ÜBER_BLICK
Schieflage bei Bildungsgerechtigkeit
- Im September starten wieder viele Jungschar-Gruppen in ganz Österreich.
- Foto: Grady R/peopleimages Adobe Stock
- hochgeladen von martinus Redaktion
Die Katholische Jungschar ortet eine Schieflage in Fragen der Bildungsgerechtigkeit in Österreich.
Hier habe Österreich deutlichen Aufholbedarf, sagt die Jungschar-Bundesvorsitzende Veronika Schippani-Stockinger im Podcast der Katholischen Sozialakademie. „In der Theorie hat jedes Kind in Österreich denselben Zugang zu Bildungsangeboten; in der Praxis sehen wir, dass das so nicht ist“, sagt Schippani-Stockinger.
Gerade in Bezug auf den sozioökonomischen Hintergrund der Herkunftsfamilien ließen sich ganz starke Unterschiede verzeichnen. Auch ein Stadt-Land-Gefälle und damit der unterschiedliche Zugang zu Schulen spielten eine große Rolle für den Bildungsweg. Die Aufgabe der Katholischen Jungschar sieht die Bundesvorsitzende auch darin, den Finger in die Wunde zu legen und zu zeigen, wo es im Bildungssystem Lücken gibt.
Bildung bedeute in der Jungschar vor allem „Herzensbildung und ganzheitliche Begleitung der Kinder in ihrer gesellschaftlichen und persönlichen Entfaltung“. Das bedeute auch, die gewachsenen Ansprüche an Kinder in der Schule sowie den sich immer stärker auswirkenden Leistungsdruck kritisch zu reflektieren. „Wir versuchen ganz bewusst einen Kontrapunkt zu setzen zu einer konkurrenzgetriebenen Leistungsgesellschaft, indem wir die Kooperation in den Mittelpunkt stellen, weil wir glauben, dass das das Vorbild ist, das wir aus dem Evangelium leben können“, betont Schippani-Stockinger.
AME
Familienvielfalt berücksichtigen
Alleinerziehende stoßen bei Freizeitund Urlaubsangeboten häufig auf finanzielle Grenzen. Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) kritisiert, dass Familienermäßigungen vielfach auf zwei Erwachsene mit Kindern zugeschnitten sind.
Alleinerziehende würden dadurch benachteiligt, obwohl der Wunsch nach gemeinsamen Ferienerlebnissen in allen Familienformen bestehe. ÖPA-Vorsitzende Evelyne Martin fordert mehr Gleichberechtigung und eine „Familientauglichkeitsprüfung“ bei neuen Gesetzen. Auch Kultur- und Freizeitangebote sollten für alle Kinder zugänglich sein. Ideal wäre laut Martin ein kostenloser Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Positiv hebt die ÖPA Unternehmen hervor, die bereits verschiedene Familienmodelle berücksichtigen.
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.