Von A wie Armut bis Z wie Zweifel
Das Alphabet des Papst Franziskus


Lebensschutz: 
„Um die Verteidigung des Lebens der Ungeborenen, die die Kirche unternimmt, leichthin ins Lächerliche zu ziehen, stellt man ihre Position häufig als etwas Ideologisches, Rückschrittliches, Konservatives dar. Und doch ist diese Verteidigung des ungeborenen Lebens eng mit der Verteidigung jedes beliebigen Menschenrechtes verbunden. Sie setzt die Überzeugung voraus, dass ein menschliches Wesen immer etwas Heiliges und Unantastbares ist, in jeder Situation und jeder Phase seiner Entwicklung. Es trägt seine Daseinsberechtigung in sich selbst und ist nie ein Mittel, um andere Schwierigkeiten zu lösen.“ (Evangelii Gaudium 213)



Maria: 
„Jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der Zärtlichkeit und der Liebe. An ihr sehen wir, dass die Demut und die Zärt-lichkeit nicht Tugenden der Schwachen, sondern der Starken sind, die nicht andere
schlecht zu behandeln brauchen, um sich wichtig zu fühlen. 
Wenn wir auf Maria schauen, sehen wir, dass diejenige, die Gott lobte, weil er die Mächtigen vom Thron stürzt und die Reichen leer ausgehen lässt (vgl. Lk 1,52.53), in unsere Suche nach Gerechtigkeit Geborgenheit bringt. Sie ist die betende
und arbeitende Frau in Nazaret, und sie ist auch die Frau der unverzüglichen
Bereitschaft, die aus ihrem Dorf aufbricht, um den anderen eilends (vgl. Lk 1,39) zu helfen. Diese Dynamik der Gerechtigkeit und der Zärtlichkeit, des Betrachtens und des Hingehens zu den anderen, macht Maria zu einem kirchlichen Vorbild für die Evangelisierung.“ (Evangelii Gaudium 288)




Neuevangelisierung: 
„Jeder Getaufte ist, unabhängig von seiner Funktion in der Kirche und dem Bildungsniveau seines Glaubens, aktiver Träger der Evangelisierung, und es wäre unangemessen, an einen Evangelisierungsplan zu denken, der von qualifizierten Mitarbeitern umgesetzt würde, wobei der Rest des gläubigen Volkes nur Empfänger ihres Handelns wäre. Die neue Evangelisierung muss ein neues Verständnis der tragenden Rolle eines jeden Getauften einschließen.“ („Evangelii Gaudium", Nr. 120)




Ökologie: 
„Achtung vor der Umwelt bedeutet mehr, als bloß reinere Produkte zu gebrauchen oder von uns gebrauchtes Material der Wiederaufbereitung zuzuführen. Dies sind wichtige Aspekte, aber sie genügen nicht. 
Wir müssen mit den Augen des Glaubens
die Schönheit von Gottes Rettungsplan sehen, die Verbindung erkennen zwischen der natürlichen Umgebung und der Würde der menschlichen Person. Männer und Frauen sind als Gottes Abbild und ihm ähnlich erschaffen, und ihnen ist die Herrschaft über die Schöpfung übertragen (vgl. Gen 1,26-28). 
Als Verwalter von Gottes Schöpfung sind wir berufen, die Erde zu einem wunderschönen Garten für die Menschheitsfamilie zu machen. Wenn wir unsere Wälder zerstören, unseren Erdboden verwüsten und unsere Meere verseuchen, verraten wir diese edle Berufung.“
(Begegnung mit den Jugendlichen, Sportplatz der Santo-Tomas-Universität, Manila, 18. Januar 2015)




Pilgern: 
„Unser Leben ist eine Pilgerschaft, eine Reise, die uns über uns selbst hinausführt, ein Unterwegssein auf der Suche nach dem Glück; und das christliche Leben ist insbesondere eine Pilgerschaft zu Gott, unserem Heil und der Fülle alles Guten… Macht euch voller Hoffnung auf den Weg! Die Hoffnung überwindet alle Müdigkeit, jede Krise und jede Angst, und sie gibt uns eine starke Motivation weiterzumachen, denn sie ist ein Geschenk, das wir von Gott selbst empfangen: Er erfüllt unsere Zeit mit Sinn, er gibt uns Licht auf unserem Weg, er zeigt uns die Richtung und das Ziel des Lebens.“  (Botschaft zum 39. Weltjugendtag 2024)



