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Der Name des Papstes und eine große Liebe ...
Der Historiker Henry Louis Gates jr. hat in Zusammenarbeit mit den Familienforschern der Organisation „American Ancestors“ (Amerikanische Vorfahren) und dem Cuban Genealogy Club of Miami (Kubanischer Familienforscher-Club in Miami) die Vorfahren des Papstes über 15 Generationen zurückverfolgt. Sie haben vor wenigen Tagen ihre Ergebnisse in der „New York Times“ vorgestellt. Sie fanden spanische Adelige, Freiheitskämpfer in den USA und Bolivien, Sklavenhalter und eine ganz große Liebe.
„Nach mehr als zehn Jahren intensiver Ahnenforschung waren wir uns alle einig: Der Stammbaum des Papstes ist einer der diversesten, den wir je zusammengestellt haben“, sagte das Familienforscher-Team um Henry Louis Gates in der „New York Times“. Gates ist ein bekannter Historiker in den USA und moderiert eine Sendung, in der für Prominente ein Familienstammbaum erstellt wird.
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Einwanderungsland. Das zeigt sich nach den Erkenntnissen von Henry Louis Gates und den Familienforschern deutlich im Stammbaum des ersten Papstes aus den USA. Aus welchen Ländern kamen die Vorfahren des Papstes also? 40 Vorfahren stammten aus Frankreich, 24 aus Italien, 21 aus Spanien, 22 aus den USA, 10 aus Cuba, 6 aus Kanada und jeweils einer aus Haiti und Guadeloupe.
Nicht nur die Einwanderung prägt die USA bis heute, auch die Folgen der Sklaverei. Sie gilt als die Ursünde der USA. Siebzehn der amerikanischen Vorfahren des Papstes waren Schwarze, bestätigte das Familien-forscher-Team die ersten Erkenntnisse nach der Wahl von Robert Francis Prevost zum Papst.
Das Forschungsteam hat außerdem ermittelt, dass 12 Vorfahren des Papstes versklavte Menschen besaßen. Von den Sklavenhaltern waren acht sogar schwarz. Eine Zeit lang war es im Süden der USA durchaus üblich, dass freie Menschen schwarzer Hautfarbe Sklaven besaßen.
Marie Jeanne, eine Vorfahrin des Papstes mütterlicherseits, wurde von François Lemelle versklavt, mit dem sie mindestens sechs Kinder hatte. Nach Erkenntnis der Forscher entließ Lemelle 1772 Marie Jeanne und zwei ihrer Töchter aus der Sklaverei. Bei seinem Tod 1789 vermachte er Marie Jeanne ein Fünftel seines Vermögens, zu dem auch mehrere versklavte Personen gehörten.
Den Nachnamen Prevost verdankt Papst Leo XIV. einer großen Liebesgeschichte, die zu Beginn allerdings weder den Vorschriften der Kirche noch denen der Gesellschaft entsprach. Sein Großvater Salvatore Giovanni Gaetano Riggitano Alito kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Sizilien in die USA und heiratete Daisy Hughes, mit der er in Chicago lebte.
Die „New York Times“ berichtete schon im Mai fasziniert davon, denn Riggitano fand die ganz große Liebe in Suzanne Louise Marie Fontaine, die aus Frankreich stammte. Seine Ehefrau Daisy klagte die beiden wegen schlechtem Benehmen und Untreue bei der Polizei an. Die Zeitungen in Chicago berichteten damals atemlos darüber.
Aus ihrer Affäre gingen zwei uneheliche Söhne hervor, Jean, der Onkel des Papstes, und Louis, der Vater des Papstes. Die Familie nahm den Nachnamen Prévost an, den Familiennamen von Suzannes Mutter. So kam der Papst zu einem französischen Nachnamen, jedoch ohne den Akzent, hieß es in der „New York Times“.
Ob und wann die beiden geheiratet haben, ist unklar geblieben. Aber sie lebten nach Erkenntnissen der „New York Times“ bis zum Tod von John 1960 zusammen. Aus Salvatore Giovanni Riggitano war zwischenzeitlich John Prevost geworden.
CHRISTIANE LAUDAGE/ KATHPRESS
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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