Das Schülerheim Don Bosco in Fulpmes
Wie ein zweites Zuhause

100 Jahre Schülerheim Don Bosco in Fulpmes: Jugendliche aus ganz Tirol erhalten hier eine fundierte Maschinenbau-Ausbildung. Coronabedingt finden die Feiern in kleinstem Rahmen statt (das Bild entstand im Herbst 2020. Die Jugendlichen leben unter strengen Hygienebedingungen zusammen. Die Schüler auf dem Bild sind aus einer Klasse).
  • 100 Jahre Schülerheim Don Bosco in Fulpmes: Jugendliche aus ganz Tirol erhalten hier eine fundierte Maschinenbau-Ausbildung. Coronabedingt finden die Feiern in kleinstem Rahmen statt (das Bild entstand im Herbst 2020. Die Jugendlichen leben unter strengen Hygienebedingungen zusammen. Die Schüler auf dem Bild sind aus einer Klasse).
  • Foto: Julian Pernsteiner
  • hochgeladen von TIROLER Sonntag Redaktion

Tooooor“ – der Aufschrei von zwei Jugendlichen ist kaum zu überhören. Sie stehen sich bei einem Tischfußball-Match im Keller des Schülerheims der Salesianer Don Boscos gegenüber. „Mit Maske und Abstand verbringen wir eine wunderbare Zeit“, sagt Lukas.

Seit mittlerweile vier Jahren wohnt der gebürtige Zammer in Fulpmes und besucht die „Höhere Technische Lehranstalt“ (HTL). Von den sonst 188 Schülerinnen und Schülern sind coronabedingt derzeit aber nur rund 50 Schüler/innen im Haus, die sich auf die Abschlussprüfung im Frühjahr an der HTL vorbereiten. Die anderen folgen dem Unterricht dort via Teams von Zuhause aus.

Ein Zuhause auf Zeit.

Für viele der 3.600 Schüler/innen war das Schülerheim bis heute ein „zweites Zuhause“, wie es Salesianerpater und Direktor Peter Rinderer im Interview mit dem Tiroler Sonntag betont. Auf eine sehr facettenreiche Geschichte blickt es außerdem zurück: Im Jahr 1921 kamen die Salesianer Don Boscos, übernahmen das leer stehende und bekannte „Grand Hotel Stubai“ und eröffneten darin unter anderem ein Internat für die Schüler der „Fachschule für Eisen- und Stahlarbeiter“. Aus dieser ging Jahre später die über die Grenzen des Landes bekannte HTL hervor. An das alte Hotel erinnert an diesem Ort heute nichts mehr. Dieses musste in den 70er-Jahre einem Neubau nach Plänen des österreichischen Architekten Clemens Holzmeister weichen. 2010 wurde das Haus generalsaniert und die Zimmer darin neu ausgestattet.Leben und Lernen. Gemeinsam bilden das Schülerheim und die HTL heute den über die Grenzen Tirols hinaus bekannten Technikcampus Stubai. „Wir ziehen an einem gemeinsamen Strang und verfolgen die gleichen Ziele – wir sind wie Reisebegleiter für die jungen Menschen im entscheidenden Lebensabschnitt vom Kind zum Erwachsensein“, sagt HTL-Direktor Martin Schmidt-Baldassari. „Unsere Schülerinnen und Schüler sollen erfolgreich sein, ihre eigenen Stärken entwikkeln, die sie vielleicht ihr ganzes Leben lang brauchen werden.“ Im Schülerheim finden sie eine Heimat und eine umfassende Begleitung „aus der vieles wachsen kann“, ist der HTL-Direktor überzeugt.

Ein Herz für die Jugend.

Hin und her rollt der kleine Ball über das Spielfeld am Tischfußballtisch. Die Spannung steigt. Lukas gönnt sich eine Pause und trinkt einen Schluck Wasser, bevor es ins Finale geht. Aber nicht nur die Freizeitaktivitäten und die Essenszeiten bestimmen den Tagesablauf im Schülerheim – auch die Studierzeiten in der Früh und am Abend. Dabei werden die 14- bis 19-Jährigen von einem Team erfahrener Pädagog/innen unterstützt.
„Unser Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler durch einen wichtigen Abschnitt ihres Lebens zu begleiten, damit sie zu einer reifen Persönlichkeit heranwachsen“, sagt Sozialpädagoge Florian Pohl, der selbst die HTL in Fulpmes absolvierte und dessen Herz seit über 20 Jahren für das Haus und seine Bewohner schlägt. Heute leitet er den pädagogischen Bereich des Schülerheims.

Erfolgsrezept.

Für Florian Pohl ist die qualifizierte Lernbegleitung ein „Erfolgsrezept“ und ein Grund, weshalb viele Eltern ihre Kinder dem Schülerheim anvertrauen. „Ich kann ihnen durch meine langjährige Erfahrung in allen Gegenständen gut weiterhelfen“, sagt der Sozialpädagoge. Lernen erfordere viel Geduld, damit Inhalte aus verschiedenen Fächern rasch miteinander verknüpft und lange behalten werden können. Jeden Tag arbeitet er mit ihnen und versucht, sie in der Studierzeit zu motivieren und zu unterstützen. Der Pädagoge sieht sich als neutrale Ansprechperson, da er jede Schülerin und jeden Schüler kennt und bei auftretenden Problemen zwischen Schule und Schüler/in gut vermitteln kann.

Seelsorge als Bereicherung.

Teil des Alltags im Schülerheim sind auch religiöse Angebote: Feiern zu Weihnachten, Ostern und zum Don Bosco-Fest, die wöchentlichen Schülergottesdienste oder die Schulschlusswallfahrt schätzen viele Jugendliche. Das sind „Momente zum Innehalten“ und des Ausgleichs zum manchmal hektischen Alltag, erzählt Direktor Pater Rinderer. „Auch fördern sie den Zusammenhalt.“

Corona schweißt zusammen.

Mit einem knappen Sieg endet das heutige Tischfußballmatch. „Aber morgen spielen wir weiter“, strahlt Lukas und nimmt sich die MNS-Maske vom Gesicht. Er ist davon überzeugt, dass er diese Zeit trotz vieler Einschränkungen und Distance Learning gut bewältige. „Ja, die Corona-Krise schweißt uns mehr denn je zusammen – und das weit über unsere Schulzeit hinaus.“

Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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