Rosenkranz-Gebet: 
„Es ist notwendig, die Schönheit des Rosenkranzes in den Familien und Häusern wiederzuentdecken. Dieses Gebet hilft, Frieden zu schaffen, und es ist wichtig, es jungen Menschen nahe zu bringen, damit sie es nicht als repetitiv und monoton empfinden, sondern als einen Akt der Liebe, der nicht müde wird, sich zu verströmen… 
Der Rosenkranz, ein einfaches, für jeden erreichbares Instrument, kann die Neuevangelisierung unterstützen, zu der die Kirche heute aufgerufen ist.“ 
(Botschaft zum 150. Jahrestag der Übertragung der Rosenkranz-Madonna in Pompeji, 11. November 2024)



Synodalität: 
„Ich bin überzeugt, dass in einer synodalen Kirche auch die Ausübung des petrinischen Primats besser geklärt werden kann. Der Papst steht nicht allein über der Kirche, sondern er steht in ihr als Getaufter unter den Getauften, im Bischofskollegium als Bischof unter den Bischöfen und ist – als Nachfolger des Apostels Petrus – zugleich berufen, die Kirche von Rom zu leiten, die in der Liebe allen Kirchen vorsteht. Unser Blick weitet sich auch auf die ganze Menschheit aus. Eine synodale Kirche ist wie ein „für die Völker aufgestelltes Zeichen“ (vgl. Jes 11,12)...“
(Zur 50-Jahr-Feier der Errichtung der Bischofssynode – 17. Oktober 2015)



Vergangenheit: 
„Bitten wir den Herrn, er möge die Kirche von denen befreien, die sie alt machen, sie auf die Vergangenheit festnageln, bremsen
und unbeweglich machen wollen. 
Bitten wir auch, dass er die Kirche von einer anderen Versuchung befreie: zu glauben, dass sie jung ist, wenn sie auf alles eingeht, was die Welt ihr anbietet; zu glauben, dass sie sich erneuert, wenn sie ihre Botschaft verbirgt und sich den anderen anpasst. Nein. Sie ist jung, wenn sie sie selbst ist und wenn sie die immer neue Kraft des Wortes Gottes, der Eucharistie, der Gegenwart Christi und der Kraft seines Geistes jeden Tag empfängt.“
(Christus vivit, 35)



Welt: 
„Die Welt ist ein Erbe, das wir von unseren Vorfahren empfangen haben, aber sie ist auch eine Leihgabe unserer Kinder – Kinder, die müde und erschöpft sind von den Konflikten und danach verlangen, den Anbruch des Friedens zu erreichen; Kinder, die uns bitten, die Mauern der Feindschaft niederzureißen und den Weg des Dialogs und des Friedens zu beschreiten, damit Liebe und Freundschaft triumphieren...“ 
(Ansprache beim Friedenstreffen mit den Präsidenten Israels und Palästinas am 8. Juni 2014)




Zweifel: 
„Wenn jemand behauptet, er sei Gott mit absoluter Sicherheit begegnet, und nicht berührt ist von einem Schatten der Unsicherheit, dann läuft etwas schief. Für mich ist das ein wichtiger Erklärungsschlüssel. 
Wenn einer Antworten auf alle Fragen hat, dann ist das der Beweis dafür, dass Gott nicht mit ihm ist. Das bedeutet, dass er ein falscher Prophet ist, der die Religion für sich selbst benutzt. Die großen Führer des Gottesvolkes wie Mose haben immer Platz für den Zweifel gelassen. Man muss Platz für den Herrn lassen, nicht für unsere Sicherheiten… 
Wer heute immer disziplinäre Lösungen
sucht, wer in übertriebener Weise die Sicherheit in der Lehre sucht, wer verbissen die verlorene Vergangenheit sucht, hat eine statische und rückwärtsgewandte Vision. Auf diese Weise wird der Glaube eine Ideologie...“ (Antonio Spadaro, Das Interview mit Papst Franziskus, September 2013) | Foto: C. Gennari/R. Siciliani/KNA

