FEDER_SPIEL
UN-HEIMLICH
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In keinem seiner vielen Interviews hat der Wiener Dompfarrer (der seit einiger Zeit in Abstimmung mit dem Erzbischof keine Interviews mehr gibt, über den aber trotzdem fleißig geschrieben wird) eine Silbe darüber verloren, welche Intimität er mit seiner Partnerin (als „Begleitung“ oder „sehr gute Freundin“ bezeichnet) pflegt. Niemand kann daher sagen, Toni Faber sei wegen einer sexuellen Beziehung als Dompfarrer untragbar. Darüber wird nur gemunkelt. Tatsache ist: Faber sitzt nicht im Pfarrhaus und wartet, er geht unter die Leute. Und er tut das nicht im Stil des einsamen Klerikers, sondern, wie es in der Gesellschaft so ist, „mit Begleitung“. Das stört manche Menschen, ob kirchenintern oder kirchenfern (von denen es in seinem Wirkungsbereich viele gibt). Eine Begleitung passt nämlich überhaupt nicht ins Klischee, das man erfüllt sehen möchte. Ins Klischee passt nur heimliche Intimität. Deshalb wird Heimliches eher toleriert. Was, wenn der Dompfarrer diese Dynamik aufzeigen will? Und sich wie ein Performancekünstler selbst zur Botschaft macht? (Und damit auch seine Freundin.) Dann geht eine Pensionierung am Problem vorbei und schiebt das Thema wieder in den Untergrund.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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