Bauarbeiten, Motivation und Gemeinschaftsgefühl
Mach‘s einfach!

Pfarrkirchenrat Martin Gollner setzt sich mit Herz und Sachverstand für seine Pfarre St. Johann im Walde ein.  | Foto: Gollner
  • Pfarrkirchenrat Martin Gollner setzt sich mit Herz und Sachverstand für seine Pfarre St. Johann im Walde ein.
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Martin Gollner aus der 300-Seelen-Gemeinde St. Johann im Walde engagiert sich im Pfarrkirchenrat: ein Gespräch über Bauarbeiten, Motivation und Gemeinschaftsgefühl.

Seit sechs Jahren sind Sie im Pfarrkirchenrat (PKR) Ihrer Pfarre. Wie kam es dazu?
Martin Gollner:
Als ich vor 20 Jahren meine Tischlerei gegründet habe, wurde ich öfter gefragt, ob ich bei Renovierungsarbeiten mithelfe. Ich habe mich immer gern für meine Heimat- und Pfarrgemeinde engagiert und
bei allen möglichen anfallenden Arbeiten selbst Hand angelegt. So bin ich hineingewachsen und irgendwann hat man mich gefragt, ob ich in den PKR kommen möchte.

Welche Aufgaben fallen im PKR an?
Gollner:
Das Gremium entlastet den Pfarrer, indem es vielfältige Aufgaben übernimmt: Wir kümmern uns um die Grundstücksangelegenheiten und Verpachtungen sowie die Pfarrbuchhaltung, und vor allem schauen wir darauf, die uns anvertrauten Gebäude – Kirche und Pfarrwidum – gut in Schuss zu halten und für die Finanzierung zu sorgen. Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit im Dorf, viele helfen mit, wenn wir darum bitten. Das ist alles andere als selbstverständlich.

Was motiviert die Menschen, sich so zu engagieren?
Gollner:
Wenn man ein bisschen in die Vergangenheit schaut – unsere Kirche ist über 800 Jahre alt – auch in den schwersten Zeiten von Hunger, Krieg usw. haben es die Leute fertiggebracht, sich um die Kirche im Dorf zu kümmern. Daran sollten wir uns heute, wo es uns an nichts fehlt, ein Beispiel nehmen, finde ich. Jeder braucht eine Kirche in seinem Leben und freut sich, wenn sie zu den großen Festen wie Taufe, Hochzeit, den Hochfesten im Kirchenjahr in gutem Zustand ist. Aber dafür muss man etwas tun, es geht nicht alles von selbst! Da braucht‘s immer welche, die die Initiative ergreifen. Dann helfen die Leute gern mit, aus allen Generationen, das ist sehr schön!

Woher kommt Ihre Begeisterung für die Erhaltung alter Gebäude?
Gollner:
Meine Mama erzählt immer, dass ich als Kind im Gottesdienst ganz fasziniert zu den Gewölben hinaufgeschaut habe. Bis heute ist es so, dass mich alte Gebäude begeistern, das Altehrwürdige, Generationenübergreifende beeindruckt mich.

Welche Projekte haben Sie im PKR schon begleitet?
Gollner:
Ein wichtiges Projekt war die Erhaltung unseres Widums mit über 200 Quadratmetern Wohnfläche. Es stand seit vielen Jahren leer, weil der Pfarrer in Ainet wohnt. Im Widum sind die Pfarrkanzlei und ein Probelokal für den Kirchenchor, ansonsten stand es leer. Wir standen vor der Frage, entweder das Obergeschoss stillzulegen oder zu vermieten. Mit Unterstützung von Diözese und Denkmalamt und vielen, vielen Stunden Eigenleistung ist es uns gelungen, das Gebäude herzurichten und eine Wohnung zu vermieten. So erzeugt das Gebäude keine Kosten. Wir sind sehr stolz, dass es heute kein „verlassenes Einöd“ mehr ist, sondern sich sehen lassen kann.
Ein anderes sehr schönes Projekt war die professionelle Renovierung unserer alten Kirchenkrippe.

Was gibt Ihnen Kraft für Ihr Ehrenamt?
Gollner:
Mich trägt mein christlicher Glaube, ich gehe gern zu den Gottesdiensten, das Evangelium ist mir wichtig. Auch der Gemeinschaftssinn treibt mich an: Gemeinsam etwas anzupacken, zu sehen, dass die Leute damit zufrieden sind und dann – auch nach vielen Jahren – sagen zu können: „Das haben wir gemeinsam geschafft!“ Ein Ehrenamt geht ja nicht bis ans Lebensende. Für jeden kommt einmal die Zeit, sich vor Ort für etwas zu engagieren. Mein Motto ist: „Mach‘s einfach!“

Autor:

Lydia Kaltenhauser aus Tirol | TIROLER Sonntag

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