  • Lebensschutz:
    „Um die Verteidigung des Lebens der Ungeborenen, die die Kirche unternimmt, leichthin ins Lächerliche zu ziehen, stellt man ihre Position häufig als etwas Ideologisches, Rückschrittliches, Konservatives dar. Und doch ist diese Verteidigung des ungeborenen Lebens eng mit der Verteidigung jedes beliebigen Menschenrechtes verbunden. Sie setzt die Überzeugung voraus, dass ein menschliches Wesen immer etwas Heiliges und Unantastbares ist, in jeder Situation und jeder Phase seiner Entwicklung. Es trägt seine Daseinsberechtigung in sich selbst und ist nie ein Mittel, um andere Schwierigkeiten zu lösen.“ (Evangelii Gaudium 213)



    Maria:
    „Jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der Zärtlichkeit und der Liebe. An ihr sehen wir, dass die Demut und die Zärt-lichkeit nicht Tugenden der Schwachen, sondern der Starken sind, die nicht andere
    schlecht zu behandeln brauchen, um sich wichtig zu fühlen.
    Wenn wir auf Maria schauen, sehen wir, dass diejenige, die Gott lobte, weil er die Mächtigen vom Thron stürzt und die Reichen leer ausgehen lässt (vgl. Lk 1,52.53), in unsere Suche nach Gerechtigkeit Geborgenheit bringt. Sie ist die betende
    und arbeitende Frau in Nazaret, und sie ist auch die Frau der unverzüglichen
    Bereitschaft, die aus ihrem Dorf aufbricht, um den anderen eilends (vgl. Lk 1,39) zu helfen. Diese Dynamik der Gerechtigkeit und der Zärtlichkeit, des Betrachtens und des Hingehens zu den anderen, macht Maria zu einem kirchlichen Vorbild für die Evangelisierung.“ (Evangelii Gaudium 288)




    Neuevangelisierung:
    „Jeder Getaufte ist, unabhängig von seiner Funktion in der Kirche und dem Bildungsniveau seines Glaubens, aktiver Träger der Evangelisierung, und es wäre unangemessen, an einen Evangelisierungsplan zu denken, der von qualifizierten Mitarbeitern umgesetzt würde, wobei der Rest des gläubigen Volkes nur Empfänger ihres Handelns wäre. Die neue Evangelisierung muss ein neues Verständnis der tragenden Rolle eines jeden Getauften einschließen.“ („Evangelii Gaudium", Nr. 120)




    Ökologie:
    „Achtung vor der Umwelt bedeutet mehr, als bloß reinere Produkte zu gebrauchen oder von uns gebrauchtes Material der Wiederaufbereitung zuzuführen. Dies sind wichtige Aspekte, aber sie genügen nicht.
    Wir müssen mit den Augen des Glaubens
    die Schönheit von Gottes Rettungsplan sehen, die Verbindung erkennen zwischen der natürlichen Umgebung und der Würde der menschlichen Person. Männer und Frauen sind als Gottes Abbild und ihm ähnlich erschaffen, und ihnen ist die Herrschaft über die Schöpfung übertragen (vgl. Gen 1,26-28).
    Als Verwalter von Gottes Schöpfung sind wir berufen, die Erde zu einem wunderschönen Garten für die Menschheitsfamilie zu machen. Wenn wir unsere Wälder zerstören, unseren Erdboden verwüsten und unsere Meere verseuchen, verraten wir diese edle Berufung.“
    (Begegnung mit den Jugendlichen, Sportplatz der Santo-Tomas-Universität, Manila, 18. Januar 2015)




    Pilgern:
    „Unser Leben ist eine Pilgerschaft, eine Reise, die uns über uns selbst hinausführt, ein Unterwegssein auf der Suche nach dem Glück; und das christliche Leben ist insbesondere eine Pilgerschaft zu Gott, unserem Heil und der Fülle alles Guten… Macht euch voller Hoffnung auf den Weg! Die Hoffnung überwindet alle Müdigkeit, jede Krise und jede Angst, und sie gibt uns eine starke Motivation weiterzumachen, denn sie ist ein Geschenk, das wir von Gott selbst empfangen: Er erfüllt unsere Zeit mit Sinn, er gibt uns Licht auf unserem Weg, er zeigt uns die Richtung und das Ziel des Lebens.“ (Botschaft zum 39. Weltjugendtag 2024)



