Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Das Kreuz mit dem Kreuz
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Viele haben sich an das Kreuz gewöhnt, andere stoßen sich an ihm. Für die einen und anderen ist es, was es nicht ist: Schmuckstück, Wandfüller, Wegmarkierung, Kulturgut, Provokation, Brutalität und Rede von einem gescheiterten Gott. Vom Passionssonntag bis zum Karfreitag werden die Kreuze verhüllt. Verhüllung lehrt neu sehen und lässt die Frage zu: Was wäre, wenn Jesus nicht am Kreuz gestorben wäre? Gott wäre ein Außenseiter, ein Übermensch, ein Tyrann, ein Verbündeter des Todes und der Sünde geblieben, ein nutzloser Gott. Das Kreuz bleibt die Zumutung des Lebens. Bei Gott heißt Leben Auferstehung. Diese wird wahr für alle, die an den Gott Jesu Christi glauben. Der gekreuzigte Eselskopf in der römischen Antike war die älteste Darstellung des Gekreuzigten, um die Christen zu verhöhnen. Doch der Glaube der Menschen hat Wahrhaftigeres und Größeres hervorgebracht durch all die Jahrhunderte bis heute. Auch mir steht sein Kreuz noch immer nicht im Weg, es durchkreuzt sogar meine Wege, nagelt aber nicht fest. Es weist mir den Weg zum Leben. Immer noch schaue ich zu ihm auf. Die vielen Bilder des Gekreuzigten sind nicht verblasst, sie reden von mir, vom Menschen und von Gott.
P. Karl Schauer OSB
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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