ÜBER_BLICK
Einsatz für Frieden und Lebensschutz

Erzbischof Lackner beweihräuchert im Wiener Stephansdom die Fatimastatue.
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  • hochgeladen von Florian Heckel

Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz Franz Lackner (Erzbischof von Salzburg) hat am Sonntag im Wiener Stephansdom zum Gebet für den Frieden in der Welt wie auch für den Schutz des Lebens aufgerufen.
Anlass war die traditionelle Maria Namen-Feier, die in diesem Jahr unter dem Motto „Leben aus dem Frieden“ stand. Hunderte Gläubige nahmen daran teil, unter ihnen der St. Pöltner Altbischof Klaus Küng und der Propst von Stift Klosterneuburg, Anton Höslinger CanReg.

In seiner Predigt erinnerte Lackner an ein jüngstes Interview des vatikanischen Kardinalstaatssekretärs Pietro Parolin, der die Welt „am Rande des Abgrunds“ sieht. „Der Friede in unserem Herzen, in der Ukraine oder auch im Heiligen Land ist auf lange Zeit sehr gefährdet“, betonte der Erzbischof. Gerade deshalb brauche es das Gebet – persönlich und in Gemeinschaft. Lackner ist Schirmherr des „Rosen-kranz-Sühnekreuzzugs um den Frieden der Welt“ (RSK), der die Feier jährlich veranstaltet. Dessen Mitglieder seien seit Jahrzehnten im Gebet für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit vereint. „Vielleicht ist dieses Gebet seit der Erlangung der Freiheit Österreichs nie mehr so wichtig gewesen wie gerade jetzt“, so Lackner.

LEBENSSCHUTZ UND ASSISTIERTER SUIZID
Der Erzbischof nahm auch zur aktuellen Debatte über den assistierten Suizid in Österreich Stellung. Wenn jemand für sich eine endgültige Entscheidung treffe, sei das nicht zu verurteilen. Doch den Schritt aktiv in die Öffentlichkeit zu tragen, sei fragwürdig, warnte Lackner. Die Kirche werde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass der assistierte Suizid und die gesellschaftliche Entwicklung in diese Richtung nicht der richtige Weg seien.

Eindringlich rief er die Christinnen und Christen auf, die Hoffnung auf die Auferstehung – den Kern des Glaubens – nicht aus den Augen zu verlieren.

Diese Hoffnung trage auch in schwierigen Stunden und schenke Kraft am Ende des Lebens.

Lackner war zur Feier direkt von seiner Fußwallfahrt nach Rom gekommen. Der mehrtägige Marsch habe ihn zwar körperlich gefordert, zugleich aber neue Kraft im Gebet geschenkt, berichtete er von persönlichen Eindrücken.

BOTSCHAFT AUS JERUSALEM
Eigentlich hätte auch Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, an der Maria Namen-Feier teilnehmen sollen. Aufgrund der dramatischen Entwicklungen im Heiligen Land musste er seine Reise kurzfristig absagen. Stattdessen verlas P. Elias van Haaren OFM, Generalkommissar des Heiligen Landes der Franziskaner in Wien, ein Schreiben des Patriarchen. Darin schilderte Pizzaballa die Lage in Gaza in drastischen Worten: Die Ankündigung, dass sich „die Pforten der Hölle öffnen werden“, sei bittere Realität geworden.

Die Zerstörung von Häusern, Gotteshäusern, Krankenhäusern, Straßen und Infrastruktur habe ein unvorstellbares Ausmaß erreicht. Hunderttausende Menschen hätten keinen sicheren Zugang zu Wasser, Nahrung, Medikamenten oder Bildung. Auch die letzten rund 700 Christen in Gaza seien massiv betroffen. Viele hätten ihre Häuser und Arbeit verloren und Zuflucht in Kirchen gesucht.

Pizzaballa hob hervor, dass die Geistlichen und Ordensleute in Gaza trotz der Gefahren bei den Menschen geblieben seien und sich in der Fürsorge für die Notleidenden engagierten. Dank weltweiter Unterstützung habe die katholische Gemeinde zuletzt mehr als 300 Tonnen Hilfsgüter verteilt – ein Zeichen der Hoffnung inmitten der Zerstörung.

FALSCHMELDUNGEN UND HASS
Der Patriarch warnte zugleich vor einer Flut von Falschmeldungen, die den Konflikt zusätzlich anheizten. „Unwissenheit kann Vorurteile hervorrufen. Lasst uns nicht Teil dieses Kreislaufs aus Hass und Vorurteilen werden“, schrieb er. Pizzaballa erinnerte daran, dass der einfache Zugang zu Informationen nicht automatisch Wahrheit garantiere. Alles müsse kritisch geprüft werden, da es keine Alternative zur Wahrheit gebe.

Besonders eindringlich appellierte er an einen besonnenen Sprachgebrauch: Worte könnten zerstören und Hass schüren, sie könnten aber auch zu Versöhnung und Frieden beitragen. Mit einem eindringlichen Aufruf zum Gebet schloss der Patriarch seine Botschaft.

FEIER IM ZEICHEN DES FRIEDENS
Bereits am Vortag hatte Franziskanerprovinzial P. Fritz Wenigwieser OFM der Eucharistiefeier im Stephansdom vorgestanden. In seiner Predigt zum Motto „Leben aus dem Frieden“ erläuterte P. Elias van Haaren, dass es nicht darum gehe, Angst zu verbreiten, sondern Hoffnung zu wecken. Wirklicher Friede sei mehr als ein schneller Kompromiss – er sei eine Person: Jesus Christus, der Frieden schenke, den die Welt nicht geben könne.

Die Vorstandsvorsitzende des RSK, Traude Gallhofer, konnte zahlreiche Mitfeiernde begrüßen, darunter Abordnungen der Grabesritter. Für die musikalische Gestaltung sorgte das Ensemble „Ars Musica“ unter der Leitung von Thomas Dolezal. Höhepunkt und Abschluss bildete wie jedes Jahr die feierliche Prozession mit der Fatimastatue durch den Stephansdom, getragen von Gardesoldaten des Bundesheeres.

Mit Blick auf die aktuelle Weltlage war die Maria Namen-Feier heuer von einer besonderen Ernsthaftigkeit geprägt. Die Predigten und Botschaften machten deutlich, dass Friedenssehnsucht und Lebensschutz eng miteinander verbunden sind – und dass beide ohne Gebet und Hoffnung nicht bestehen können.

www.rsk-ma.at

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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