    Rosenkranz-Gebet:
    „Es ist notwendig, die Schönheit des Rosenkranzes in den Familien und Häusern wiederzuentdecken. Dieses Gebet hilft, Frieden zu schaffen, und es ist wichtig, es jungen Menschen nahe zu bringen, damit sie es nicht als repetitiv und monoton empfinden, sondern als einen Akt der Liebe, der nicht müde wird, sich zu verströmen…
    Der Rosenkranz, ein einfaches, für jeden erreichbares Instrument, kann die Neuevangelisierung unterstützen, zu der die Kirche heute aufgerufen ist.“
    (Botschaft zum 150. Jahrestag der Übertragung der Rosenkranz-Madonna in Pompeji, 11. November 2024)



    Synodalität:
    „Ich bin überzeugt, dass in einer synodalen Kirche auch die Ausübung des petrinischen Primats besser geklärt werden kann. Der Papst steht nicht allein über der Kirche, sondern er steht in ihr als Getaufter unter den Getauften, im Bischofskollegium als Bischof unter den Bischöfen und ist – als Nachfolger des Apostels Petrus – zugleich berufen, die Kirche von Rom zu leiten, die in der Liebe allen Kirchen vorsteht. Unser Blick weitet sich auch auf die ganze Menschheit aus. Eine synodale Kirche ist wie ein „für die Völker aufgestelltes Zeichen“ (vgl. Jes 11,12)...“
    (Zur 50-Jahr-Feier der Errichtung der Bischofssynode – 17. Oktober 2015)



    Vergangenheit:
    „Bitten wir den Herrn, er möge die Kirche von denen befreien, die sie alt machen, sie auf die Vergangenheit festnageln, bremsen
    und unbeweglich machen wollen.
    Bitten wir auch, dass er die Kirche von einer anderen Versuchung befreie: zu glauben, dass sie jung ist, wenn sie auf alles eingeht, was die Welt ihr anbietet; zu glauben, dass sie sich erneuert, wenn sie ihre Botschaft verbirgt und sich den anderen anpasst. Nein. Sie ist jung, wenn sie sie selbst ist und wenn sie die immer neue Kraft des Wortes Gottes, der Eucharistie, der Gegenwart Christi und der Kraft seines Geistes jeden Tag empfängt.“
    (Christus vivit, 35)



    Welt:
    „Die Welt ist ein Erbe, das wir von unseren Vorfahren empfangen haben, aber sie ist auch eine Leihgabe unserer Kinder – Kinder, die müde und erschöpft sind von den Konflikten und danach verlangen, den Anbruch des Friedens zu erreichen; Kinder, die uns bitten, die Mauern der Feindschaft niederzureißen und den Weg des Dialogs und des Friedens zu beschreiten, damit Liebe und Freundschaft triumphieren...“
    (Ansprache beim Friedenstreffen mit den Präsidenten Israels und Palästinas am 8. Juni 2014)




    Zweifel:
    „Wenn jemand behauptet, er sei Gott mit absoluter Sicherheit begegnet, und nicht berührt ist von einem Schatten der Unsicherheit, dann läuft etwas schief. Für mich ist das ein wichtiger Erklärungsschlüssel.
    Wenn einer Antworten auf alle Fragen hat, dann ist das der Beweis dafür, dass Gott nicht mit ihm ist. Das bedeutet, dass er ein falscher Prophet ist, der die Religion für sich selbst benutzt. Die großen Führer des Gottesvolkes wie Mose haben immer Platz für den Zweifel gelassen. Man muss Platz für den Herrn lassen, nicht für unsere Sicherheiten…
    Wer heute immer disziplinäre Lösungen
    sucht, wer in übertriebener Weise die Sicherheit in der Lehre sucht, wer verbissen die verlorene Vergangenheit sucht, hat eine statische und rückwärtsgewandte Vision. Auf diese Weise wird der Glaube eine Ideologie...“ (Antonio Spadaro, Das Interview mit Papst Franziskus, September 2013)
  • Foto: C. Gennari/R. Siciliani/KNA
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Armut:
„Wenn man von den Armen spricht, verfällt man leicht in Phrasendrescherei. Eine tückische Versuchung ist es auch, bei Statistiken und Zahlen stehen zu bleiben. Die Armen sind Menschen, sie haben Gesichter, Geschichten, Herzen und Seelen. Sie sind Brüder und Schwestern mit ihren Vorzügen und Fehlern, wie alle anderen auch, und es ist wichtig, mit einem jedem von ihnen in eine persönliche Beziehung einzutreten… Der Glaube lehrt uns, dass jeder Arme ein Kind Gottes ist und dass Christus in ihm oder ihr gegenwärtig ist: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Botschaft zum Welttag der Armen, 13. Juni 2023)

