Partnerdiözese
Abschied mit Vorfreude

Johannes Shin Sung won hat zehn Jahre lang eines von Salzburgs Fenstern in die Weltkirche weit offen gehalten. Er war Südkoras „Vertretung“ in der Mozartstadt. Jetzt kehrt er heim. Für di Diözesanpartnerschaft setzt er sich weiter ein, verspricht er. Im Bild: Johannes mit einem Kreuz, dass die Verbindung zwischen den Partnerdiözesen symbolisiert: Erzdiözese Salzburg, Bokungu-Ikela in der DR Kongo, San Ignacio de Velasco in Bolivien und Daegu in Südkorea.
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  • Johannes Shin Sung won hat zehn Jahre lang eines von Salzburgs Fenstern in die Weltkirche weit offen gehalten. Er war Südkoras „Vertretung“ in der Mozartstadt. Jetzt kehrt er heim. Für di Diözesanpartnerschaft setzt er sich weiter ein, verspricht er. Im Bild: Johannes mit einem Kreuz, dass die Verbindung zwischen den Partnerdiözesen symbolisiert: Erzdiözese Salzburg, Bokungu-Ikela in der DR Kongo, San Ignacio de Velasco in Bolivien und Daegu in Südkorea.
  • Foto: RB/ibu
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Einen Grund zum Wiederkommen hat Johannes Shin Sung won auf jeden Fall: Er muss die Promotionsfeier nachholen, die der Coronapandemie zum Opfer gefallen ist. Es ist also ein Abschied mit Vorfreude aufs Wiedersehen. Als der Priester aus der südkoreanischen Partnerdiözese vor zehn Jahren nach Salzburg kam, beherrschte er nur zwei Wörter: Grüß Gott. „Ich habe sehr viel gelernt“, sagt Johannes und meint damit nicht nur die Sprache.

Diese Rupertusblatt-Ausgabe schaffte es gerade noch rechtzeitig ins Handgepäck. Wenige Stunden nach Druck bestieg Johannes Shin Sung won in München ein Flugzeug, das ihn in seine Heimat brachte. In Daegu muss er sich in Corona-Quarantäne begeben. Den Ort, an dem er die ersten beiden Wochen verbringt, hat er bewusst gewählt. „Ich habe dort kein Fernsehen und kein Internet.“ Die Zeit möchte er zum Schreiben eines wissenschaftlichen Aufsatzes nutzen, aber auch zum Innehalten und den Rückblick auf die Jahre in der Mozartstadt. Der weltbekannte Komponist sei ihm natürlich bekannt gewesen, genauso wie Sound of music. „Mehr Salzburgwissen hatte ich vor zehn Jahren nicht“, bekennt Johannes. Sein Bischof sei es gewesen, der ihn zum neuen Kontaktmann im fernen Europa bestimmte. Seit mehr als 50 Jahren besteht eine Diözesanpartnerschaft zwischen Salzburg und Daegu. Seitdem haben immer wieder Priester aus Südkorea in Salzburg studiert. Johannes Shin begab sich in ihre Fußstapfen.

Zuhause bei den Herz-Jesu-Missionaren

Genau zu Ruperti 2010 begann die Salzburger Geschichte des damals 30-Jährigen. „Ich erinnere mich noch genau als mir P. Walter Licklederer die Schlüssel zu meinem Zimmer in die Hand legte. Meine einzigen deutschen Wörter, die ich beherrschte waren Grüß Gott.“ Die Aufnahme bei den Herz-Jesu-Missionaren klappte trotzdem von Anfang an. „Sie empfingen mich herzlich als einen Mitbruder. Wir haben gemeinsam gelebt, gebetet und Gottesdienst gefeiert.“ Deshalb möchte er sich bei den Patres herzlich bedanken sowie bei den Erzbischöfen Alois Kothgasser und Franz Lackner „und allen, die mich unterstützt haben“. Rosen streut er seinen Lehrenden an der Theologischen Fakultät. Als wäre es nur wenige Wochen her, beschreibt er seine erste Vorlesung an der Universität. Zur Vorbereitung hatte er einen mehrmonatigen Deutschkurs besucht. „Verstanden habe ich dann trotzdem nichts“, sagt er. „Doch die Professoren waren sehr nett, sie haben mir immer geholfen. Ich konnte jederzeit nachfragen.“

Wir können voneinander lernen

Die sprachliche Barriere baute er nach und nach ab. Das kam ihm nicht nur beim Studium zugute. Er half sonntags im Seniorenheim Liefering, Anif und in Salzburger Stadtpfarren aus. „Das hat mir besondere Freude bereitet. Nach der Priesterweihe war ich ja schon zwei Jahre als Kooperator in einer Gemeinde.“ Mit seinen Predigten wolle er die Menschen ermutigen, nach dem Evangelium zu leben, unterstreicht Johannes Shin. Doch nicht nur Erfahrung in der Pfarre sammelte er. Er hebt die SpiriNights mit den Firmlingen hervor, an denen er mehrmals beteiligt war. In Daegu gebe es übrigens eine eigene Jugendkirche – mitten unter den Szenelokalen der Millionenmetropole. Die Jugendarbeit sei für ihn ein Bereich, „in dem wir uns als Partnerdiözesen austauschen können“, ist er überzeugt. „Partnerschaft heißt für mich, das Leben miteinander teilen und voneinander lernen.“ So hofft er, dass die Jugendbegegnung wie sie bereits öfters über die Bühne gegangen ist, bald eine Fortsetzung erlebt. Ob jedoch wie ursprünglich geplant schon 2021 wieder junge südkoreanische Leute Salzburg besuchen können, hängt von den äußeren Umständen ab, also von der Entwicklung der Covid-19-Pandemie.

Diözesanpartnerschaft weiter beleben

Diesen Juli hat Johannes Shin Sung won sein Promontionsstudium in Fundamentaltheologie abgeschlossen. Die Prüfung legte er per Videokonferenz ab. „Das war natürlich so nicht vorgesehen und ungewöhnlich. Es ist schließlich alles gut gegangen.“ Corona verhinderte jedoch das Feiern und Abschiednehmen in größerer Runde. Die Frage, was oder wer ihm nach einem Jahrzehnt in Salzburg am meisten abgehen wird, beantwortet Johannes Shin mit einem Ranking: „1. Die Menschen: Da werden mir viele fehlen. 2. Die Natur: Ich bin gern gewandert. 3. Das Essen: Am liebsten sind mir Schweinsbraten und Sauerkraut.“ Auf seine Vorliebe für Knödel muss er in Daegu nicht verzichten. Die Zubereitung hat er sich nämlich zeigen lassen. Welche Aufgabe er künftig in seiner Heimatdiözese übernimmt, weiß Johannes Shin Sung won noch nicht. Fest steht für ihn, er möchte sich weiter für eine lebendige Diözesanpartnerschaft starkmachen.

Johannes Shin Sung won hat zehn Jahre lang eines von Salzburgs Fenstern in die Weltkirche weit offen gehalten. Er war Südkoras „Vertretung“ in der Mozartstadt. Jetzt kehrt er heim. Für di Diözesanpartnerschaft setzt er sich weiter ein, verspricht er. Im Bild: Johannes mit einem Kreuz, dass die Verbindung zwischen den Partnerdiözesen symbolisiert: Erzdiözese Salzburg, Bokungu-Ikela in der DR Kongo, San Ignacio de Velasco in Bolivien und Daegu in Südkorea.
Johannes Shin Sung won mit Weltkirche-Referent Markus Roßkopf.
Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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