Krankenhausseelsorger und Caritas-Mitarbeiter sind dort, wo Menschen eine helfende Hand suchen
An Brennpunkten der Not: Wie und wo Kirche hilft…

Christoph Hackl und Georg Schärmer sind an Brennpunkten der Not tätig.
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Hildegard Anegg, Georg Schärmer, Christoph Hackl: Wie viele andere kirchliche MitarbeiterInnen bemühen sie sich gerade jetzt zu zeigen, dass Glauben zum Leben verhilft – am Krankenbett, in der Begleitung des Krankenhauspersonals, bei obdachlosen Menschen.

Der kleine Platz vor dem Kapuzinerkloster in Innsbruck ist das ganze Jahr über ein Treffpunkt für Obdachlose. Das ist während der Corona-Krise nicht anders. An diesem Hotspot vieler Notleidender zeigt die Caritas seit vielen Jahren Präsenz. Seitdem die Wolfgangstube im Kapuzinerkloster aus Sicherheitsgründen geschlossen ist, betreut die Caritas vor der Klosterkirche eine Versorgungsstation.
Caritas-Direktor Georg Schärmer und Michael Bergmann bringen täglich um 8 Uhr das Frühstück. Ab 8.30 Uhr verteilen die SozialarbeiterInnen des Bahnhofszialdienstes Frühstück bzw. Essenspakete.
Auch am Abend müssen die Notleidenden nicht auf eine warme Mahlzeit verzichten. Ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Vinzenzgemeinschaft liefern gutes Essen mit dem Vinzibus, damit niemand hungrig einschlafen muss.

Wärmende Wolfgangstube.
Die Caritas betreibt die Wolfgangstube gemeinsam mit den Kapuzinern seit 2006. Normalerweise stellen die Kapuziner das Frühstück zur Verfügung. MitarbeiterInnen des Bahnhofsozialdienstes und Zivildiener geben es aus und sorgen für Sauberkeit. Bis zu 30 Personen machen montags bis freitags vom Frühstück
Gebrauch, das Abendessen gibt es täglich. Aber nicht nur für den Magen fühlen sich die MitarbeiterInnen zuständig. Selbstverständlich gehören auch Sozialberatung und seelische Unterstützung zum Auftrag. „Der Wunsch nach Schutzmasken, die Bitte um frische Kleidung, nach gutem Rat rund um die großen Veränderungen, die uns tagtäglich heimsuchen, gehören genau dazu wie die einfühlsame Begegnung und das Teilen der Sorgen,“ so Caritas-Direktor Schärmer: „Besonders schmerzlich erfahren die Menschen die Isolation, die Einsamkeit, die Angst um ferne Angehörige und Freunde.“

Besonderer Blick auf Mitarbeiter.
Stark gefordert sind in der Corona-Krise auch die 19 hauptamtlichen MitarbeiterInnen der in neun Häusern tätigen Krankenhaussseelsorge. MMag. Dr. Hildegard Anegg ist Leiterin der Abteilung für Krankenhaus- und Telefonseelsorge, ihr Diensthandy hat sie immer bei sich, denn „es kann jederzeit was sein“. Die Corona-Krise habe die Arbeit der Seelsorge verändert. Das initiative Aufsuchen von Patientinnen ist aktuell nicht möglich. Das spüren auch die 60 ehrenamtlichen SeelsorgerInnen von Reutte bist Lienz, die schon seit drei Wochen ihre Stationen nicht mehr betreuen können.

Kleine Zeichen.
Voller Hochachtung sind die Krankenhaus-SeelsorgerInnen für die Stationsteams, die Großartiges leisteten, so Anegg. Mit kleinen Zeichen der Fürsorge versuchten sie diese in ihrem Dienst zu stärken: „Eine Seelsorgerin hat für alle Stationsteams einen Schmetterling gestaltet, der in diese schwere Situation auch ein wenig Leichtigkeit bringen soll.“ Auch mit Mails oder Anrufen wird die Aufmerksamkeit die Wertschätzung ausgedrückt. Dazu kommen Tag für Tag sog. neue „Hoffnungsgedanken“, die
abwechselnd von den SeelsorgerInnen der verschiedenen Krankenhäuser erstellt und via WhatsApp mit Menschen aus dem Lebens- und Arbeitsumfeld geteilt werden.

24 Stunden, 7 Tage die Woche.
In allen Krankenhäusern sind die SeelsorgerInnen bei Anfragen rund um die Uhr einsatzbereit. Rein äußerlich ist die Umstellung groß. Denn bei der Begleitung Sterbender oder bei der Verabschiedung von an Covid-19 verstorbenen Menschen müssen die Seelsorgerinnen selbstverständlich die vorschriftsmäßige komplette Schutzausrüstung tragen. Dankbar ist Anegg, dass die Mitarbeitenden der jeweiligen Station spirituellen Beistand für die kranken Menschen so hilfreich ermöglichen. Nun gelte es, Wort und Ritual anzupassen, das Wesentliche auch ohne Berührung des kranken Menschenund durch alle Schutzkleidung hindurch spürbar werden zu lassen. Gerade in solchen Momenten zähle das Zeichenhafte: „Schauen, hören, da sein.“

Caritas-Coronahilfe Spendenkonto:IBAN: AT79 3600 0000 0067 0950
Weitere Info unter: www.caritas-tirol.at

Autor: Gilbert Rosenkranz

Christoph Hackl und Georg Schärmer sind an Brennpunkten der Not tätig.
Hildegard Anegg, Leiterin der Klinikseelsorge
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TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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