Buenos Aires:
„Brüder und Schwestern, guten Abend. Wie ihr wisst, war es die Pflicht des Konklaves, Rom einen Bischof zu geben. Wie es scheint, sind meine Kardinalsbrüder nahezu bis ans Ende der Welt gegangen, um ihn zu bekommen ... Aber hier sind wir. (...) Ich danke Euch für den Empfang. Die Diözesan-Gemeinschaft von Rom hat ihren Bischof: Danke!
Zunächst möchte ich für unseren emeritierten Bischof Benedikt XVI. beten. Beten wir alle gemeinsam für ihn, auf dass der Herr ihn segne und die Muttergottes ihn behüte. (...) Und jetzt beginnen wir diesen Weg, Bischof und Volk. Dieser Weg der Kirche Roms, der jener ist, der in der Barmherzigkeit allen Kirchen vorsteht, ein Weg der Brüderlichkeit, der Liebe, des Vertrauens zwischen uns. Beten wir immer für uns, einer für den anderen. Beten wir für die ganze Welt, damit es eine große Brüderlichkeit geben wird“...
(Die ersten Worte von Papst Franziskus am Tag seiner Wahl, 13. März, am Balkon des Petersdomes)

Charisma:
„Alle Getauften, jeder mit seinem eigenen Charisma und Dienst, sind mitverantwortlich, dass vielfältige Zeichen der Hoffnung die Gegenwart Gottes in der Welt bezeugen.“ (Spes non confundit 17)

Dialog:
„Die Welt erstickt ohne Dialog. Der Dialog ist nur ausgehend von der eigenen Identität möglich. Ich kann nicht so tun, als hätte ich eine andere Identität, um einen Dialog zu führen. Nein, so kann man keinen Dialog führen… Tragt dazu bei, im Herzen der Gesellschaft das Mitleid wachsen zu lassen – was die wahre Revolution ist, die des Mitleids und der Zärtlichkeit –, die Freundschaft wachsen zu lassen an Stelle der Spukgestalten von Feindschaft und Gleichgültigkeit.“ (An die Gemeinschaft Sant' Egidio am 15. Juni 2014)

Emmaus:
„Das ist das ganze Geheimnis des Weges, der nach Emmaus führt: Auch wenn das Gegenteil der Fall zu sein scheint, werden wir immer geliebt, und Gott wird nie aufhören uns zu lieben. Gott wird immer und immer mit uns gehen, auch in den schmerzlichsten Augenblicken, auch in den schlimmsten Augenblicken, auch in den Augenblicken der Niederlage: Dort ist der Herr. Das ist unsere Hoffnung. Gehen wir voran mit dieser Hoffnung! Denn er ist an unserer Seite und geht mit uns, immer!“ (Generalaudienz am 24. Mai 2017)

Familie:
„Wir alle wissen, dass es keine perfekte Familie gibt, genauso wenig, wie es einen perfekten Ehemann oder eine perfekte Ehefrau gibt. Von der perfekten Schwiegermutter ganz zu schweigen… Es ist normal, dass Ehepaare streiten; da ist immer irgendwas, wir haben gestritten…
Vielleicht habt ihr euch geärgert, und dabei ist womöglich der eine oder andere Teller zu Bruch gegangen. Aber ich bitte euch, eines nie zu vergessen: Lasst keinen Tag zu Ende gehen, ohne dass ihr euch wieder vertragen habt! Dafür bedarf es keiner großen Worte… Manchmal reicht eine einfache Geste… Niemals den Tag beenden, ohne Frieden zu schließen, denn sonst ist das, was du mit dir herumträgst, am Tag danach kalt und hart – und dann ist es noch schwerer, Frieden zu schließen.“
(Ansprache an junge Paare, die sich auf die Ehe vorbereiten – 14. Februar 2014)

