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Mesner sind unverzichtbar

Mit Mesner-Vorstand Karl Tuider und Krankenhausseelsorger Josef Kuzmits versammelten sich burgenländische Mesner:innen zum Gruppenfoto im Erzbischöflichen Palais in Wien.
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Den unverzichtbaren Wert der Mesnerinnen und Mesner für die katholische Kirche und die Feier des Gottesdienstes hat der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer hervorgehoben.

Ihr von Selbstlosigkeit geprägter Dienst mache sie zu Botschaftern christlicher Hoffnung in einer Zeit, die von Kriegen und Krisen und damit verbundener Hoffnungslosigkeit geprägt sei, sagte er bei einem Gottesdienst im Wiener Stephansdom, mit dem die zweitägige österreichweite Mesnerwallfahrt am Dienstag ihren Höhepunkt fand. „Der Dienst für das Haus Gottes ist ein Dienst der Hoffnung“, so der Bischof in seiner Predigt.

Das Geben gehöre zur Wesensart der im Mesnerdienst Tätigen, befand Hofer, der in der Österreichischen Bischofskonferenz als Protektor die Anliegen der Mesnerinnen und Mesner vertritt. „Sie geben ihre Zeit und Freizeit – oftmals ehrenamtlich oder in ihrer Pension –, ihre Talente, ihr Können und ihren Idealismus.“ Damit die Freude dabei nicht vergehe und die Arbeit nicht zur bloßen Routine und Last werde, seien auch Phasen des Ruhens und „Auftankens“ vonnöten, denn „niemand kann nur geben“, betonte der Bischof. Die Mesnerwallfahrt sei ein solcher Moment.

Willkommen geheißen im Stephansdom wurden die rund 400 aus ganz Österreich und Südtirol zur Wallfahrt angereisten Mesnerinnen und Mesner von Hausherr Toni Faber. Der Wiener Dompfarrer verwies darauf, dass das Wiener Wahrzeichen viel mehr als ein steinerner Glaubenszeuge im Herzen der Stadt sei: „Täglich werden hier sieben Gottesdienste, an Sonntagen neun gefeiert – unsere Mesner sind im Dauereinsatz, damit der Kirchenraum und die Liturgie wohlvorbereitet sind und den Menschen Kraft geben“, hob er hervor.

Unmittelbar vor der Messe, die vom Ensemble Ars Musica unter Thomas Dolezal musikalisch gestaltet wurde, hatten sich die Teilnehmenden am Dienstagvormittag zu einer Andacht in der Wiener Franziskanerkirche versammelt. Im Anschluss gab es eine Prozession mit musikalischer Begleitung der Gardemusik des Österreichischen Bundesheeres in den Dom. Bereits am Vorabend hatten sich die Mesnerinnen und Mesner zu einer Vigil ins Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg versammelt, mit Gelegenheit zum Austausch über Diözesangrenzen hinweg.

BERUF MIT VIELSEITIGEN AUFGABEN

Die österreichweite Mesnerwallfahrt findet alle fünf Jahre statt, war jedoch zuletzt 2020 aufgrund der Corona-Pandemie entfallen. Die Veranstaltung rückt eine Berufsgruppe in den Mittelpunkt, die ihre Dienste meist im Hintergrund versieht: In den 9.500 Kirchen und Kapellen Österreichs versehen mehr als 10.000 Frauen und Männer ihren Dienst, meist in Teilzeit, geringfügig oder ehrenamtlich. Zu den vielseitigen Aufgaben gehören neben der sorgfältigen Vor- und Nachbereitung liturgischer Feiern sowie technischen, organisatorischen bis hin zu verwalterischen Arbeiten auch die Pflege und Bewahrung des kirchlichen Inventars, womit sie wesentlich zur Bewahrung des kirchlichen Kunst- und Kulturerbes beitragen. Der Mesnerdienst hat tiefe biblische und historische Wurzeln und ist eng mit der Liturgie der Kirche verbunden. Bereits im Alten Testament werden mit den Leviten erste kultische Hilfsdienste erwähnt. Auch Jesus ließ für das letzte Abendmahl gezielt Vorbereitungen treffen. Im frühen Christentum übernahmen Diakone organisatorische Aufgaben im Gottesdienst; später entwickelten sich aus diesen Tätigkeiten eigene kirchliche Dienste wie der des Ostiarier – Vorläufer des heutigen Mesners. Die Bezeichnung variiert regional: etwa „Küster“ im deutschen Sprachraum, „Mesner“ oder „Sakristan“. Ursprünglich Teil der niederen Weihen, war der Beruf lange Männern vorbehalten.

Wie die Mesner-Gemeinschaft Österreich betont, stellen Mesnerinnen und Mesner in einer Zeit wachsender Seelsorgeräume, in denen Priester und pastorale Mitarbeitende nicht mehr überall ständig präsent sein können, auch eine verlässliche Konstante im Gemeindeleben dar. Durch ihren stillen, aber engagierten Einsatz prägen sie das spirituelle und gemeinschaftliche Leben vieler Pfarren nachhaltig. Die Ausbildung erfolgt in der Regel über die diözesane Mesnerschule nach einer Probezeit. Der Mesnerdienst gilt als wichtiger Ausdruck des Laienapostolats und verlangt neben liturgischem Interesse, Verlässlichkeit und handwerklichem Geschick auch eine starke persönliche Beziehung zur Kirche.

KAP

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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