Fest der Jugend
Die Loretto-Pfingstidee wächst

Von der Stadt und dem Dom hinaus in die Welt: Statt einem großen Pfingstfest gibt es heuer 32 kleinere.
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Verwandlung: Um wachsen zu können, wird aus dem großen Loretto-Pfingstfest mit Tausenden Besuchern ein Wochenende in den Regionen. Warum Kleinerwerden wichtig ist, wie Dabeisein funktioniert und wie Jugendliche auf Emotionen in der Kirche reagieren.

von Michaela Hessenberger

Es ist niemand Geringerer als Johannes der Täufer, an dem sich Georg Mayr-Melnhof (kleines Bild) ein Beispiel nimmt. Er deutet dessen Wort „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ um und erklärt die Zukunft des größten Loretto-Events, des Festes der Jugend, so: „Salzburg muss kleiner werden, damit andere wachsen können.“ Will heißen: Das Pfingstfest mit 10.000 Jugendlichen in der Stadt Salzburg gibt es in dieser Form nicht mehr. An seine Stelle tritt eine neue Version – dafür an insgesamt 32 Standorten und mit viel Potenzial. Altenmarkt, Augsburg, Bonn, Brixen, Graz, Mainz, das Mostviertel und sogar London sind heuer wie Satelliten, die das Feuer von Pfingsten für die jungen Leute in ihrer eigenen Region entfachen sollen.

Wichtigste Eckpunkte bleiben fix

Die Quelle für die neuen Standorte mit ihren Teams ist und bleibt Salzburg. Mayr-Melnhof, der seit 20 Jahren in der Hauptverantwortung für das Pfingstfest der Loretto-Gemeinschaft steht, vergleicht das neue Konzept mit einem Franchise-Unternehmen: „Es gibt Elemente, die wesentlich sind. Messen, Preacher, der Abend der Barmherzigkeit mit Beichtgelegenheiten – diese Bausteine müssen übernommen werden.“ Plus: „Ausrichten dürfen die Tage nur Menschen, die in Salzburg schon selbst dabei waren.“ So sei sichergestellt, dass der Spirit, also der Geist des Festes, weitergegeben werde.

32 Standorte sind bestens vernetzt

Auch wenn jedes der Pfingstfeste anders und damit einzigartig sein wird, sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eng miteinander verbunden. Dafür sorgt die professionelle „Loretto-Technik“, die Mayr-Melnhof viel Freude bereitet und auch schon die Profis vom ORF zum Staunen gebracht hat. „Unsere 50-köpfige Crew ist mit den Kameras beinahe rund um die Uhr im Einsatz“, berichtet er. So kommt etwa der Hauptvortrag aus Salzburg via Bildschirm zu allen. Die Streams vom 4. und 5. Juni geben auch jenen, die daheimbleiben müssen oder wollen, die Chance, im Internet oder Fernsehen, übertragen durch christliche Medienpartner, dabei zu sein. Außerdem setzt man auf soziale Medien. An allen Standorten sind Teammitglieder an diesem Wochenende unterwegs, um die besten Szenen in Text und Bild festzuhalten und im Internet zu teilen.

Die Zündschnur richtig zünden

Was macht so ein intensives Pfingst-Wochenende mit Mädchen, Burschen und jungen Erwachsenen? Georg Mayr-Melnhof teilt seine Beobachtungen: „Es ist ein super-intensives Wochenende, wie super-intensive Exerzitien. Nach Hause gehen die Teilnehmer voll Freude, jubelnd und total berührt. Sie sagen ,Wenn das Kirche ist, dann möchte ich dabei sein‘.“ Der Leiter betont den Wert von Emotionen im Gesamtkonzept. Gefühle spielen nicht nur an diesen Tagen, sondern im Glauben generell eine große Rolle, sagt er. „Die Generation meiner Eltern war viel nüchterner, klatschen am Ende einer Predigt hätte entsetzt. Jetzt kommt aber Neues! Ich bin sehr für heilige Orte mit Benimmregeln, aber wenn wir in den Psalmen vom Rufen, Jubeln, Tanzen und Klatschen lesen, dann geht es nicht ohne Emotionen.“

Die Schätze der Kirche sind ihm wichtig. „Der Inhalt ist genial. Es geht um die Verpackung.“ Er will zeigen, was Kirche kann, indem er „die Zündschnur zündet“ und den Gläubigen Momente ermöglicht „an denen wir alle denken, dass wir ja schon im Himmel sind“.

Der Slogan auf den Pfingstfest-Plakaten lautet immerhin: „Vielleicht das beste Wochenende deines Lebens.“

Alle Informationen zu den 32 Pfingstfesten der Loretto-Gemeinschaft und den Weg zur Anmeldung gibt es online unter www.pfingsten.at.

Von der Stadt und dem Dom hinaus in die Welt: Statt einem großen Pfingstfest gibt es heuer 32 kleinere.
Georg Mayr-Melnhof.
Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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