Pfarrgemeinderat
Wir lassen uns nicht drausbringen

Simone Dankl ist Obfrau des Pfarrgemeinderates in Kaprun. Sie stellt sich auf die Herausforderungen ein, die Covid-19 brachte und sagt: „Jammern bringt niemanden weiter. Wir setzen das um, was aktuell  möglich ist.“
  • Simone Dankl ist Obfrau des Pfarrgemeinderates in Kaprun. Sie stellt sich auf die Herausforderungen ein, die Covid-19 brachte und sagt: „Jammern bringt niemanden weiter. Wir setzen das um, was aktuell möglich ist.“
  • Foto: RB/Christina Repolust
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Die Obfrau des Pfarrgemeinderates (PGR) in Kaprun, Simone Dankl, spricht zum Start der Serie „Dranbleiben“ über Strategien in der Krise.

„Die Pfarre Kaprun bildet gemeinsam mit Niedernsill, Piesendorf und Uttendorf einen Pfarrverband. Hier bei uns hat Diakon Toni Fersterer gute Grundlagenarbeit geleistet, auf der wir jetzt alle weiter aufbauen können“, beschreibt Simone Dankl die aktuelle Situation. Die 53-Jährige ist seit 2012 im Pfarrgemeinderat, seit dem Jahr 2017 hat sie die Funktion der Obfrau inne. „Wir Frauen leisten viel in der Kirche und für die Kirche. Wir engagieren uns gern, bringen uns ein und schauen dabei nicht auf die Uhr. Aber immer wieder bekommen wir die gläserne Decke innerhalb der Hierarchie zu spüren. Das geht übrigens auch den Männern gleich: Selbst ein geweihter Diakon wird immer wieder auf seine Grenzen hingewiesen. Das will ich bei aller Freude am Tun nicht unerwähnt lassen, Hoffnung, dass sich hier etwas ändert, habe ich wenig.“

„Wir hier in Kaprun haben eine eher kleine Pfarrkirche, dafür aber unseren wunderbaren Kirchbichl: So haben wir Gottesdienste auch im Freien feiern können, die Menschen waren dankbar dafür. Eine kleine Gruppe hat auch zu Ostern Andachten in der Kirche abgehalten und alle ins Gebet eingeschlossen. Wir legen die Hände auch jetzt nicht in den Schoß und überlegen konkret, wie wir im Advent und zu Weihnachten gemeinsam Gottesdienst feiern können.“

Setzen auf Zusammenarbeit

Gemeinsam mit Pfarramtsleiter Norbert Ronacher, der mit großem Engagement die Pfarre leitet und dem die Seelsorge im Ort sehr am Herzen liegt, arbeitet der zwölf-köpfige Pfarrgemeinderat an Konzepten, die den Verordnungen gerecht werden. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Pfarrprovisor, Ananda Reddy Gopu ist sehr gut. „Im Pfarrgemeinderat setzen wir mit intensiven Gesprächen auf ein gutes Miteinander, um das Leben in der Pfarre generationsübergreifend lebendig zu gestalten. Die Kinder- und Jugendarbeit steht nie still, nicht umsonst bereichern 60 MinistrantInnen das Geschehen in der Pfarre. Darüber hinaus gibt es in unserer Pfarre sehr viele Menschen, die sich ehrenamtlich mit verschiedenen Diensten einbringen“, erzählt die Kapruner PGR-Obfrau.

Menschen wollen einander treffen

So haben wir auch noch im Herbst zwei Veranstaltungen des Katholischen Bildungswerkes, nämlich einen Wiener Liederabend, sowie die Vorstellung unseres neuen Pfarrprovisors, durchgeführt. Wir haben alle Maßnahmen eingehalten und das Beste aus dem damals Möglichen gemacht. Jammern bringt niemanden weiter, aber dennoch freut sich die engagierte Christin darauf, dass neue Formate und Begegnungen nach dem Sinken der Infektionszahl wieder möglich waren. „Niemand will andere gefährden, wir halten hier sowohl in der Liturgie als auch bei Bildungsveranstaltungen alle Regeln ein. Es kostet Energie, neben der inhaltlichen Planung auch noch die sich schnell ändernden Sicherheitsverordnungen einzuhalten. Aber wir, als Vertreter der Pfarre, haben auch eine gewisse Vorbildwirkung.“

100 Höhenmeter zum Paradies

Während des Lockdowns im Frühjahr haben viele Kapruner die Freiheit in den Bergen mehr denn je genossen, unter ihnen auch Familie Dankl. Simone Dankl ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder, zu ihren Leidenschaften gehört das Erlebnis in der Natur sowie das Musizieren mit der Familie. „Wir leben, das muss ich jetzt einfach so sagen, in einem Paradies. Wir können am Berg Freiheit atmen. Hier schöpfe auch ich immer wieder Kraft: Wir lassen uns nicht drausbringen und setzen um, was unter den Gegebenheiten aktuell möglich ist.“

Christina Repolust

Hintergrund

„Seien Sie Sprachrohr für Arme und Kranke und dort, wo Kirche besonders gefordert ist.“ Diese Botschaft richtete Erzbischof Franz Lackner 2017 an die rund 2.000 gewählten Pfarrgemeinderäte und -rätinnen in der Erzdiözese. Seither ist viel passiert, die Coronakrise stellt auch die Arbeit in den Pfarren vor neue Herausforderungen. Das Rupertusblatt holt in den nächsten Wochen Frauen und Männer vor den Vorhang, die sich im PGR engagieren. Den Anfang macht Simone Dankl aus Kaprun. Die neue Serie steht unter dem Motto „Dranbleiben“ – denn das Dasein ist in diesen Zeiten wichtiger denn je.

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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