„Wir mischen mit!“
Zusammen für eine bessere Welt

Auch eine Runde „Mensch ärgere dich nicht!“ stand in Feldkirchen am Programm.
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  • Auch eine Runde „Mensch ärgere dich nicht!“ stand in Feldkirchen am Programm.
  • Foto: Peter Artl
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150 junge Kärntnerinnen und Kärntner setzten es sich zum Ziel, die Welt ein Stück weit zu verändern und dort anzupacken, wo es am meisten gebraucht wird – und mittendrin die 6a des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula.
von Carina Müller

Zeit miteinander verbringen, sich untereinander austauschen und füreinander da sein – über 2.500 Jugendliche aus ganz Österreich standen vom 13. – 16. Oktober im Dienst der guten Sache. Im Rahmen der Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ setzten sie sich in rund 250 Projekten für einen sozialen Zweck ein. So auch die 6a des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula. In drei verschiedenen Projekten wurden kahle Wände ausgemalt, frische Kasnudeln gekrendelt und zur angesagtesten Musik getanzt.

Von der Idee zur Umsetzung
Die Idee, an der österreichweiten Aktion teilzunehmen, hatte Religionslehrerin Anita Steurer, welche auch die Leitung des Projektes übernahm. Die Schülerinnen und Schüler waren von Anfang an begeistert: „Bereits letztes Jahr haben wir an Projekten teilgenommen und sind sozial sehr engagiert. Es waren alle sofort Feuer und Flamme für diese Aktion und haben sich praktisch um die Projekte gerissen“, so Fabio Galle, Schulsprecher und Schüler der 6a. Es wurden drei Projekte geplant. Zwei generationsübergreifende Projekte sollten in der „Mitten im Leben“-Gruppe in Viktring und im Feldkirchner Ernst-Schwarz-Haus in Waiern stattfinden. In der Obdachlosentagesstätte Eggerheim hingegen sollten kahle Wände einen frischen Anstrich bekommen. „Es war sehr herausfordernd, dieses Projekt zu planen, da es in coronageprägten Zeiten schwierig ist, langfristig zu planen“, erzählt Projektleiterin Steurer. Trotz der herausfordernden Planung und Durchführung aufgrund der Corona-Pandemie konnten alle drei Projekte erfolgreich stattfinden.

Spiel, Spaß und Bastelei
Bunte Gestecke basteln, einen frischen Kuchen backen und lustige Gesellschaftsspiele spielen. Das waren nur einige Programmpunkte, die im Feldkirchner Ernst-Schwarz-Haus in Waiern auf dem Programm standen. Die Jugendlichen waren in drei Gruppen aufgeteilt: „Backen und Kaffeekränzchen“, „Basteln und dekorieren“ sowie „Spiel und Unterhaltung“. Jung und Alt kamen zusammen, konnten sich untereinander austauschen und miteinander Zeit verbringen – so verging auch kein Tag ohne fröhliches Lachen.

„Paint it“ im Eggerheim
Acht Schülerinnen und Schüler konnte man mit Pinsel und Farbtopf in der Obdachlosentagesstätte Eggerheim der Caritas Kärnten finden: „Im Eggerheim ging es darum, frische Farbe in zwei Aufenthaltsräume zu bringen, genauer in die Küche sowie in den Essbereich. Folglich packten die Jugendlichen des Bischöflichen Realgymnasiums St. Ursula diese Arbeiten nicht nur ordentlich, sondern beeindruckend professionell an. Im Vordergrund stand für mich die Begegnung mit Menschen, die die Gesellschaft oftmals vergisst – nämlich mit jenen, die wohnungs- und hoffnungslos sind“, so Steurer.

Gemeinsam mitten im Leben
Kulinarisch aufgetischt wurde bei der „Mitten im Leben“-Gruppe in Viktring. Die Schülerinnen und Schüler kochten unter Anleitung und mithilfe der Damen der Gruppe echte Kärntner Kasnudeln: „Wir haben das Glück, hier tolle Räumlichkeiten zu haben. Nachdem eine Küche da ist, haben wir uns dazu entschlossen, etwas zu kochen. Wir haben uns auf Kasnudeln geeinigt, weil den Jugendlichen oft die Zeit fehlt, diese selbst zu machen – das kennen wir ja auch, wenn wir es eilig haben. Früher hat es bei uns immer geheißen ‚Jedes Mädchen, das krendeln könne, darf heiraten‘, heute gilt das für die Jungen genau so“, erzählt Waltraud Schurian, Leiterin der „Mitten im Leben“-Gruppe Viktring. Doch die Jugendlichen hatten weitaus mehr eingeplant: „Wir haben uns zusammen mit den Damen beim Tanzen aufgewärmt und ihnen auch gezeigt, welche Musik gerade im Trend ist. Wir haben auch Konzentrationsspiele und ‚Stadt, Land, Fluss‘ gespielt. Im Anschluss durften wir ihnen noch unseren kleinen Sketch vorführen, den wir am Vortag einstudierten und haben mit einem Gedicht auf den Herbst eingestimmt“, so Fabio Galle.

„Wir konnten viel lernen!“
Die 72 Stunden waren für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Der Schulsprecher des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula, Fabio Galle, erzählt weiter: „Es war ein tolles Projekt, das sehr viel Spaß gemacht hat. Jeder, der bei uns an diesem Projekt teilgenommen hat, konnte viele Erfahrungen sammeln und etwas mitnehmen. Die Stimmung war immer gut, vor allem weil die Damen durchgehend fröhlich waren und Späße gemacht haben. Wir haben auch die Rückmeldung bekommen, dass sie wirklich froh waren, dass wir da waren.“ Dies kann Waltraud Schurian nur bestätigen: „Unsere Damen freuen sich immer sehr, wenn sie etwas mit jungen Menschen machen dürfen.“ Für Projektleiterin Anita Steurer war eines am wichtigsten: „Für mich als Leiterin dieses Projektes war und bleibt der Wunsch, dass unsere Schülerinnen und Schüler diese Idee nicht nur im Rahmen der Projekttage verfolgen, sondern in unserer egoistisch geprägten Welt, ‚hinschauen‘, wo viele andere wegschauen und weg von diesem Gedanken der Ohnmacht ‚Ich würde gern was verändern, aber ich kann nicht“ kommen.“

Information
Die Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ ist ein Projekt der Katholischen Jugend Österreich in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3. Junge Menschen in ganz Österreich engagieren sich zeitgleich 72 Stunden lang in sozialen Projekten. Dieses Jahr startete die größte Jugendsozialaktion Österreichs zum zehnten Mal – diesmal unter dem Motto „Wir mischen mit!“ Nähere Infos unter: www.72h.at

Autor:

Carina Müller aus Kärnten | Sonntag

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