Pfarre Salzburg-Herrnau
Herrnaus „Brücke nach oben“ ist saniert

Über den Dächern Salzburgs und nahe der Festung thronen die Herrnauer Engel. Sie zieren neben den mächtigen, freihängenden Glocken die gegenüberliegende Turmseiten des Herrnauer Kirchturms.
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  • Über den Dächern Salzburgs und nahe der Festung thronen die Herrnauer Engel. Sie zieren neben den mächtigen, freihängenden Glocken die gegenüberliegende Turmseiten des Herrnauer Kirchturms.
  • Foto: RB/Neumayr
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Der Herrnauer Glockenturm strahlt wieder. Auch die Glockensanierung ist geschafft. Nach witterungsbedingter Verzögerung konnte nun auch der Turm fertig verputzt und bemalt werden.

Der Herrnauer „Campanile“, wie ihn mancher nennt, erstrahlt in festlichem Weiß, die Glocken leuchten und die Engel am Turm blicken aufgeräumt und strahlend über das Pfarrgebiet. „Es war eine sehr gute Zusammenarbeit von allen Beteiligten“, sagte Baumeister Schnöll. Sichtlich zufrieden macht er eine der letzten Inspektionen auf der Baustelle, die er seit September 2020 überwacht. Die Kirchturmrenovierung in der Pfarre Herrnau ist beinahe abgeschlossen. Die Erneuerung der Christophorus-Statue am Turm und die Neuverlegung des Pflas­ters zwischen Kirche und Turm, sowie Neuasphaltierung des Vorplatzes diesen Juni bilden den Abschluss des Vorhabens. Das Bauprojekt zur Sanierung des Kirchturms ist also bald endgültig abgeschlossen. Ein voller Erfolg für die Beteiligten – so der Tenor. „Auf allen entscheidenden Ebenen, sei es mit dem Denkmalamt, dem Bauamt der Erzdiözese oder den beteiligten Firmen, gab es eine fast schon harmonische Zusammenarbeit“, berichtet Schnöll.

Große Zufriedenheit gibt es auch auf Seite der Pfarre. Die statischen Probleme, die eine Generalsanierung notwendig machten, sind durch eine vorbildhafte, umsichtige und neueste Sanierungstechniken behoben.

Von Zahlen und Formen

Die Zahlen des Projektes sind beeindruckend. „1.400 m2 Gerüstung und 970 m2 verputzte und bemalte Turmfläche sprechen für sich“, schmunzelt Schnöll­. Doch nicht nur die Zahlen, sondern auch der Umfang des Projektes sind erwähnenswert. Die umfassende Sanierung des Turmes reichte vom Dach über Blitzschutz, neue Elektroinstallationen, ein neues Schlagwerk für die Turmuhr, neue Fenster und Türen sowie die Sanierung des Geläutes. Die Form des Glockenturms machte das Projekt besonders. „Wahrscheinlich gibt es im ganzen Bundesland keinen ähnlichen Glockenturm, bei dem alle Glocken sichtbar sind“, erzählt Schnöll. Diese architektonische Einzigartigkeit der Glocken, die im freien Raum hängen, machte die Renovierung zu einer Herausforderung. Die Demontage der Glocken, ihre Renovierung und Wiedermontage erfolgte innerhalb von zwei Monaten von September bis November 2020. Gleichzeitig mit den sanierten Engeln an der Ostfassade. Diese beiden Arbeiten gingen im Rekordtempo über die Bühne. Verputzung und Bemalung gestalteten sich aber zu einem Problem.

Wetter spielte nicht mit

Diese Projektphase barg die meisten Herausforderungen und Probleme. „Am Anfang dachten wir mit Ende 2020 abschließen zu können. Aber die schlechten Witterungsbedingungen verzögerten die Verputzung und Bemalung des Turmes“, erzählt der erfahrene Salzburger Baumeis­ter. Die ungewöhnlich lange Phase der Gerüstung war den schlechten Wetterbedingungen geschuldet. „Wir wollten einfach nicht riskieren, dass die neu aufgetragene Farbe wieder abblättert“, berichtet Schnöll. Die Malarbeiten sollten im November des letzten Jahres abgeschlossen sein – geworden ist es Mai 2021. Der besondere Material mit dem der Turm verputzt wurde, ist mit Carbongitter-Einlage gestärkt.­ „Das Geheimnis der besseren Stabilität des Turmes liegt in der Tatsache, dass auf den letzten Metern des Turmes ein spezielles Carbonit-Gewebe eingelegt ist“, erklärt der Baumeister. Der spezielle hochdruckfeste Putz wird eigentlich für Brückensanierungen verwendet. „Ich sage immer: Das ist eigentlich eine Sanierung einer Brücke, die wir nach oben aufstellen“, lacht Schnöll­. ­­Noch nie habe er eine solche Art der Kirchturmsanierung mit dieser Art von Putz durchgeführt

Die Engel von Herrnau brauchen jetzt unsere Hilfe

Bei manchen Projekten gehen Budgetplanung und tatsächliche Kosten nicht Hand in Hand. Aber auch hier kann Schnöll eine positive Bilanz ziehen. „Eines ist jetzt schon sicher: Wir konnten den Kostenrahmen aufgrund der vorausschauenden Budgetplanung einhalten“, freut sich Schnöll. Gute Planung, rechtzeitige Ausschreibung und Firmen die gut gearbeitet haben und auf die sich Schnöll verlassen konnte, sind Faktoren dieses Erfolgs.

Natürlich sind die Kosten der Renovierung ein großes Problem für die Pfarre im Pfarrverband Salzburg-Mitte. Pfarre und Erzdiözese brauchen daher zusätzliche Mittel.

Um Spender für die Sanierung des Glockenturms zu motivieren, bieten Pfarrer Alois Dürlinger und PKR-Obmann Peter Christl „Patenschaften“ für die berühmten Glockenturm-Engel an. „Natürlich tragen Pfarre und Erzdiözese für dieses historische Bauprojekt den größten Teil der Kosten. Trotzdem fehlt uns noch eine gute Summe. Die Gesamtkosten betragen immerhin eine siebenstellige Summe“, berichten die beiden. Großzügige Spenderinnen und Spender können zusammen oder alleine die Patenschaft für einen der vier Engel übernehmen. Als Vergelt’s Gott werden die Namen der Engelspatinnen und Paten an der Fassade des Turmes verewigt. „Die Spannweite von Engelsflügeln ist grenzenlos. So hoffen wir auch auf großzügige Engels­paten“, sagen Dürlinger und Christl. Herrnaus „Brücke nach oben“ kann also noch „viele Engel von unten“ brauchen.

Paten für die Engel wenden sich für Informationen an: office@eds.at, pfarre.herrnau@pfarre.kirchen.net

Die Stadtpfarre Salzburg-Herrnau hat ein Spendenkonto bei der Salzburger Sparkasse eingerichtet:
IBAN: AT03 2040 4000 4222 3909

David Pernkopf

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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