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Mirjams Schatz
- Foto: Ursula Schrief
- hochgeladen von martinus Redaktion
Iris Klemenschitz schlüpft bei diesjährigen Passionsspielen in St. Margarethen von 23. Mai bis 12. Juli in die Titelrolle der Mirjam. Weshalb sie gerne auf der Bühne steht und wie sie sich darauf vorbereitet, erzählt sie in einem Gespräch, das CHRISTOPHER ERBEN aufgezeichnet hat.
„Ich war beim Casting und wollte eigentlich die Maria spielen“, erinnert sich Iris Klemenschitz. „Der Regisseur und auch der Autor der neuen Inszenierung sahen mich jedoch in der Rolle der Mirjam. So bin ich zu der Ehre gekommen, in die Rolle der Mirjam zu schlüpfen.“ Mit 14 Jahren stand die gebürtige St. Margarethnerin erstmals auf der Bühne. Aber nicht nur sie – auch ihr Mann und ihre Tochter wirken bei den Passionsspielen seit Jahren immer wieder begeistert mit.
Iris Klememschitz: Die Vorbereitung auf die Mirjam begann im vergangenen Sommer, als ich mit dem Lernen des Textes angefangen habe. In dem ich ihn mir immer wieder vorgesagt habe, das Gesprochene aufnahm und mir im Auto und bei Spaziergängen vorspielte, lernte ich ihn auswendig. Auch schlüpfte mein Mann in anderen Rollen, damit ich mit ihm üben konnte. Das war eine Erleichterung. Die Leseproben mit dem Autor haben mir mehr Einblick in den theologischen Hintergrund der Geschichte gegeben. Mit diesem Wissen gelingt es mir, den Text besser zu verstehen und in der Folge zu vermitteln. Vor den Proben ist es dennoch notwendig, den Text zu wiederholen um textsicher zu werden. So kann ich mich dann bei den Proben auf die Anweisungen des Regisseurs zur Umsetzung konzentrieren.
„Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ ist so aufgebaut, dass Mirjam mit ihrer Schwester Martha, ihrem Bruder Lazarus, sowie der Mutter von Jesus und Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu, zurückblickt auf das Leben und Wirken von Jesu. Es ist ein gemeinsamer Austausch von Erinnerungen nach 20 Jahren. Diese Wegbegleiter führen durch das Passionsspiel und blicken auf verschiedene Szenen des Passionsspieles, besprechen das Geschehen und die Folgen. Mirjam trägt einen großen Schatz von all diesen Erlebnissen in sich, den sie an Johannes weitergibt, der in weiterer Folge das Evangelium schreibt. Er möchte von ihr auch erfahren, wie es sich zugetragen hatte, damit er es zu Papier bringen kann. Miriam weiß auch, dass die Kreuzigung nicht das Ende von Jesus bedeutete und sie deswegen nicht traurig ist, sondern sich positiv an ihn erinnert.
Bei den aktuellen Passionsspielen führt erstmals eine Frau mit ihren Weggefährten durch das Stück, was in einer von Männern dominierten Kirche ungewöhnlich ist. Es ist das erste Mal, dass eine Frau eine derartige Position bei den Passionsspielen einnimmt. Aber nicht nur für die Hauptrolle, sondern auch für die Kostüme bin ich verantwortlich. Die Kostüme für die Apostel und die Gruppe rund um Mirjam wurden in Mailand bei einem großen Kostümverleih ausgeborgt. Mit meinem kleinen Team werden die Kostüme für die Sprechrollen in der Passion und dem Volk zusammengestellt. Bestehende Kostüme wurden adaptiert. Das nimmt ebenso viel Zeit in Anspruch, weshalb die Vorbereitungen bereits ein Jahr vor den Passionsspielen beginnen.
Nach den Passionsspielen habe ich wieder mehr Zeit für die anderen Dinge im Leben. Ob ich jedoch in fünf Jahren wieder die Hauptrolle übernehmen werde, weiß ich heute noch nicht. Das überlasse ich gerne dem Regisseur. Aber dabei sein möchte ich auf alle Fälle wieder.
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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