Internationale Pädagogische Werktagung
„Der Klimawandel zeigt, was schief läuft“

Am Großglockner zeigt der Klimawandel, was er anrichtet. Zwar gab es im Winter viel Schnee, langfristig verbessern sich die Chancen von Gletschern laut Experten nicht.
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  • Am Großglockner zeigt der Klimawandel, was er anrichtet. Zwar gab es im Winter viel Schnee, langfristig verbessern sich die Chancen von Gletschern laut Experten nicht.
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Leugnen lässt sich die Erderwärmung längst nicht mehr. Appelle, die Umwelt endlich zu schützen, verhallen. Bei der 69. Pädagogischen Werktagung spricht Meteorologe Andreas Jäger über die Prozesse in der Natur – und darüber, wie alle selbst gegen den Klimawandel ankämpfen können.

von Michaela Hessenberger

Frühe Hitzewellen im Juni ließen in Österreich kürzlich aufhorchen. Noch nie waren die Temperaturen in diesem Monat an so vielen Tagen so hoch. In Kanada war die Hitze so stark, dass Wälder und sogar ganze Ortschaften in Flammen aufgingen.

„Heute ist es schon so warm wie zur wärmsten Phase vor 6.500 Jahren. Und die Erwärmung legt ja erst richtig los, wenn wir nicht aufpassen. Das ist das Problem“, erklärt Andreas Jäger. Bekannt ist der Meteorologe aus Radio und Fernsehen. Dann beginnt er zu rechnen: „Etwa zehn Tonnen schädliches CO2 verursacht jeder Mensch im Schnitt. Pro Jahr. Rund zwei Tonnen davon entstehen ohne weiteres Zutun einzelner Personen, sie kommen durch allgemeine Prozesse – Verwaltung oder Schulwesen etwa – zustande.“ Trotzdem könne jede und jeder in vielen Bereichen selbst aktiv werden und den eigenen ökologischen Fußabdruck verkleinern.

Aufmerksame bemerken die Veränderung

Ob das angesichts rauchender Fabriksschornsteine und schmutziger Industrien nicht bloß ein Tropfen auf den heißen Stein ist? Jäger winkt ab und betont, dass Änderungen auch von kleinen Taten leben. Der Klimawandel zeige recht eindringlich, was in unserer Gesellschaft schief laufe. Als Beispiel nennt er Fleischkonsum, Futterbeschaffung und Tierhaltung. „Ein bewusster Lebensstil mit wenig oder gar keinem Fleisch macht glücklicher“, weiß er aus eigener Erfahrung.

Zurück zur Wissenschaft. Was sagt der Wetterexperte jenen Menschen, die meinen, dass die Erderwärmung ein völlig normaler Prozess sei, der sich seit Jahrmillionen wiederhole? „Es war nie wärmer als jetzt“, erklärt Jäger. „Und nun ist das Warme so warm, dass wir aus dem optimalen Temperaturbereich draußen sind.“ Das Schlimme: Der Klimawandel gehe schleichend vonstatten. Wer in der Natur unterwegs sei, bemerke ihn jedoch schnell: „Zecken und Grillen ziehen sich auf Berge zurück, Gottesanbeterinnen in Täler. Das alles ist neu.“

Was wir sofort fürs Klima tun können

Auf die Ernährung achten: Es sei irre, welchen Einfluss die Wahl der Nahrungsmittel auf den ökologischen Fußabdruck habe, sagt Andreas Jäger. „Wir haben uns angeeignet, jeden Tag Fleisch zu essen. Das ist ein Klimakiller.“ Österreich habe genug Gras für seine Kühe, so dass alle zweimal pro Woche Fleisch essen könnten. Alles weitere Futter müsse zugekauft werden. Sojaproduktion mache aber den Regenwald kleiner. „Bei Fleisch und Wurst FDH zu machen ist ein super Anfang.“

Das Auto stehenlassen: Österreich habe einen großen Nachholbedarf in Sachen Verkehr. Jäger: „Weniger fahren und Elektroautos fahren, wenn möglich. Sie sind besser als ihr Ruf, denn sie helfen, CO2 zu sparen.“ Noch besser sei der Umstieg auf Rad, Öffis oder Gehen. Zumindest bei kürzeren Strecken.

Schlau shoppen: Kleidung müsse man nicht dauernd neu kaufen, sagt Jäger und kritisiert Läden, die gefühlt alle zwei Wochen neue Kollektionen vorstellen. „Wir kaufen viel zu viel und brauchen es nicht!“ Besser: Gute Teile kaufen, dafür seltener.

Zum 69. Mal findet die Internationale Pädagogische Werktagung des Katholischen Bildungswerks Salzburg statt. Partner sind die Universität und die Caritas. „Nachhaltig leben lernen“ lautet das Motto vom 14. bis 16. Juli. Unter den Referenten sind etwa Barbara Benoist-Kosler, Lothar Böhnisch, Michael Rosenberger und P. Johannes Pausch. Infos zu Programm, Kosten, Arbeitskreisen: www.bildungskirche.at/werktagung.

Am Großglockner zeigt der Klimawandel, was er anrichtet. Zwar gab es im Winter viel Schnee, langfristig verbessern sich die Chancen von Gletschern laut Experten nicht.
Andreas Jäger
Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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