Stift St. Paul/Lavanttal
Ausstellung: Zur Hölle mit dem Himmel

Das Museum des Benediktinerstiftes St. Paul hat seine Türen für Besucher offen! Bis zum 1. November lädt der Konvent des Klosters dazu ein, mehr über die Abtei im Lavanttal zu erfahren. Das im Jahr 1091 gegründete Stift ist heute das einzige aktiv bestehende Benediktinerkloster Kärntens, in welchem die dort lebende Mönchsgemeinschaft versucht, dem Grundauftrag ihres Ordensgründers St. Benedikt gerecht zu werden: Gott zu suchen und ihn durch ihr gemeinsames Gebet, ihre Arbeit und in der Begegnung mit ihren Mitmenschen zu verherrlichen.
Die Geschichte der Menschheit kennt zahlreiche Zeiten von Seuchen und Krankheiten, die ganze Landstriche leer fegten. Sie kennt aber auch das stete Ringen um Heilung und die Erkenntnisse der Naturkunde und Medizin.
Paracelsus in St. Andrä
Kriege, Hungersnöte und Naturkatastrophen gelten als Nährboden heimtückischer Krankheiten, die als Pandemien den gesamten Planeten heimsuchten und kaum ein Land verschont ließen. Großes Elend prägte Generationen und führte zu drückender Angst unter den Menschen.
Paracelsus, der Schüler an der nahe gelegenen Domschule zu St. Andrä gewesen ist, gewann durchbrechende Erkenntnisse im Bekämpfen der Pest und gilt als einer der großen Pioniere medizinischer Forschung in Europa.
Paracelsus wurde bei Einsiedeln in der Schweiz geboren und kam mit seinem Vater um 1502 nach Villach. Durch seinen Vater erhielt er erste Einblicke in die Medizin. Er besuchte in Kärnten die Schulen und studierte dann an mehreren Universitäten. Zu seinen Lehrern zählt Paracelsus neben seinem Vater den Bischof im Lavanttal, Erhard Paumgartner.
Kampf gegen Epidemien
Auch bedeutende Ärzte wie Robert Koch, Alexander Flemming oder Emil von Behring widmeten sich mit Hingabe dem Kampf gegen die großen Epidemien. Die Angst vor den Seuchen führte vor allem im Mittelalter zu großen Pilgerbewegungen, die teilweise bis heute lebendig sind. Wo die Medizin an ihre Grenzen stieß, wurde der Ruf nach Gott laut. Heiligen wurde Heilkraft zugesprochen und bedeutende Gnadenorte zogen Millionen von Wallfahrern an. Das stockende Blut des Januarius, so glaubte man, kündete Unheil für die Stadt Neapel an, und die heilige Corona wurde als Helferin bei Pandemien angerufen.
Gegenwärtig plagt die ganze Welt Covid-19. Die Geschichte zeigt aber, dass nach dem Abklingen der Seuchen das Leben wieder hochgehalten wurde und alle stets zur Erkenntnis kamen: Das Leben ist ein Fest!
Die Ausstellung ist ein spannender Streifzug durch die Geschichte der Seuchen und zeigt, dass trotz aller mit ihnen verbundener Schwere diese zum Leben gehören und ein steter Begleiter des Menschen sind. Sie zeigt aber auch, dass sich die Menschheit niemals durch sie unterkriegen ließ, sondern immer wieder zu neuer Lebensfreude erwachte.
Öffnungszeiten
Mittwoch – Samstag: 10 bis 16 Uhr
Sonntag: 11 bis 17 Uhr
Ruhetage: Montag und Dienstag
Führungen für Gruppen jederzeit nach Voranmeldung
Kontakt:
Benediktinerstift St. Paul
Telefon 04357/2019 DW 10.

Autor:

Gerald Heschl aus Kärnten | Sonntag

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