Heiliger Laurentius
Kochen in Krisenzeiten

Alexander Forbes jun. mit Koch-Nachwuchs, Tochter Lea Sophie (9). Forbes ist Obmann des Verbandes der Salzburger Köche und lebt seit zehn Jahren im Pongau.
  • Alexander Forbes jun. mit Koch-Nachwuchs, Tochter Lea Sophie (9). Forbes ist Obmann des Verbandes der Salzburger Köche und lebt seit zehn Jahren im Pongau.
  • Foto: RB/Elisabeth Luckabauer
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Der hl. Laurentius gilt als Schutzpatron der Köchinnen und Köche. Sein Fest ist am 10. August. Wie geht es der durch Corona krisengebeutelten Branche? Das Rupertusblatt hat beim Salzburger Kochverbandsobmann nachgefragt.

„Laurentius im Sonnenschein, wird der Herbst gesegnet sein“, lautet eine Bauernregel für den 10. August. Einen guten Herbst wünschen sich viele, auch die Köchinnen und Köche. Deren Verbandsobmann ist Alexander Forbes junior. Der gebürtige Pinzgauer lebt seit zehn Jahren im Pongau, dort kocht er im Verwöhnhotel Berghof in St. Johann-Alpendorf. „Es ist nicht das einfachste Jahr für die Branche“, stellt er fest, wenn auch schon bei dieser Antwort sein optimistisches Gemüt zum Vorschein kommt.

In den ländlichen Gebieten wie seiner Heimat sei die Buchungslage ausgesprochen gut, denn „unsere österreichischen und deutschen Gäste sind da“, sagt er. Auffällig sei, dass – er vermutet das sei einer durch Corona gewachsenen Unsicherheit geschuldet – die Gäste mehr im Hotel konsumieren, was wiederum den Betrieben zugute kommt. Etwas anders sei die Lage im Städtetourismus, denn hier fehlen bekanntlich die internationalen Gäste. Alles in allem zeigt sich der 39-Jährige zufrieden, auch wenn Situationen wie zuletzt in St. Wolfgang der Branche „nicht gut tun“ und die Lage für den Herbst schwer einzuschätzen sei.

Positives aus der Krise

Man hört die Erleichterung, dass nach dem wochenlangen Lockdown endlich wieder in regulärem Umfang geschnipselt, gebraten und pochiert werden darf. Der Weg dahin war aber steinig, denn Lieferketten waren unterbrochen, Lieferzeiten somit nicht einhaltbar und Produkte nicht verfügbar. „Wir mussten teilweise bei Null anfangen“, sagt Forbes. Doch selbst diesem Umstand kann er Gutes abgewinnen. Die Regionalität der verarbeiteten Produkte sei gestiegen, aus der Not heraus mussten manche Betriebe umdenken. „Diese Entwicklung hält an“, zeigt sich der Koch erfreut. Noch etwas hat sich geändert: „Es ist einfacher, Mitarbeiter zu bekommen“, spielt er auf die Situation am Arbeitsmarkt an. Er persönlich hat die Wochen des geschlossenen Betriebs zuhause mit seiner Familie verbracht, „genossen“, fügt er etwas leiser hinzu. Und erklärt: „Ich arbeite oft 80 bis 100 Stunden in der Woche, manchmal vier Wochen am Stück. Ich war ausgepowert. Für mich kam die Pause zum richtigen Zeitpunkt. Ich hatte Zeit für mich und die Familie.“
Währenddessen war aber einiges im Kochverband zu tun. Die Mitglieder wurden laufend über Maßnahmen und aktuelle Entwicklungen informiert. Die Verbandszeitschrift – inhaltlich kurzfristig angepasst an die Coronazeit – wurde herausgebracht.

Die Köchinnen und Köche haben sich untereinander gut vernetzt und alternative Möglichkeiten abgewogen, wie beispielsweise einen Abholservice. In den Sozialen Medien startete der Dachverband unter dem Motto „alles wird gut“ und „Kochen verbindet“ eine Foto-Aktion, die zum Durchhalten animierte. „Es ist zentral, in dieser Situation auch positive Bilder zu transportieren“, sagt der Optimist Er selbst postete ein Foto (im Bild) bei der Arbeit mit seiner 9-jährigen Tochter Lea Sophie.

Laurentiusfest fällt aus

Seit Jahren ist Lea Sophie vorne mit dabei, wenn hunderte Köche jährlich im August durch die Salzburger Altstadt ziehen und ihren Schutzpatron im gemeinsamen Gottesdienst feiern und den Tag gesellig ausklingen lassen. „Wir hoffen, dass wir das Laurentiusfest nächstes Jahr wieder durchführen können“, so Forbes. „Der heilige Laurentius war sehr hilfsbereit und hat den Armen geholfen. Zusammenhalten ist gerade jetzt wichtig. Als Branche dürfen wir den Kopf nicht in den Sand stecken.“

Der heilige Laurentius

◆ Namenstag: 10. August
◆ Laurentius war Diakon zur Zeit des Papstes Sixtus II. und starb als christlicher Märtyrer am 10. August 258 in Rom. Die Legende erzählt: Laurentius war als Erzdiakon von Rom an der Seite des Papstes für die Verwaltung der Kirchengüter verantwortlich. Er wurde vom Kaiser aufgefordert, die „Schätze“ der Kirche innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Laurentius versammelte alle Armen und Kranken im Hinterhof seines Hauses und präsentierte sie dem Kaiser als den wahren „Schatz“ der Kirche. Daraufhin brachte dieser Laurentius durch Grillen auf einem eisernen Gitterrost qualvoll zu Tode.
◆ Schutzpatron der Köchinnen und Köche, der Bibliothekare, der Bierbrauer und vieler Berufsgruppen, die mit Feuer zu tun haben.

Lisa Schweiger-Gensluckner

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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