Diakonenweihe
Sie sind zur Verkündigung berufen

Zum Gesang der Allerheiligenlitanei warfen sich die sieben Weihekandidaten vor dem Volksaltar der Salzburger Kathedralkirche nieder – ein altes Zeichen der Hingabe und Demut.
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  • Zum Gesang der Allerheiligenlitanei warfen sich die sieben Weihekandidaten vor dem Volksaltar der Salzburger Kathedralkirche nieder – ein altes Zeichen der Hingabe und Demut.
  • Foto: RB/Andreas Walch
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Sieben Männer hat Erzbischof Franz Lackner im Salzburger Dom zu Diakonen geweiht. In Zukunft werden sie in ihren Pfarren das Evangelium verkünden und vor allem für Arme und Kranke da sein.

Es ist ein langer Weg, den die sieben neu geweihten Diakone der Erzdiözese Salzburg bestritten haben: Vier Jahre lang haben sie sich intensiv vorbereitet. Nun endlich haben sie am vergangenen Wochenende von Erzbischof Franz Lackner die Weihe zum Ständigen Diakonat empfangen.„Die Gruppe musste in den vergangenen Monaten gewissermaßen eine Bewährungsprobe überstehen. Die Kandidaten haben einen langen Atem bewiesen“, sagt Albert Hötzer, selbst Ständiger Diakon und Ausbildungsleiter für die zukünftigen Diakone in der Erzdiözese.

Außergewöhnliche Umstände

Der Grund: Die Coronapandemie mit ihren zahlreichen Einschränkungen hatte dem ursprünglichen Weihetermin einen Strich durch die Rechnung gemacht – er musste einmal verschoben werden.Schließlich konnte die Weihe am 21. März im Salzburger Dom stattfinden – wenn auch unter außergewöhnlichen Umständen. So war nur eine begrenzte Anzahl an Familienmitgliedern und Freunden pro Kandidat erlaubt, der Gesang war einer vierköpfigen Schola vorbehalten und FFP-2-Masken waren omnipräsent. Der im wahrsten Sinne des Wortes weihevollen Stimmung tat dies aber keinen Abbruch.

Engagement in den Pfarren

Welches Profil braucht nun ein Mann, der Diakon werden will? Albert Hötzer gibt Antwort: „Er sollte in seiner Pfarre integriert, aber vor allem engagiert sein. Und das nicht erst mit dem Beginn der Ausbildung, sondern schon von vornherein.“Zudem bräuchten verheiratete Männer die Zustimmung ihrer Ehefrauen. „Die Frauen sollen die Berufung ihrer Männer mittragen. Daher muss die familiäre Situation geklärt sein, denn das Diakonat soll nicht nicht zur Belastung für Ehe und Familie werden. Im ersten Jahr der Ausbildung, dem Propädeutikum, werden solche Fragen geklärt – gemeinsam mit den Ehefrauen“, sagt Hötzer.

Die neuen Diakone sind allesamt verheiratet und haben Kinder. Dass ihre Ehefrauen nicht nur im Hintergrund stehen, sondern ihre Männer aktiv begleiten, wurde in der Weiheliturgie im Salzburger Dom sichtbar.

Nicht nur die Weihekandidaten selber wurden nach ihrer Bereitschaft zur Weihe befragt, auch ihre Gattinnen mussten ihre Zustimmung kundtun. Sie gestalteten auch aktiv den Gottesdienst mit, indem sie die Lesungen und den Hymnus „Veni Sancte Spiritus“ vortrugen.

An sie richtete auch der Salzburger Oberhirte sein Wort: „Die Kirche bittet die geschätzten Ehefrauen und die Kinder, die euch geschenkt wurden, die Sendung eurer Ehemänner und Väter mitzutragen und daran teilzunehmen. Das ist nicht immer leicht. Aber Gott traut euch das zu und er wird euch mit Segen beistehen.“

Verbundenheit mit Tradition

Das Rupertusblatt erreicht Ruben Weyringer zwei Tage nach seiner Weihe. In der Zwischenzeit konnte er bereits bei einer hl. Messe assisitieren – gefeiert von seinem Bruder Simon Weyringer in der Pfarrkirche Hallwang, wo sein Onkel Richard Weyringer Pfarrer ist und unterstützt von seinem Vater Andreas Weyringer als Diakon und seinen Kindern als Ministranten. Die Freude über die Geschehnisse der vergangenen Tage merkt man ihm an. Er erzählt: „Kurz vor der Weihe war ich noch fünf Tage auf Exerzitien. Das war eine wunderschöne Zeit der Vorbereitung und der Zurückgezogenheit.“ Von der Liturgie bleibt ihm vor allem die Prostratio, das Niederwerfen auf den Boden zur Allerheiligenlitanei, in besonderer Erinnerung. „Ich habe meine Stirn auf den kalten Steinboden des Doms gelegt und mich in diesem Moment von der Gemeinschaft der Heiligen, der lebenden und der toten, und der Tradition getragen gefühlt“, sagt Weyringer.

Sich selbst genommen sein

Wie geht es für die sieben Diakone jetzt weiter? Neben ihren Zivilberufen werden sie in ihren Pfarren tätig sein. Ihre Berufung ist es, das Evangelium zu verkündigen und vor allem für die Armen und Kranken da zu sein.Dies betonte auch Erzbischof Lackner in seiner Predigt: „Weihe bedeutet in seinem tiefsten Sinn, sich selbst genommen zu sein. Liebe Mitbrüder, der Blick auf Jesus, die Betrachtung, wie er gelebt und gewirkt hat, wie er mit Menschen umgegangen ist, gerade mit den Schwachen, Sündern und Armen, wie er immer wieder seine Augen zum Himmel erhob und betete, dieser Blick möge euch wahre Gottesfurcht und demütigen Gehorsam lehren.“

Diakon-sein einüben

Kurz nach der Weihe hat Ruben Weyringer bereits ein paar Termine für Taufen und Hochzeiten in seinem Kalender stehen. Einige Angehörige seiner Pfarren hatten dafür regelrecht auf seine Weihe hingefiebert.Auch Bestattungen und Segnungen werden bald zu seinem Alltag gehören. Für ihn wichtig: „Jetzt bin ich zwar Diakon, aber genau so, wie man sich nach der Hochzeit in die Ehe einfinden muss, muss ich mich in mein neues Leben als Diakon einfinden und es einüben.“

Die neuen Diakone werden künftig neben ihrem Zivilberuf in den Pfarren der Erzdiözese Salzburg seelsorglich tätig sein. Geweiht wurden Ernst Aigner (Pfarre Salzburg-Taxham), Thomas Huber (Wals), Stefan Mair (Kirchbichl), Georg Mayr-Melnhof (Salzburg-St. Vitalis), Jürgen Rauscher (Kirchbichl), Herbert Sturm (Anthering) und Ruben Weyringer (Wald im Pinzgau). Die Kandidaten hätten nach vierjähriger Vorbereitung bereits im November 2020 die Weihe empfangen sollen, der Termin musste aufgrund des damaligen Corona-Lockdowns jedoch verschoben werden. Ebenfalls aufgrund der Pandemie konnte nur eine begrenzte Anzahl an Angehörigen – darunter die Ehefrauen – bei der Weiheliturgie im Dom teilnehmen, die deshalb auch via Livestream im Internet übertragen wurde.

von Alexandra Hogan

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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