Evelyn Bogad (49), Religionslehrerin aus Jabing
„Kinder lieben Religion“

Evelyn Bogad hat ihren Traumberuf gefunden: „Ich lache gerne und freue mich jeden Tag auf meine Schülerinnen und Schüler.“
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Evelyn Bogad ist als Religionslehrerin eine Spätberufene. Möglicherweise liebt sie ihre Tätigkeit deshalb so.

von Sophie Lauringer

Vor neun Jahren startete Evelyn Bogad mit einer neuen Ausbildung. Nach drei Jahren im Fremdenverkehr und fast 20 Jahren im Sekretariat sattelte sie um und wurde Lehrerin; genauer gesagt: Religionslehrerin. Ermutigt wurde sie zu diesem Schritt von ihrem Umfeld. „Freunde haben gesagt, dass das zu mir passt und ich das sicher gut kann.“ Seither spult sie unzählige Kilometer im Auto ab. Die Pädagogin ist jede Woche zu vier Volksschulen und einer Neuen Mittelschule unterwegs. „Meine Kollegen sagen ich bin eine fahrende Wanderpredigerin“, lacht die 49-Jährige gebürtige Wulkaprodersdorferin. Aus Liebe zu ihrem Mann hat es sie in das Südburgenland nach Jabing verschlagen. In der Pfarre hat sie verschiedene Aufgaben übernommen. Frau Bogad betreut die Ministranten, ist Wortgottesdienstleiterin, Kommunionspenderin, Lektorin, Mitarbeiterin in der Kinderpastoral und auch im Pfarrgemeinderat vertreten. Selbst ihr Hobby, das Gitarrenspiel, bringt sie manchmal in die Messgestaltung ein.

Keine Trennlinie. Welche Bedeutung hat die Religionslehrerin an der Schnittstelle von Kirche und Gesellschaft? Hier sieht die Pädagogin gleich mehrere Themen präsent: Umwelt- und Klimaschutz, Gerechtigkeit versus Ungerechtigkeit, Rassismus. „Wie ich mit Menschen umgehe, zeigt mir auch etwas über meine Beziehung zu Gott“, meint Evelyn Bogad. Ihre Eltern hätten großen Anteil an ihrem Zugang zum Glauben. Sie waren und sind ihre Vorbilder. So orientiert sich ihre religiöse Praxis an den drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe.

Wonach fragen SchülerInnen? Es sind die „Wie-Fragen“, die Kinder und Jugendliche beschäftigen. Aber auch Themen wie Menschen- und Kinderrechte sowie Tod und Auferstehung, weiß Evelyn Bogad. So fragt sie gelegentlich an Montagen: „Wie war euer Wochenende?“ Dieses Ritual sei wirklich wichtig. Vergisst die Lehrerin darauf, fordern die Kinder: „Sie haben uns heute noch nicht gefragt, wie das Wochenende war!“ Vermitteln will Evelyn Bogad ihren SchülerInnen vor allem die Achtung vor sich selbst und den anderen. Und dass sie Orientierung im Leben und Rückhalt im Glauben finden. Wichtig ist auch das Stärken des eigenen „Ich“. Was sie gerne verbessern würde? Im Südburgenland sei es sehr schwierig Ausflüge, zum Beispiel zu Ausstellungen, zu organisieren. Die Wegzeiten und damit verbundenen Kosten seien schlicht zu lang und zu hoch.

Berufung. Evelyn Bogad hat die Erfahrung gemacht: „Kinder lieben Religion. Ich will ihnen vermitteln, dass wir gerne über Gott sprechen. Aber entscheidend ist es, zu ihm zu sprechen.“ Beziehung sei wichtig im Religionsunterricht. Ihr Anliegen, den Kindern eine Stütze zu sein, bemerken auch viele Eltern: „Eine Mutter hat mir zu Beginn der Corona-Pandemie geschrieben: ‚Man merkt, dass Du deinen Beruf, vielmehr deine Berufung liebst.‘ Da war ich sehr gerührt“. In schwierigen Zeiten „beschäftige ich mich mit dem Glauben und schaue mir die bunten Seiten an“, betont sie. Ihre SchülerInnen ermuntert sie, sich an einem Aufkleber zu orientieren, den man immer wieder sieht: „WWJD, what would Jesus do?“ Kurz gefragt: „Was würde Jesus tun?“

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Redaktion martinus aus Burgenland | martinus

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