Seelsorge in der Pfarre
Ihr fehlt die Begegnung

Neu im Job ist Birgit Palzer (l.) im Gasteinertal. Sie ist im ersten Jahr als pastorale Mitarbeiterin; ihr Kollege Florian Schwaiger (r.) ist bereits Pastoralassistent.
  • Neu im Job ist Birgit Palzer (l.) im Gasteinertal. Sie ist im ersten Jahr als pastorale Mitarbeiterin; ihr Kollege Florian Schwaiger (r.) ist bereits Pastoralassistent.
  • Foto: RB/Renate Schwaiger
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Not beim Kennenlernen bereitet die Coronapandemie jenen, die neu sind an ihren Arbeitsplätzen. Auflagen, die das Virus mit sich bringt, sind hinderlich. Stichworte: Abstand oder ganz daheim bleiben, via Bildschirm statt von Angesicht zu Angesicht sprechen. Welchen Herausforderungen sich eine junge Seelsorgerin stellen muss.

Birgit Palzer ist „die Neue“ zwischen Dorfgastein und Böckstein. 30 Jahre ist die studierte Religionspädagogin aus dem Bezirk Graz-Umgebung alt. Erfahrung mit Menschen, Projekten und Methoden hat sie etwa ein Jahr lang im Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg gesammelt. Am 1. September des vergangenen Jahres hat sie ihren Dienst bei Pfarrverbandsleiter Theo Mairhofer angetreten. Berufliches Ziel: Pastoralassistentin.Seither wirkt und werkt sie zwischen harten und weicheren Lockdowns, in leereren und volleren Kirchen, jedenfalls mit herzlich wenig Menschen. „Die fehlen zum ordentlichen Start in einer Pfarre richtig“, erzählt Palzer.

Neue pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen das erste Jahr in einer Pfarre zum Ankommen und um die Gegebenheiten dort über das Kirchenjahr kennen zu lernen. Normalerweise. Palzer: „In dieser Zeit kriegt man alles mit, was man auf der Universität nicht lernt.“

Suche nach Zugang zu den Gläubigen

Doch ohne direkten Kontakt zu den Leuten in Dorfgastein, Bad Hofgastein, Bad Gastein und Böckstein sei dieses Unterfangen ein höchst schwieriges. „Vor allem, weil ich sehr kommunikativ bin“, sagt sie. Derzeit tüftle sie daran, wie sie mit den erlaubten Möglichkeiten Raum für die Gläubigen schaffen könne, „damit sie spüren, dass Kirche trotz Krise da ist“. Ergebnis: Palzer hat die Hofgasteiner Friedhofskapelle in einen Raum der Stille verwandelt. Dort gibt es Impulse – und Frauen wie Männer, die diese dankbar annehmen. „Ein paar Bedürfnisse bekomm‘ ich mit“, sagt die 30-Jährige und erwähnt vor allem die Unzufriedenheit und Unlust der Leute im Bezug auf die Regeln im harten Lockdown. Verständlich sei das allemal, sagt sie.

Für Staunen und Begeisterung hat Palzers erstes Projekt gesorgt. Aus der Böcksteiner Kirche ist zwischen Advent und Lichtmess ein funkelnder Hort für Sterne geworden. Ihr ist es gelungen, Schulen, Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrat zu motivieren. Zusammen haben sie – alle für sich in Klassenzimmern oder daheim – weit mehr als 700 Sterne gebastelt, die von der Decke des Gotteshauses baumelten und es in einen besonders festlich-mystischen Raum verwandelten. Weil pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ersten Arbeitsjahr viele Informationen aus der Zentrale der Erzdiözese mit auf den Weg bekommen, verlagern sich Weiterbildungsangebote auch hier ins Internet. Manuela Ebner vom Personalreferat erklärt: „Wir haben Webinare zu MS Office Teams angeboten und vier volle Kurse durchgeführt.“ Ein weiteres Webinar mit Titel „Medienkompetenz und Sakramentenvorbereitung“ folge Ende Februar, freilich ebenfalls online und ist bereits ausgebucht.

Auf den direkten, echten Austausch mit ihren Kolleginnen und Kollegen in der Pastoral wartet Birgit Palzer sehnsüchtig. So gut Wissen und Austausch über Bildschirme seien – „nichts ersetzt das echte Reden“.

Michaela Hessenberger

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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