Geruch:
„Wer nicht aus sich herausgeht, wird – statt Mittler zu sein – allmählich ein Zwischenhändler, ein Verwalter. Wir kennen alle den Unterschied: Der Zwischenhändler und der Verwalter haben bereits ihren Lohn. Und da sie ihre eigene Haut und ihr Herz nicht aufs Spiel setzen, empfangen sie keinen liebevollen Dank, der von Herzen kommt. Genau daher kommt die Unzufriedenheit einiger, die schließlich traurige Priester macht, die zu einer Art Antiquitäten- oder Neuheitensammler werden anstatt Hirten mit dem Geruch der Schafe zu sein. Das erbitte ich von euch: Seid Hirten mit dem Geruch der Schafe, dass man ihn riecht und merkt: dass ihr Hirten inmitten eurer Herde und Menschenfischer seid.“ (Predigt bei der Chrisam-Messe am Gründonnerstag 2013)

Hoffnung:
„Wenn die Reise des Lebens keinen Sinn hat, wenn am Anfang und am Ende das Nichts steht, dann fragen wir uns, warum wir überhaupt vorwärtsgehen sollen: daher die menschliche Verzweiflung, das Gefühl der Sinnlosigkeit von allem… Wenn die Hoffnung fehlt, drohen alle anderen Tugenden zu zerbröckeln und zu Asche zu werden. Wenn es kein verlässliches Morgen, keinen hellen Horizont gäbe, müsste man zu dem Schluss kommen, dass Tugend eine vergebliche Mühe ist… Oft lassen Christen die Hoffnung sinken, überlassen sich der Melancholie, verzagen wegen ihrer Sünden. Dabei verzeiht Gott uns immer und alles… Die Welt braucht diese christliche Tugend heute so dringend! Die Welt braucht Hoffnung! Genauso dringend braucht sie Geduld, eine Tugend, die mit der Hoffnung Hand in Hand geht.“ (Generalaudienz, 8. Mai 2024)

Ignatius:
„Vor 500 Jahren zersprangen in Pamplona alle weltlichen Träume des Ignatius binnen einer Sekunde in Stücke (Anm. Papst Franziskus nimmt Bezug auf das Bekehrungserlebnis des Heiligen). Die Kanonenkugel, die ihn damals verletzte, änderte den Gang seines Lebens und den Gang der Welt. Wie wichtig doch die scheinbar kleinen Dinge sein können! Diese Kanonenkugel brachte mit sich, dass Ignatius in den Träumen scheiterte, die er selbst für sein Leben gehabt hatte. Der Traum Gottes für Ignatius kreiste nicht nur um Ignatius. Es ging darum, den Seelen zu helfen. Es war ein Traum der Erlösung, ein Traum des Herausgehens in die ganze Welt, von Jesus begleitet, demütig und arm.“
(Botschaft zum 500. Jahrestag der Bekehrung des Heiligen Ignatius, Gründer des Jesuitenordens, 24. Mai 2021)

Jesus:
„Um den Herrn zu kennen, reicht es in Wirklichkeit nicht aus, etwas über ihn zu wissen, sondern ihm zu folgen, sich von seinem Evangelium berühren und verändern zu lassen… Es geht darum, eine Beziehung zu ihm zu haben, eine Begegnung, die dein Leben verändert: Sie verändert deine Art zu sein, deine Denkweise, die Beziehungen zu deinen Brüdern und Schwestern, deine Bereitschaft zu akzeptieren und zu vergeben, die Entscheidungen, die du im Leben triffst. Alles ändert sich, wenn man Jesus wirklich kennengelernt hat!“
(Angelus am 15. September 2024)

Kirche:
„Ich möchte, dass wir heute uns alle fragen: Sind wir noch eine Kirche, die imstande ist, die Herzen zu erwärmen? Eine Kirche, die fähig ist, nach Jerusalem zurückzuführen? Wieder nach Hause zu begleiten? In Jerusalem wohnen unsere Quellen: Schrift, Katechese, Sakramente, Gemeinschaft, Freundschaft des Herrn, Maria und die Apostel... Sind wir noch fähig, von diesen Quellen so zu erzählen, dass wir die Begeisterung für ihre Schönheit wiedererwecken?“ (An die brasilianischen Bischöfe, 27. Juli 2013)

