruktion in diesem Bereich sehr stark angegriffen und musste mittels einer neuen Stahlkonstruktion erneuert werden.“ Auch eine zweite unerwartete Renovierung kam auf den Bauleiter zu: „Wir mussten auch die ganze Bodenkonstruktion plus Abdichtung erneuern.“

Jetzt müssen nur noch das Gerüst abgebaut und die Löcher, welche für das Gerüst gemacht, wurden gefüllt und übermalen werden. Durch die unerwarteten Zusatzrenovierungen wurde die Fertigstellung des Turms verschoben, berichtet Pfarrer Simonitti: „An und für sich sind die Arbeiten fertig. Dadurch, dass wir drei bis vier Wochen in Verzögerung gekommen sind, konnten wir das Gerüst jetzt aber nicht mehr abbauen.“ Bauleiter Obernosterer erklärt, warum: „Die Fertigstellung ist rein temperaturabhängig. Auf jeden Fall sollte die Temperatur im Plus-Bereich sein, da wir Trocknungszeiten haben. Im März sollte der Turm aber auf jeden Fall fertig sein.“

Doch nicht nur die Fertigstellung des Turms hat sich geändert, auch die Kosten haben sich etwas erhöht. Am Anfang des Projektes schätzte man sie auf rund 900.000 Euro: „Wir haben diese konstruktiven Maßnahmen auf einer Ebene machen müssen, mit der wir nicht gerechnet haben. Folgend konnten wir die 900.000 Euro nicht halten und werden in etwa mit der Million abrechnen“, so Obernosterer.

Unvergessliche Momente
So ein großes Projekt bringt auch viele schöne Momente mit sich. Beispielsweise wurde eine große Zeitkapsel entdeckt, die das letzte Mal im Jahr 1983 geöffnet wurde. Pfarrer Simonitti erzählt: „Die Zeitkapsel war dicht mit Urkunden und Sonstigem gepackt. Das älteste Schreiben war aus 1834, dann 1878, 1927 und schließlich 1984. Jetzt hat man der Kapsel wieder etwas Neues hinzugefügt, und zwar eine Urkunde der Pfarre, ein Schreiben vom Bischof, ein Schreiben der Stadt und ein Schreiben des Landeshauptmannes.“

Auch das Anbringen des neuen Scheins war etwas ganz Besonderes. Das Einzigartige: Pfarrer Simonitti war beim Aufsetzen des neuen Scheins mit dabei: „Ich bin schon öfters auf den Kirchturm geklettert. Beim Herunterholen des alten Scheins und beim Hinaufsetzen des Neuen hat die Firma mich beiläufig gefragt, ob ich dabei sein möchte. Ich habe ja gesagt, und dann haben sie mich mitgenommen. Diese Erfahrung war wirklich interessant und spannend. Vor allem weiß man, dass da nicht jeder oben gestanden ist.“ Ebenso wurden während der Renovierung einige alte Funde entdeckt: „Die Arbeiter haben einige Hinterlassenschaften von ehemaligen Arbeitern gefunden. So entdeckten sie beispielsweise ein Notizbuch über Arbeitsaufzeichnungen – dieses ist in etwa 100 Jahre alt. In dem Buch wurde aufgezeichnet, wann der Besitzer des Buches gearbeitet hat und wem er was bezahlt hat. Das Buch dürfte er oben irgendwo verloren und nicht mehr gefunden haben – beim Ausräumen ist es dann aufgetaucht.“ Doch das ist nicht alles. Simonitti erzählt weiter: „Die Arbeiter vor 100 Jahren haben sich auch auf ein paar Stahlblättern mit ihrem Namen verewigt. Sie haben ihre Namen als Blechbuchstaben ausgeschnitten und auf die Stahlblätter genagelt, damit sie lange erhalten bleiben.“

Was die Zukunft bringt
Trotz der Verzögerungen wurde auf eine Weihung nicht verzichtet – diese wurde einfach schrittweise gemacht. „Wir haben versucht, ein paar Sachen zu planen. Das hat nicht so sonderlich funktioniert, weil es eben immer wieder Verzögerungen gibt. Wir haben versucht, den Turm in Etappen einzuweihen. Am Kirchtag haben wir die Zeitkapsel befüllt, und am Christkönigssonntag haben wir den Schein gesegnet“, so Simonitti.

Kleine Kunstwerke
Originale Nägel aus dem Turm, Rosenkränze, Ägidius-Kreuzer und noch vieles mehr – das Kupfer vom alten Kupferdach wird von der Pfarre wiederverwendet und zu kleinen und großen Kunstwerken verarbeitet. Die meisten Andenken kann man für zehn bis 20 Euro direkt vor Ort kaufen. Die Stadthauptpfarre will in etwa 10 % mehr an Spenden sammeln, als für die Renovierung nötig ist. Diese will sie schließlich für soziale Zwecke spenden.

Information
Die Stadthauptpfarre St. Egid liegt im Zentrum der Landeshauptstadt Klagenfurt. Sie ist die älteste Kirche in Klagenfurt, und ihr markanter Turm ist als Wahrzeichen der Stadt bekannt. Tel.: 0463/511308

Autor:

Sonntag Redaktion aus Kärnten | Sonntag

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