Digitale Ausleihe
Lesestoff geht nicht aus

Salzburg und Tirol öffnen ihre digitalen Ausleihplattformen für elektronische Bücher, Hörbucher, Zeitschriften und Magazine.

Derzeit haben viele Menschen Muße zum Lesen und Vorlesen. Die Kinder haben vielleicht schon alle entlehnten Bücher ausgelesen und wünschen sich dringend Nachschub. Salzburg und Tirol haben daher ihre digitalen Ausleihplattformen für alle geöffnet.

So wichtig die öffentliche Bücherei und Bibliothek als sozialer Treffpunkt ist, so bedeutsam ist auch die Zusammensetzung und Aktualität ihres Buchbestands. Die einen kommen, um über Bücher zu reden und Informationen auszutauschen. Die anderen wollen in Ruhe lesen und viele am besten rund um die Uhr Zugang zum Medienbestand haben. Die meisten Bibliotheken boten ihren Leserinnen und Lesern daher die Möglichkeit der sogenannten Onleihe an: Wer in einer öffentlichen Bibliothek registriert war, konnte das umfangreiche Online-Angebot jederzeit nutzen. In der Stadt Salzburg standen damit den eingeschriebenen Leserinnen und Lesern der Pfarrbüchereien Aigen, Herrnau und St. Vitalis neben dem physischen Bestand rund 20.000 Medien der Salzburger Onleihe zur Verfügung.

Kostenfreie Online-Bibliothek

Nun, da die Bibliotheken geschlossen sind, haben sich die Servicestellen von Salzburg, Tirol, Niederösterreich und der Steiermark sowie die Stadtbüchereien Innsbruck, Salzburg, Linz und Wien (Stand 29. März) entschlossen, den Zugang für alle bis auf Weiteres kostenfrei zu öffnen. „Nachdem wir die ,Onleihe für alle’ geöffnet hatten, meldeten sich innerhalb der ersten Tage mehr als 3.000 Leserinnen und Leser an. Selbstverständlich haben wir das bisherige digitale Angebot (20.000 Medien) entsprechend aufgestockt! Schön, wenn die neuen Leserinnen und Leser später Kundinnen und Kunden einer öffentlichen Bibliothek werden wollen. Auf den Geschmack sind sie jetzt wohl gekommen“, skizziert Herlinde Lugstein, Sachbearbeiterin für öffentliche Bibliotheken, Land Salzburg, die aktuelle Interessenslage aus dem Homeoffice. Ihre Kollegin Susanne Halhammer schreibt über den am 1. April erfolgten Start der Onleihe für alle in Tirol (16.000 Medien): „Für einen Ansturm auf die E-Medien sind wir gerüstet. Wir ersuchen aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwands aber um Geduld.“ Dass der Literatur besonders in herausfordernden Zeiten eine große Rolle zukommt, betonen beide für Bibliotheken zu-ständigen Landesrätinnen Andrea Klambauer (Salzburg) so-wie Beate Palfrader (Tirol). Die ortsunabhängige und unkomplizierte Nutzung der E-Medien sieht auch Tilmann Märk, Rektor der Universität Innsbruck, als ganz wichtigen Service für die Bevölkerung.
Sobald die öffentlichen Bi-bliotheken wieder geöffnet sind, erlischt das Ausnahmeangebot: Dann haben ja alle die Möglichkeit, sich in einer Bibliothek einzuschreiben, Bücher an Ort und Stelle auszuleihen und die E-Medien weiter zu nutzen.

Christina Repolust

☛ Tirol: Interessierte senden eine E-Mail mit ihrem Vor- und Nachnamen sowie der Angabe der Heimatgemeinde an ulb-buechereien@uibk.ac.at

☛ Salzburg: das Online-Anmeldeformular gibt es unter www.leseland.salzburg.at

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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