Lebensschutz:
„Um die Verteidigung des Lebens der Ungeborenen, die die Kirche unternimmt, leichthin ins Lächerliche zu ziehen, stellt man ihre Position häufig als etwas Ideologisches, Rückschrittliches, Konservatives dar. Und doch ist diese Verteidigung des ungeborenen Lebens eng mit der Verteidigung jedes beliebigen Menschenrechtes verbunden. Sie setzt die Überzeugung voraus, dass ein menschliches Wesen immer etwas Heiliges und Unantastbares ist, in jeder Situation und jeder Phase seiner Entwicklung. Es trägt seine Daseinsberechtigung in sich selbst und ist nie ein Mittel, um andere Schwierigkeiten zu lösen.“ (Evangelii Gaudium 213)

Maria:
„Jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der Zärtlichkeit und der Liebe. An ihr sehen wir, dass die Demut und die Zärt-lichkeit nicht Tugenden der Schwachen, sondern der Starken sind, die nicht andere schlecht zu behandeln brauchen, um sich wichtig zu fühlen.
Wenn wir auf Maria schauen, sehen wir, dass diejenige, die Gott lobte, weil er die Mächtigen vom Thron stürzt und die Reichen leer ausgehen lässt (vgl. Lk 1,52.53), in unsere Suche nach Gerechtigkeit Geborgenheit bringt. Sie ist die betende und arbeitende Frau in Nazaret, und sie ist auch die Frau der unverzüglichen Bereitschaft, die aus ihrem Dorf aufbricht, um den anderen eilends (vgl. Lk 1,39) zu helfen. Diese Dynamik der Gerechtigkeit und der Zärtlichkeit, des Betrachtens und des Hingehens zu den anderen, macht Maria zu einem kirchlichen Vorbild für die Evangelisierung.“ (Evangelii Gaudium 288)

Neuevangelisierung:
„Jeder Getaufte ist, unabhängig von seiner Funktion in der Kirche und dem Bildungsniveau seines Glaubens, aktiver Träger der Evangelisierung, und es wäre unangemessen, an einen Evangelisierungsplan zu denken, der von qualifizierten Mitarbeitern umgesetzt würde, wobei der Rest des gläubigen Volkes nur Empfänger ihres Handelns wäre. Die neue Evangelisierung muss ein neues Verständnis der tragenden Rolle eines jeden Getauften einschließen.“ („Evangelii Gaudium", Nr. 120)

Ökologie:
„Achtung vor der Umwelt bedeutet mehr, als bloß reinere Produkte zu gebrauchen oder von uns gebrauchtes Material der Wiederaufbereitung zuzuführen. Dies sind wichtige Aspekte, aber sie genügen nicht.
Wir müssen mit den Augen des Glaubens die Schönheit von Gottes Rettungsplan sehen, die Verbindung erkennen zwischen der natürlichen Umgebung und der Würde der menschlichen Person. Männer und Frauen sind als Gottes Abbild und ihm ähnlich erschaffen, und ihnen ist die Herrschaft über die Schöpfung übertragen (vgl. Gen 1,26-28). Als Verwalter von Gottes Schöpfung sind wir berufen, die Erde zu einem wunderschönen Garten für die Menschheitsfamilie zu machen. Wenn wir unsere Wälder zerstören, unseren Erdboden verwüsten und unsere Meere verseuchen, verraten wir diese edle Berufung.“
(Begegnung mit den Jugendlichen, Sportplatz der Santo-Tomas-Universität, Manila, 18. Januar 2015)

Pilgern:
„Unser Leben ist eine Pilgerschaft, eine Reise, die uns über uns selbst hinausführt, ein Unterwegssein auf der Suche nach dem Glück; und das christliche Leben ist insbesondere eine Pilgerschaft zu Gott, unserem Heil und der Fülle alles Guten… Macht euch voller Hoffnung auf den Weg! Die Hoffnung überwindet alle Müdigkeit, jede Krise und jede Angst, und sie gibt uns eine starke Motivation weiterzumachen, denn sie ist ein Geschenk, das wir von Gott selbst empfangen: Er erfüllt unsere Zeit mit Sinn, er gibt uns Licht auf unserem Weg, er zeigt uns die Richtung und das Ziel des Lebens.“ (Botschaft zum 39. Weltjugendtag 2024)

