Olympia-Seelsorger P. Johannes Paul Chavanne OCist
Gottes Segen für die Olympia-Teams

Vom 4. bis 20. Februar finden die Olympischen und ein Monat später die Paralympischen Winterspiele in China statt. Das österreichische Team hat mit P. Johannes Paul Chavanne OCist einen eigenen Seelsorger. Mit dem „Sonntag“ sprach er über seine Aufgabe als Olympia-Seelsorger.
von Gerald Heschl

Normalerweise würde P. Johannes Paul Chavanne aus dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz schon auf gepackten Koffern sitzen und dem Abflug nach Peking entgegenblicken. Doch heuer ist alles anders. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Kontingent eingeschränkt, und der Olympiaseelsorger kann nicht mit dem Team mitfliegen.
Das hindert P. Johannes Paul aber nicht daran, die 342-köpfige österreichische Delegation seelsorglich zu betreuen: „Zunächst bin ich ihnen natürlich im Gebet verbunden. Sonst müssen wir uns, wie in diesen Zeiten leider üblich, auf Online-Angebote konzentrieren“, so der engagierte Pater.
Neben Gottesdiensten besteht das digitale Angebot aber auch an persönlichen Gesprächen: „Natürlich lebt die Seelsorge vom persönlichen Kontakt vor Ort“, so der Zisterzienser-Pater, „aber es gibt schon sehr gute und enge Kontakte zu vielen Teilnehmern, die froh sind, dass es wenigstens diese Möglichkeit gibt.“
Ganz besonders freut ihn, dass er nicht nur das olympische Team betreuen darf, sondern auch die Paralympischen Spiele. Diese finden ebenfalls in China vom 4. bis 13. März statt. „Dort habe ich auch die Gelegenheit, dabei zu sein und das Team vor Ort zu begleiten“, freut sich P. Johannes Paul Chavanne.
Bei beiden Veranstaltungen konzentriere sich der Blick der Öffentlichkeit immer auf die Sportler, aber sie machen nur einen Teil der „olympischen Familie“ aus: „Die Delegation ist ja viel größer, weil Betreuer, Trainer etc. dabei sind. Ich bin für alle da.“ Natürlich befinden sich die Spitzensportler bei Olympia in einer ganz speziellen Situation: „Auf die Aktiven lastet ein enormer Druck. Diese Wettkämpfe sind zumeist die Spitze ihrer Karriere, und eine Olympia-Medaille ist ein Lebensprojekt“, so P. Johannes Paul Chavanne. Da kommt es oft zu großen Emotionen, aber auch zu besonderen Bedürfnissen nach Gesprächen.
Unter den Sportlern finden sich einige tief gläubige Menschen. Aber auch mit denen, die eher distanziert sind, hat der Olympia-Seelsorger Kontakt. Dabei spielt es für ihn überhaupt keine Rolle, ob es sich um einen Olympiasieger handelt: „Ich beurteile niemanden nach seiner Leistung. Ich freue mich natürlich, wenn aus unserem Team jemand gewinnt, aber grundsätzlich bin ich für alle da.“ Vielleicht sind es ja oft gerade jene, die nicht gewinnen, die ein seelsorgliches Gespräch dringender benötigen. Dabei spielt der Sport in den Gesprächen oft nicht die Hauptrolle: „Wir reden über viele Themen, denn die Sportler sind ja Menschen wie du und ich – sie beschäftigt so vieles, über das sie sich dann gerne austauschen“, so der Pater.

Autor:

Carina Müller aus Kärnten | Sonntag

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