Tagungshaus Wörgl
Hoffen auf Begegnung

Herwig Ortner mit und neben unverzichtbaren Utensilien in diesen Zeiten: FFP2-Maske und Desinfektionsmittel-Spender. Ortner leitet seit einem Jahr das Tagungshaus Wörgl. Den Normalbetrieb in seinem Haus kennt er bisher nicht – nur den eingeschränkten Coronamodus.  | Foto: RB/Tagungshaus
  • Herwig Ortner mit und neben unverzichtbaren Utensilien in diesen Zeiten: FFP2-Maske und Desinfektionsmittel-Spender. Ortner leitet seit einem Jahr das Tagungshaus Wörgl. Den Normalbetrieb in seinem Haus kennt er bisher nicht – nur den eingeschränkten Coronamodus.
  • Foto: RB/Tagungshaus
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Gebremster Start in Zeiten von Corona. Seit zwölf Monaten ist Herwig Ortner Direktor des Tagungshauses Wörgl und Referent für die Angelegenheiten des Tiroler Teiles der Erzdiözese. Ein Jahr im Zeichen der Pandemie.

„Ich bin der Einzige im Tagungshaus, der den Normalbetrieb noch nicht erlebt hat. Am Anfang – genau während des ersten harten Lockdowns – brauchte ich sogar einen ‚Passierschein‘, damit ich von meinem Wohnort Kufstein zum Arbeitsplatz in Wörgl fahren konnte“, blickt Herwig Ortner auf seinen Start im April 2020 mit einem Lächeln zurück. Sein Einstieg war daher alles andere als „normal“: ohne persönliches Kennenlernen, ohne Vorstellen. Trotzdem hat sich der ausgebildete Theologe und erfahrene Medienexperte gut eingelebt und bereits viele Kontakte geknüpft. Aber: „Ich freue mich schon auf einen normalen Tagungshausbetrieb mit viele Begegnungen und viel Austausch.“

Er war trotz der Umstände mit vielen – teilweise unscheinbaren – Managementaufgaben beschäftigt. „Wir haben geplant, verschoben, adaptiert. Es schmerzt, wenn man ein fertiges Programm vor Drucklegung wieder stoppen muss, aber wir haben uns nicht entmutigen und frustrieren lassen, sondern auch Neues entwickelt. Wir wollen trotz der Pandemie Zuversicht ausstrahlen und freuen uns über alles, was möglich und umsetzbar ist“, sagt Ortner. „Wir brachten viele Dinge sehr rasch zum Laufen: das Ausrollen einer neuen Software und den Umstieg ins Homeoffice. Wir konnten einige Veranstaltungen mit Sicherheitskonzept durchführen, manches online anbieten. Ich bin begeistert, was ein gut funktionierendes Team auch in Zeiten wie diesen leisten kann. Und wir hatten im Tagungshaus keine einzige Ansteckung“, ist Ortner stolz.

Etwas Zentrales geht ab: Begegnung

Eines ist klar: Ihm, den Mitarbeitenden und Gästen des Tagungshauses fehlt das persönliche Begegnen. „Wir hoffen, dass spätestens ab Herbst unser Motto ‚begegnen – bewegen – bilden‘ wieder Programm ist, vielleicht auch schon im Sommer. Wir wollen religiöse, spirituelle Impulse zur Lebensbewältigung geben, Kulturen zueinander bringen, den Blick über den Tellerrand in Bezug auf gesellschaftliche, politische und soziale Themen weiten und dabei immer den ganzen Menschen als Geschöpf Gottes im Auge haben“, betont Ortner. Den Glaubenden spirituelle Impulse für ihr Leben und den Alltag zu geben, ist dem Theologen ein besonderes Anliegen. Zwei solcher Projekte setzte das Tagungshaus-Team heuer mit wöchentlichen „Newsletter-Kraftblüten“ und fünf Mundartkreuzweg-Kurzfilmen um. „Es freut uns, wenn diese Lebens- und Hoffnungszeichen bei den Menschen ankommen“, berichtet der 51-Jährige, der nur einen Hauch älter ist als das Tagungshaus. Dieses feiert 2022 sein 50-Jahr-Jubiläum. Die Vorbereitungen darauf haben schon begonnen – auch Renovierungsarbeiten sind geplant.

„Problemlöser“ im Tiroler Teil

Herwig Ortner ist außerdem seit April 2020 „Tirolreferent“ in der Erzdiözese Salzburg. In dieser Funktion ist er in Prozesse kirchlicher Regionalentwicklung involviert, nimmt die Stimmung im Tiroler Teil wahr und teilt diese mit den Verantwortlichen in Salzburg in intensivem Austausch mit der Diözesanleitung und den pastoral Verantwortlichen in den Tiroler Pfarren. „Es ist eine Brückenfunktion, mit der ich dem Tiroler Teil Gehör verschaffen kann“, ist Ortner überzeugt. Außerdem zählt zu seinen Aufgaben die Kontaktpflege zu Partnern, Behörden, politisch Verantwortlichen sowie Medien. „Gerade wenn es Probleme in Pfarren gibt, stehe ich als Vermittler und Problemlöser zur Verfügung und unterstütze bei der Kommunikation mit der Öffentlichkeit. In dieser Funktion werde ich natürlich eher in schwierigen Situationen gebraucht als dann, wenn alles gut läuft. Aber jedes gelöste Problem ist eine gute Sache“, freut sich Ortner auch auf fordernde Aufgaben.

Daniela Pfennig 

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