Religionsunterricht
Platz für große Fragen

Zwischen Religions- und Ethikunterricht können Schülerinnen und Schüler ab Herbst entscheiden. Wertevermittlung steht aber jedenfalls verpflichtend auf den Stundenplänen.�
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  • Zwischen Religions- und Ethikunterricht können Schülerinnen und Schüler ab Herbst entscheiden. Wertevermittlung steht aber jedenfalls verpflichtend auf den Stundenplänen.
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Neues Schulfach: Der verpflichtende Ethikunterricht hält ab Herbst Einzug in die heimischen Klassen. Während die Schülerinnen und Schüler im Westen des Landes gerade ihre Semesterferien genießen, hat das Rupertusblatt nachgefragt, warum Ethik gut, Religionsunterricht jedoch noch wertvoller ist.

Erst jahrelange, gelungene Schulversuche, nun geht es ab ins Regel-Schulsystem: Nach der Zustimmung durch den Bundesrat ist der Weg frei für ein neues Fach in österreichischen Oberstufen – nämlich für den Ethikunterricht. „Wenn er startet, finde ich das sehr gut. Er wird dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, wichtige Lebensfragen ansprechen und Werteerziehung erfahren können“, sagt Werner Pernjak. Dass der des Institutes für Religonspädagogische Bildung (IRPB) der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Edith Stein am Standort Salzburg dem konfessionellen Religionsunterricht weiterhin den Vorzug gibt, versteht sich.

18 Studierende zählt er derzeit im Schwerpunkt Religionspädagogik, den Studierende an der PH am IRPB Salzburg absolvieren können, denn die Kooperation mit der Universität Salzburg und der PH Salzburg Stefan Zweig laufe bestens, das Interesse am Fach sei jedenfalls vorhanden.Wenn Eltern ihre Kinder – oder diese sich später selbst – vom Schulfach „Reli“ abmelden, ist ein oft gehörtes Argument des freilich starken Einflusses des christlichen Welt- und Wertebildes. Pernjak: „Wenn davon gesprochen wird, dass Religionsunterricht einseitig – weil aus der Sicht des katholischen Glaubens – geprägt sei, dann gehe ich davon aus, dass es wohl auch keinen Ethikunterricht gibt, der nicht von einer Denkrichtung oder Ideologie getragen ist.“ Das sei wie auch sonst in der Geschichte einem natürlichen Lauf unterworfen, in den eben Meinungen einfließen, sagt der KPH-Leiter. „Neutral allein gibt’s für mich nicht“, stellt er deshalb fest.

Glaube fördert Achtung und Gemeinschaft

Worin liegen nun die größten Unterschiede zwischen den beiden Schulfächern? Pernjak: „Themen aus dem Fach Religion kommen auch im Ethikunterricht vor. Doch sie werden im Religionsunterricht anders bewertet, nämlich auf Grundlage des christlichen Menschenbildes. Bei dem stehen das Kind oder der Jugendliche im Zentrum.“ Religion als Schulfach biete die Möglichkeit, dass junge Leute sich mit ihren Glaubens- und Lebensfragen sowie den eigenen Wurzeln auseinander setzen. Das Fach trage laut Pernjak dazu bei, andere Religionen kennen zu lernen. „Interreligiöse Schwerpunkte sind immer mit dabei.“
Dazu kämen topaktuelle Themen wie die Schöpfung, die Achtung vor und der Umgang mit ihr. „Ein weiterer Punkt, der jeden Tag wichtig ist, ist unser soziales Gefüge. Wenn ich an Jesu‘ Bergpredigt denke sagt er klar, wie wir miteinander umgehen sollen.“ Nicht zu vergessen sei auch die Solidarität mit den anderen. Der Lehrplan sehe vor, dass man sich mit anderen auseinander setze – ebenso wie mit der Gemeinschaft der Christen in der eigenen Diözese, dem eigenen Land und schließlich auf der ganzen Welt.

„Ich glaube – ja“

Der katholische Religionsunterricht ist ein Erfolgsmodell. Österreichweit besuchen ihn 586.000 Kinder und Jugendliche. Die Kampagne „Ich glaube – ja“ zeigt gerade was dieses besondere Unterrichtsfach alles kann. Infos: www.mein-religionsunterricht.at

Michaela Hessenberger

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Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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