Rosenkranz-Gebet:
„Es ist notwendig, die Schönheit des Rosenkranzes in den Familien und Häusern wiederzuentdecken. Dieses Gebet hilft, Frieden zu schaffen, und es ist wichtig, es jungen Menschen nahe zu bringen, damit sie es nicht als repetitiv und monoton empfinden, sondern als einen Akt der Liebe, der nicht müde wird, sich zu verströmen…
Der Rosenkranz, ein einfaches, für jeden erreichbares Instrument, kann die Neuevangelisierung unterstützen, zu der die Kirche heute aufgerufen ist.“
(Botschaft zum 150. Jahrestag der Übertragung der Rosenkranz-Madonna in Pompeji, 11. November 2024)

Synodalität:
„Ich bin überzeugt, dass in einer synodalen Kirche auch die Ausübung des petrinischen Primats besser geklärt werden kann. Der Papst steht nicht allein über der Kirche, sondern er steht in ihr als Getaufter unter den Getauften, im Bischofskollegium als Bischof unter den Bischöfen und ist – als Nachfolger des Apostels Petrus – zugleich berufen, die Kirche von Rom zu leiten, die in der Liebe allen Kirchen vorsteht. Unser Blick weitet sich auch auf die ganze Menschheit aus. Eine synodale Kirche ist wie ein „für die Völker aufgestelltes Zeichen“ (vgl. Jes 11,12)...“ (Zur 50-Jahr-Feier der Errichtung der Bischofssynode – 17. Oktober 2015)

Vergangenheit:
„Bitten wir den Herrn, er möge die Kirche von denen befreien, die sie alt machen, sie auf die Vergangenheit festnageln, bremsen und unbeweglich machen wollen. Bitten wir auch, dass er die Kirche von einer anderen Versuchung befreie: zu glauben, dass sie jung ist, wenn sie auf alles eingeht, was die Welt ihr anbietet; zu glauben, dass sie sich erneuert, wenn sie ihre Botschaft verbirgt und sich den anderen anpasst. Nein. Sie ist jung, wenn sie sie selbst ist und wenn sie die immer neue Kraft des Wortes Gottes, der Eucharistie, der Gegenwart Christi und der Kraft seines Geistes jeden Tag empfängt.“ (Christus vivit, 35)

Welt:
„Die Welt ist ein Erbe, das wir von unseren Vorfahren empfangen haben, aber sie ist auch eine Leihgabe unserer Kinder – Kinder, die müde und erschöpft sind von den Konflikten und danach verlangen, den Anbruch des Friedens zu erreichen; Kinder, die uns bitten, die Mauern der Feindschaft niederzureißen und den Weg des Dialogs und des Friedens zu beschreiten, damit Liebe und Freundschaft triumphieren...“
(Ansprache beim Friedenstreffen mit den Präsidenten Israels und Palästinas am 8. Juni 2014)

Zweifel:
„Wenn jemand behauptet, er sei Gott mit absoluter Sicherheit begegnet, und nicht berührt ist von einem Schatten der Unsicherheit, dann läuft etwas schief. Für mich ist das ein wichtiger Erklärungsschlüssel.
Wenn einer Antworten auf alle Fragen hat, dann ist das der Beweis dafür, dass Gott nicht mit ihm ist. Das bedeutet, dass er ein falscher Prophet ist, der die Religion für sich selbst benutzt. Die großen Führer des Gottesvolkes wie Mose haben immer Platz für den Zweifel gelassen. Man muss Platz für den Herrn lassen, nicht für unsere Sicherheiten…
Wer heute immer disziplinäre Lösungen sucht, wer in übertriebener Weise die Sicherheit in der Lehre sucht, wer verbissen die verlorene Vergangenheit sucht, hat eine statische und rückwärtsgewandte Vision. Auf diese Weise wird der Glaube eine Ideologie...“ (Antonio Spadaro, Das Interview mit Papst Franziskus, September 2013)

Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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