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Wallfahrt mit Madonna und „Kuchl“
- Foto: Heuduschits
- hochgeladen von martinus Redaktion
Begibt man sich an den Nordrand des Leithagebirges, findet man sich rasch in der kleinen burgenländischen Gemeinde Loretto wieder. Mit rund 520 Einwohnern zählt sie zwar zu den kleineren Orten der Region – ausgestorben wirkt das Dorf dadurch jedoch keineswegs. Seit über 350 Jahren zieht es zahlreiche Pilger:innen und Wallfahrer:innen hierher. Im Mittelpunkt der Andacht steht dabei die Menschwerdung Gottes. Und nun, 2025 Jahre nach der Geburt Christi, werden besonders viele Gläubige erwartet. Kein Zufall also, dass ausgerechnet die Basilika Maria Loretto von Bischof Ägidius als eine der „Jubiläumskirchen“ benannt wurde.
Zwischen dem ehemaligen Servitenkloster und einem imposanten Kreuzgang erhebt sich die Basilika Maria Loretto. Die Geschichte des Gotteshauses ist bewegend: Zweimal wurde das Gebäude durch die Türken niedergebrannt und mehrfach aufund ausgebaut, bis es schließlich seine heutige barocke Form annahm. Direkt an die Basilika schließt die Gnadenkapelle mit der Nachbildung des Heiligen Hauses an – jenem Gebäude, in dem Maria laut Überlieferung aufgewachsen sei und die Verkündigung des Herrn empfangen haben soll. Der Legende nach wurde das Heilige Haus von Engelsflügeln von Nazareth nach Loreto in der italienischen Provinz Ancona getragen. Im Inneren der Kapelle befindet sich ein besonderer Schatz: Die sogenannte „Schwarze Kuchl“ mit dem – nach langer Reise wieder an seinen Heimatort zurückgekehrten – Gnadenbild. Die Statue, die eine Kopie der „schwarze Madonna“ von Loreto in Italien ist, wurde im 17. Jahrhundert bei einer Plünderung durch die Türken entwendet. Später gelangte sie in den Besitz des polnischen Königs Jan Sobieski, der sie nach der Befreiung Wiens in seine Heimat mitnahm. Erst Jahre danach fand die Gnadenstatue ihren Weg zurück nach Hause.
1997 wurde die Kirche zur „Basilika Minor“ erhoben – ein Ehrentitel, den der Papst nur bedeutenden Kirchen verleiht. Heute dient sie nicht nur als Ort der Andacht, sondern auch als Veranstaltungsort für Konzerte, Ausstellungen und Lesungen. Doch die größten Menschenmassen kommen immer noch in Form von Pilger:innen und Wallfahrer:innen – viele von ihnen machen sich sogar zu Fuß auf den Weg. Die wichtigsten Wallfahrtstage sind der „große Frauentag“ Mariä Himmelfahrt, Mariä Geburt und der „kroatische Sonntag“, die traditionsreiche Wallfahrt der Burgenlandkroaten am dritten Sonntag im September.
Zu diesen Anlässen finden jeweils eine Vorabendmesse sowie eine stimmungsvolle Lichterprozession am Dorfanger statt.
Auch außerhalb der großen Wallfahrtstage lädt die Basilika Maria Loretto zu einem reichen geistlichen Angebot ein:
• An Sonn- und Feiertagen besteht jeweils kurz vor und zu Beginn des Gottesdienstes die Möglichkeit zur Beichte.
• Die eucharistische Anbetung wird montags von 18 bis 19 Uhr gehalten, in den Monaten Mai bis Oktober zusätzlich auch sonntags nach der Abendmesse bis 20 Uhr.
• Ein weiterer Fixpunkt ist die Monatswallfahrt am 8. jedes Monats. Sie wurde 1995 als geistliche Vorbereitung auf das Große Jubeljahr 2000 ins Leben gerufen. Am 8. Juli fand bereits die 363. Monatswallfahrt statt.
• Ein besonderer Termin ist auch die Christophorusfeier am Samstag, dem 27. Juli: Beginn ist um 10 Uhr mit der heiligen Messe, im Anschluss daran erfolgt der Segen aller Kraftfahrzeuge am Anger.
Öffnungszeiten: Mo-Sa 7 bis 19 Uhr So 7 bis 20 Uhr V. P. www.basilika-loretto.at
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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