Ein unvergessliches Jahr
Eines der bewegendsten Dinge im Leben

„Ein Lachen sagt mehr als tausend Worte“: Freude gibt es auf beiden Seiten.
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  • „Ein Lachen sagt mehr als tausend Worte“: Freude gibt es auf beiden Seiten.
  • Foto: Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste
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„Gönn dir ein Jahr für dich, ein Jahr für andere ...“: So das Motto des Freiwilligen Sozialen Jahres. Neugierige Menschen im jungen Erwachsenenalter können dabei mehrere Monate in verschiedenen Sozialeinrichtungen
in Österreich Praxiserfahrung sammeln. Mit Sicherheit eine Zeit der unvergesslichen Momente im eigenen Leben. „Ein Lachen sagt mehr als tausend Worte“: Freude gibt es auf beiden Seiten. Helfen tut gut:
Ein entspanntes Lächeln ins Gesicht zaubern
von Katja Schöffmann

Nach der Matura gehören die folgenden Fragen zu den wichtigsten für das spätere Leben: Was will ich nach der Reifeprüfung machen? Was erfüllt mich im Allag? Welcher Beruf passt zu meiner Persönlichkeit? Für junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren bietet der Verein zur Förderung frewilliger sozialer Dienste die Möglichkeit eines Freiwilligen Sozialen Jahres an.

Mehr als ein Jahr „Auszeit“
Neue Kontakte knüpfen und dabei erste Erfahrungen im Arbeitsleben sammeln – eine besondere Alternative zum direkten Einstieg ins Studium. Das Projekt „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) wurde 1968 gegründet. Getragen vom Verein zur Förderung sozialer Dienste, gibt es Regionalbüros in Linz, Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg.
Estha Sackl vom Regionalbüro in Graz erzählt: „In den 1960ern ist die Idee aufgekommen, ein Freiwilliges Soziales Jahr anzubieten. Es wurde dann unter kirchlichem Hintergrund ins Leben gerufen, denn alle Trägerorganisationen, die damals zur Gründung geführt haben, sind auch heute noch im Vorstand unseres Vereins.“ Mit dabei sind die Katholische Jugend und Jungschar, Kolping Österreich, die Pfadfinder sowie die „Menschen für andere – Jesuitenmission“.
1968 startete alles noch klein: „Pro Jahr gab es damals 21 Teilnehmer in ganz Österreich. Mittlerweile sind wir auf 600 Freiwillige pro Jahr angewachsen“, berichtet Sackl stolz. Neben dem FSJ gibt es noch andere Organisationen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in Österreich anbieten. „Wir sind der größte Träger. Man kann davon ausgehen, dass mit allen Anbietern zusammen insgesamt über 1.000 Freiwillige pro Jahr das Angebot nutzen“, informiert Sackl.

„Wir schauen, was genau passt“
Grundsätzlich steht das Freiwillige Soziale Jahr allen jungen Erwachsenen von 18 bis 24 Jahren offen. Ein Pluspunkt ist die Anrechenbarkeit als Zivildienst. „Unter 18 Jahren müssen wir sehr genau schauen, weil für Minderjährige nicht jede Einrichtung passend ist“, erläutert Sackl. 24 Jahre deswegen, weil danach viele Beihilfen, wie z. B. die Familienbeihilfe, auslaufen.
99,99 % aller Teilnehmer beim FSJ fallen in diese Zielgruppe. „Am wichtigsten sind uns Neugierde, Freude an neuen Herausforderungen, Offenheit und Vertrauen in uns als Team, dass wir zusammen die Vermittlung gut schaffen. Wir schauen, was genau zum Bewerber passt, menschlich wie auch zielgerichtet“, weiß Sackl. Dies geschieht in ausführlichen persönlichen Gesprächen, wo man sich gegenseitig kennenlernt. Neben einer Vollversicherung und Verpflegung während der Einsatzzeit gibt es € 255,- netto als Taschengeld im Monat.
Pägagogische Betreuung durch die Mitarbeiter des Vereins sowie Seminare zu Fachausbildung und Persönlichkeitsbildung während des Jahres sind ebenso fixer Bestandteil des FSJ. Formale Voraussetzungen gibt es nicht. Der Einsatz erfolgt immer vom 1. September bzw. 1. Oktober bis 31. Juli des Folgejahres. Das sind zehn bis elf Monate Arbeits- und Lebenserfahrung.

„Drei große Einsatzbereiche“

Verbracht werden kann das FSJ ausschließlich in Sozialeinrichtungen in Österreich zu maximal 34 Wochenstunden. „Es gibt drei große Einsatzbereiche, z. B. Alters-, Pflege- und Seniorenheime, Frauenhäuser, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“, informiert Sackl. Im letzten Bereich kann zwischen dem Standbein „Bildung“ (Kindergärten, Schulen, Horte) sowie „Soziales“ (Wohngemeinschaften, Betreutes Wohnen, SOS-Kinderdorf) gewählt werden.
Eine klassische Bewerbungsfrist fehlt: „Wir vermitteln so lange, wie wir offene Einsatzstellen und Bewerber haben, die dazu passen“, so Sackl. Oft wird das FSJ als „Plan B“ gewählt. „Ein Drittel der Bewerber wartet auch an der FH für einen Studienplatz für ‚Soziale Arbeit‘ oder Ähnliches.“
Wichtig sind den Mitarbeitern des FSJ Ehrlichkeit, Belastbarkeit und Reife. Sackl: „Wir schicken unsere Teilnehmer ohne Ausbildung in eine soziale Einrichtung. Es kann in Einzelfällen vorkommen, dass jemand noch nicht reif oder ‚erwachsen‘ genug für einen Einsatz ist. In fast allen Fällen finden wir aber doch eine passende Einrichtung.“

„Alle Menschen sind so glücklich“
Die freiwilligen Erfahrungsberichte der „ehemaligen“ Teilnehmer sind „herzliche, an uns persönlich gerichtete Schreiben“, freut sich Sackl. Ein Erfahrungbericht rundet den Erhalt des FSJ-Zertifikates sowie des Kompetenznachweises der Einsatzstelle ab. Lena startete ihr FSJ im Oktober 2020. Sie ist in einer Kreativwerkstätte für Menschen mit Beeinträchtigung tätig. Sie ist nicht gleich in das Studium „Soziale Arbeit“ hineingekommen. „Ich bin so froh, dass es so gekommen ist! Ich hätte mir niemals gedacht, dass ich später einmal mit Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten könnte, weil man im Alltag so selten Berührungspunkte damit hat. Eine schönere Arbeit gibt es nicht! Meine Kollegen sind echte Freunde geworden. Alle Menschen mit Beeinträchtigung sind so glücklich!“
Genaue Infos über mögliche Einsatzbereiche, Bewerbung, Ablauf des Freiwilligen Sozialen Jahres sowie Fotos und Videos finden sich auf der übersichtlich gestalteten Homepage (siehe unten).
Kontakt: Regionalstelle Graz
für Steiermark, Kärnten und das
Südburgenland, Bürozeiten:
Mo.-Do. 9 bis 12 Uhr,
Tel.: 0676/8776-3917, 0676/8776- 3919, E-Mail: office.graz@fsj.at
Homepage: www.fsj.at

Autor:

Sonntag Redaktion aus Kärnten | Sonntag

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