Schülerzeitung des Paulinum feiert
Startschuss in der Besenkammer

Kreativ und innovativ: Die Redaktion der Schülerzeitung etcetera des Bischöflichen Gymnasiums Paulinum.
  • Kreativ und innovativ: Die Redaktion der Schülerzeitung etcetera des Bischöflichen Gymnasiums Paulinum.
  • Foto: Paulinum
  • hochgeladen von Gilbert Rosenkranz

Die jüngste Ausgabe der Pauliner Schülerzeitung „etcetera“ zum Thema „Ungerechtigkeit“ ist eine Jubiläumsnummer. Seit ihrer Gründung vor 35 Jahren sind 75 Ausgaben erschienen.

Man wird im Blätterwald der österreichischen Schülerzeitungen lange nach einem Medium mit einem ähnlich hohen Niveau suchen müssen. Mutig und engagiert knöpfen sich die Jungjournalist/innen Ausgabe für Ausgabe ein Schwerpunktthema vor. Zum Thema „Ungerechtigkeit“ geht es in einem „Pro“ und „Contra“ um Schuluniformen, kommentarhaft setzt sich eine Schülerin mit der Berechtigung des Schulgeldes an Privatschulen auseinander. Weitere Themen: Frausein heute, Erwachsenwerden, der Wert von Lebensmitteln und vieles mehr. Dazu eine Fotostory, die Vorstellung neuer Lehrpersonen, Filme und Bücher. Alles in allem kein Buchstabensalat, sondern vielmehr nachlesbare Lust am Schreiben, Formulieren und Fabulieren.

Gründerväter. Zu den Gründervätern der Pauliner Schülerzeitung gehört Wolgang
Ainetter. Dessen journalistische Karriere führte ihn von der Schüler- über die Kirchenzeitung zum Nachrichtenmagazin „News“ als Chefredakteur. Aktuell ist er in leitender Position bei der Deutschen Bahn tätig. Im Rückblick schreibt er: „Wenn ich an etcetera denke, fällt mir als erstes unser Redaktionsraum im Internat ein: Wir produzierten unsere Schülerzeitung in einer Besenkammer, in der neben einem Staubsauger nur ein kleiner Schreibtisch und drei Stühle Platz fanden. Den meisten Erziehern und Lehrern war unser kritisches Blatt äußerst suspekt. Während wir Redakteure vormittags in der Schule waren, spionierte ein Erzieher in der Besenkammer nach Textfragmenten und Layout-Skizzen. So kam es, dass wir meist zwei Ausgaben produzierten: eine mit Jubel-Berichten für den Spitzel (welche nie erschien) und eine mit frechen und witzigen Geschichten (die gleich nach der Veröffentlichung hitzige Diskussionen im Lehrerzimmer auslösten). Unser Herzenslehrer Willi Gösweiner war immer unsere größte Stütze und hat ausnahmslos jede Story voller Leidenschaft verteidigt. Ich persönlich habe durch etcetera unendlich viel gelernt.“

Gelebte Demokratie. „Während meiner journalistischen Laufbahn versuchten mehrere Widersacher, mich einzuschüchtern. Das Paulinum war eine gute Schule, in solchen Situationen immer cool zu bleiben. Ich freue mich von Herzen, dass auch heute Schülerinnen und Schüler etcetera gestalten. etecetera ist gelebte Demokratie in der Schule“, so Ainetter im Rückblick.

Autor:

Gilbert Rosenkranz aus Tirol | TIROLER Sonntag

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